Libelle Verlag

Libelle Verlag Seit 1979 machen wir lesenswerte Bücher, scharf ausgewählt. Weit mehr als hundert schön anzufasse (Nur zum Beispiel).

Es werden aus dem laufenden Verlagsalltag ältere Wissenswertigkeiten und neuere Vorkommnisse erzählt, von Büchermenschen, Nebenwirkungen von Lektüre, Aussichten auf Künftiges. Weil ja auch die Bücher von 2015 mit denen von 1980 irgendwie zusammenhängen.

12/06/2024

abschließende ordnung des verlagsarchivs.
neubeschriftung von ca 200 autoren- bzw. projektordnern, man glaubt’s ja nicht, was alles aufbewahrt, dann vergessen wurde.
handschriftliche briefe von yasmina reza, michel tournier, robert gernhardt usw. mails von jon fosse.
überhaupt die mails – alle ausgedruckt. das alte misstrauen gegen festplatten, gegen die clouds sowieso.
ursprungsmanuskripte, lektoratsfahnen, korrekturstufen, klebeumbrüche, verträge.

auch aparte funde: konvolute mit aufgegebenen projekten vom ersten kontakt über rechteanfragen bis hin zum ausführlichen absagebrief. –
ein karton mit dem faxarchiv: fax war billiger als telefon und wurde in den 90ern die neue rasche und unkomplizierte postform; am schnellsten ging es handschriftlich. wenn man bei wagenbach wegen eines textes anfragte, schrieb der verleger kurz und präzis an den rand und faxte zurück. („in echtzeit“). originale, die zeitenweise als thermokopie kamen.

27/01/2024

Ilse Helbich (1923–2024).

Der 80Jährigen haben wir mit ihrem ersten Buch zum Druck verholfen: dem autobiographischen Roman „Schwalbenschrift“. Er öffnete ihr den Weg in den Literaturbetrieb, mit ihrem ständig steigenden Ruhm. Sie schrieb bis in ihre letzten Jahre, verlegt bei Droschl in Graz.
Die letzten Sätze von „Schwalbenschrift“ (lieferbar seit 2003; hier: Auflage 2022):

„Joshus Ja. Der Mann aus dem alten Japan, der, als ihn einer dringend nach dem Sinn allen Lebens fragte, ‚ja‘ sagte, und als der Frager heftiger nachsetzte, nichts anderes antwortete als nochmal sein ‚JA‘.

Noch sind am Abend die Schwalbenlinien wie Planetenwirbel. Dann von einem Tag auf den anderen, ist der Himmel leer. Nackte Edelsteinbläue.“

Seit dem Frühjahr war Fritz Mühlenwegs Meisterwerk "In geheimer Mission durch die Wüste Gobi" nicht mehr lieferbar. Wir ...
05/12/2023

Seit dem Frühjahr war Fritz Mühlenwegs Meisterwerk "In geheimer Mission durch die Wüste Gobi" nicht mehr lieferbar. Wir haben es nun wieder gedruckt und lieferbar, rechtzeitig zum 125. Geburtstag des Autors am 11. Dezember:

»Wer an den Lagerfeuern saß, in den Jurten das unbegrenzte Gastrecht genoß, den Sandsturm erlebte und zum asiatischen Sternenhimmel aufsah, ist für Europa halb verloren.« - In geheimer Mission durch die WüSte Gobi. Das Meisterwerk des gro&szelig;en Erzählers Fritz Mühlenweg.

Literatur bleibt nur lebendig, wenn immer neue Leser sich darum kümmern.Kaum haben wir ( naja, der Herausgeber Manfred B...
12/10/2022

Literatur bleibt nur lebendig, wenn immer neue Leser sich darum kümmern.

Kaum haben wir ( naja, der Herausgeber Manfred Bosch und im Herbst 1991 ) Jacob Picard, den Erzähler des alemannischen Landjudentums, mit Gesammelten Werken aus der Vergessenheit geholt (und danach auch lieferbar gehalten):

da machen sie in Hamburg ein Literaturkonzert mit Picards Texten. Es liest: Barbara Auer – die Schauspielerin stammt wie Helmut Butzmann, Organisator dieses Ereignisses, aus Konstanz.
(Foto: Helmut Butzmann)

Nicht ganz drei Jahre nach dem Tod des Mediävisten: eine Rede über den für mich eindruckvollsten akademischen Lehrer. Ic...
11/12/2021

Nicht ganz drei Jahre nach dem Tod des Mediävisten: eine Rede über den für mich eindruckvollsten akademischen Lehrer.
Ich hatte das große Glück, bei ihm ab 1969 und bis über das Examen hinaus historisches Weiterdenken zu lernen. 1992 bot er mir ein Manuskript an, aus dem das Buch "Ritte über den Bodensee" entstand.

Buchvorstellung Nelly Dix, Ach meine Freundin, die Tugend ist gut, aber die Liebe ist besser. Rede von Ekkehard Faude, Bodman-Haus Gottlieben. Musik Christine Forster

Alle Jahre einmal nur gibt es einen Newsletter. Er simuliert Betriebsamkeit, reicht auch nach, was an Interessantem im G...
11/12/2021

Alle Jahre einmal nur gibt es einen Newsletter. Er simuliert Betriebsamkeit, reicht auch nach, was an Interessantem im Gang ist; diesjahr von Gedichten des 19. Jahrhunderts bis zum Dokufilm:

Libelle Newsletter fuer Leserinnen und Leser, die das blaetterwendende Lesen schaetzen.

10/12/2021

Wir reichern hin und wieder unsere eigene Website an. gut versteckt, so dass man es suchen muss. am besten unter der Rubrik "Über den Verlag").
Heute zum Beispiel eine Vernissagerede, es geht um den Maler Matthias Holländer und seine Beziehungen zum "Bellevue" in Kreuzlingen, der ehemaligen Binswangerschen Klinik.

Buchvorstellung Nelly Dix, Ach meine Freundin, die Tugend ist gut, aber die Liebe ist besser. Rede von Ekkehard Faude, Bodman-Haus Gottlieben. Musik Christine Forster

Hermann Kinder (1944–2021). Aus unserer Verlagsgeschichte, anlässlich der Buchvorstellung im überfüllten Literaturhaus i...
27/08/2021

Hermann Kinder (1944–2021).

Aus unserer Verlagsgeschichte, anlässlich der Buchvorstellung im überfüllten Literaturhaus in Gottlieben:

"Hermann Kinders Statur in der Region machten neben seinem freundlichen Wesen wenigstens zwei Erfolge aus: Er war in den mehr als 30 Jahren ein beliebter Hochschullehrer geworden, auch weil er sich traute, die neueste, noch nicht festgezurrte Literatur mit seinen StudentInnen zu behandeln. Eine ungewöhnliche Anstrengung, wenn man die übrige Germanistik sah. Da er zudem die Aura des permanent fruchtbaren Schriftstellers hatte, war das ein besonderer Thrill für die Jungen. Zu seinem 50. Geburtstag – wem passiert das sonst an der Uni – bekam er eine Festschrift zugewandter Freunde , organisiert von Jörn Laakmann, der bei ihm studiert hatte und dessen sehr gediegene Karriere als Programmmacher in Wissenschaftsverlagen erst noch bevorstand.
Kinder ermutigte viele zum Schreiben. Wenn einer mit Empfehlung von Hermann Kinder einen Text schickte, drehte ich nach einiger Zeit aber auch sacht ab; und gedachte Thomas Manns, der auch jedem Anfragenden eine emphatische Expertise geschrieben hatte.
Aber eben die Aura: Dieser Kinder hatte es als Einziger der Konstanzer Truppe geschafft, kontinuierliche Beachtung in den Feuilletons zu finden, gar ins Lexikon zu kommen. Dass dies am andern Ende des Sees einige Vorarlberger Erzähler auch schafften – Köhlmeier, Geiger, Rossbacher –, zuweilen mit Bestsellern und in mehrere Sprachen übersetzt, interessierte den Kulturteil der Regionalzeitung nicht so recht."

Diese Verlegerei gibt sich gern humorvoll - meint es aber zugleich ernst. 40 Jahre Libelle - vom Bleisatz zum Open Access.

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