Die Berliner Mauer aus anderer Sicht“ vollenden Annett Gröschner und Arwed Messmer ihr Langzeitprojekt. Eine lückenlose Ansicht des gesamten Verlaufs der Berliner Mauer vor 50 Jahren mit dem Blick von Ost nach West zeigt die Ausstellung im Haus am Kleistpark, ergänzt durch eine 1328-seitige, zweibändige Publikation im Hatje Cantz Verlag, die zeitgleich erscheint. Der Titel „Inventarisierung der Ma
cht“ verweist auf das Methodische der Vorgehensweise. Die einst streng geheime Hinterlassenschaft einer niedergegangenen Macht, im Archiv konserviert, wird noch einmal ausgebreitet und unter künstlerischen Gesichtspunkten neu geordnet. Ausgangsmaterial sind Fotografien, die von den DDR-Grenztruppen um 1966 angefertigt wurden. Das Ausstellungskonzept verweist auf die Herkunft des Materials: Die Ausstellung hat Werkstattcharakter, die Bilder sind teilweise auf dünnem Papier gedruckt und mit Nadeln an die Wand gepinnt. Eine Lesesaalsituation, wie sie im Archiv gegeben ist, steht als Mittelpunkt der Arbeit im Raum.