16/06/2026
Es gibt Fähigkeiten, die viele Frauen so oft einsetzen, dass sie irgendwann gar nicht mehr wie Fähigkeiten wirken.
Sie merken, wenn jemand im Raum nicht mehr mitkommt. Sie halten Spannungen aus, ohne gleich alles eskalieren zu lassen. Sie denken an Dinge, die sonst liegen bleiben würden. Sie spüren, wann ein Gespräch eine andere Richtung braucht.
Und dann heißt es schnell: „Das machst du doch einfach so.“
Nein. Genau das ist der Irrtum.
Nur weil etwas selbstverständlich angeboten wird, ist es nicht selbstverständlich vorhanden. Viele dieser Fähigkeiten sind über Jahre gewachsen. Durch Erfahrung, Beobachtung, Verantwortung und oft auch durch die Erwartung, sich kümmern zu müssen.
Gerade Frauen haben viel zu lange gelernt, solche Kompetenzen nicht als Kompetenz zu bezeichnen. Dabei tragen sie Beziehungen, Teams, Familien, Kundengespräche und ganze berufliche Räume.
Vielleicht muss nicht jede Gabe groß inszeniert werden. Aber sie darf endlich einen Namen bekommen.
Welche deiner Fähigkeiten hast du selbst lange für normal gehalten, obwohl andere sich stark darauf verlassen?