18/06/2026
Wir stehen alle ab und zu vor alten Gebäuden und denken uns: “Hübsch.” Aber selten sind wir uns der Geschichte dahinter bewusst.
In meiner Heimatstadt Krems erzählt zum Beispiel jeder Stein von einem verlorenen Wettlauf.
Im 13. Jahrhundert war Krems eine Macht. Gozzo, der Stadtschreiber, war so reich, dass er sich eine Burg mitten in die Stadt baute. Der Wein aus der Wachau und das Salz machten die Stadt und ihre Bürger wohlhabend. Und Wien? Das war damals nur ein Konkurrent unter vielen – auf Augenhöhe.
Doch dann kamen die Habsburger. Das Reich wuchs nach Osten, Wien wurde das Scharnier und Krems blieb “nur” das Tor zur Wachau.
ABER: Genau dieser wirtschaftliche Niedergang war vielleicht auch ein Segen. Weil das Geld fehlte, um alles modern zu überbauen, blieb das mittelalterliche Erbe in Krems nämlich erhalten. Ergo: Die Steine.
Ich freue mich darauf, euch nächste Woche im Podcast hierhin mitzunehmen.