26/02/2015
Auch ich kann es nicht lassen.
Die Medienmaschinerie hat mich in ihren Bann gezogen – zumindest teilweise.
Das Geschäft mit der Angst funktioniert wirklich klasse. Ausgezeichnet sogar möchte ich behaupten. Und derzeit würde ich meinen Job wirklich gerne gegen den eines Kinderarztes tauschen. Cash für jede Impfung zu bekommen lohnt sich gerade wirklich, schätze ich.
Am vergangenen Montag habe auch ich also einen Termin zum Impf - Quickie für meinen 20 Monate alten Sohn gemacht. Gestern war es dann soweit. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war besonders schlimm. Nicht für meinen Sohn und auch sonst für niemanden anderen außer für mich. Masochistisch wie ich nun mal veranlagt bin, habe ich sämtliche Foren durchforstet und mich über die potenziellen Nebenwirkungen der MMR Impfung informiert. Gestoßen bin ich dabei auf Kommentare von Impfkritikern á la „Impfen ist Misshandlung“ oder von Impfbefürwortern á la „Ihr unverantwortlichen Schweine“. Beides irgendwie ziemliche Schwarz-Weiß Extreme, denen ich mich keinesfalls anschließen will. Tatsächlich halte ich es aber eher für fahrlässig das Immunsystem eines wenigen Wochen alten Säuglings mit einer 6-fach Impfung zu malträtieren, nur weil „der Arzt und die STIKO das gesagt haben“. Aber genau das ist die so gefährliche Vollkasko Mentalität unserer Gesellschaft. In Zeiten in denen wir unser Smartphone versichern und J.Lo. ihren Allerwertesten, ist es schier unerträglich, auf Etwas bestimmtes KEINEN direkten Einfluss nehmen zu können. Also wird geimpft auf Teufel Komm raus – meist unwissend darüber, dass dies trotz allem keinen 100 % Schutz bedeutet.
Nachdem die Impfung gestern Vormittag dann gelaufen war und mein Sohn nun zu 95 % immun gegen MMR ist, empfand ich gemischte Gefühle. Zum einen Erleichterung zum anderen Verachtung. Da hatte die Pharma Maffia und die brutale Keule an die Vernunft doch tatsächlich gesiegt. Zumindest in diesem Falle. Warum ich einem Kleinkind tote Hepatitis B Erreger muskulär in die Blutbahn jagen sollte, ist mir allerdings bis heute wirklich schleierhaft.
Fakt ist ja folgendes: Ich bin gar nicht gegen das Impfen im Allgemeinen. Ich bin nur dafür, dass man im einzelnen Falle betrachtet WAS WANN wirklich sinnvoll ist. Und ob die Nebenwirkungen einer Impfung eventuell sogar gravierender sind als die Krankheit an sich.
Seit gestern beobachte ich meinen Sohn kritisch und interpretiere in jede kleine, noch so seltsame Grimasse die Anfänge von Autismus. Geschlafen habe ich übrigens fein gebettet auf einer Matratze neben seinem Bett – nur für den Fall das eine der 25.000 Nebenwirkungen der Impfung auftreten könnte. Übrigens kommt man in der Regel erst nach 8-10 Tagen in den Genuss von MMR Impfkomplikationen. Halleluja. Mein Rücken wird’s mir danken.
Haben wir vielleicht einfach alle ein bisschen Gott Vertrauen – so oder so.
Er wird’s schon richten.