Friedenauer Presse

Friedenauer Presse Die Friedenauer Presse ist ein unbhängiger Verlag mit Sitz in Berlin, der 1963 in der Wolff’s Büchere

Die englische Übersetzung von Anjet Daanjes »Der erinnerte Soldat« steht auf der Longlist für den International Booker P...
24/02/2026

Die englische Übersetzung von Anjet Daanjes »Der erinnerte Soldat« steht auf der Longlist für den International Booker Prize 2026 und ist bei uns in der deutschen Übersetzung von Ulrich Faure erschienen!

In der Begründung der Jury heißt es:
»Angesiedelt in den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs ist dies eine außergewöhnliche Liebesgeschichte über die Kraft der Erinnerung und der Vorstellungskraft.«

Wir freuen uns riesig und drücken ganz fest die Daumen!

Von Juli bis September 1920 begleitete der fünfundzwanzigjährige Isaak Babel die legendäre 1. Kavalleriedivision der Rot...
09/02/2026

Von Juli bis September 1920 begleitete der fünfundzwanzigjährige Isaak Babel die legendäre 1. Kavalleriedivision der Roten Armee als Korrespondent an die Südwestfront des Russisch-Polnischen Krieges. Babel begab sich freiwillig auf den Kriegerpfad, nachdem sein Mentor Maxim Gorki ihm geraten hatte, »unter die Leute zu gehen«, um mehr Lebenserfahrung zu sammeln. Selbst ein Anhänger der Revolution, ritt er mit den Kosaken nach Galizien und lieferte für die Zeitung Roter Kavallerist Propagandaberichte über die Kriegserfolge. Gleichzeitig führte er ein Tagebuch, in dem er sein zunehmendes Entsetzen über das wahre Gesicht des Krieges festhielt. In intimen Momentaufnahmen zeigt Babel schmutzige, misshandelte wolhynische Bauern und ausgeplünderte, verfolgte Juden; syphilitische russische Soldaten und entwürdigte Gefangene; wilde, singende Kosaken und geschundene Mädchen; abgestochene Kühe, erschossene Pferde, ausgeräucherte Bienenstöcke. Schonungslos notiert Babel, was für ihn ein doppeltes Grauen gewesen sein muss, war der Ritt in das größte jüdische Siedlungsgebiet des Ostens für ihn doch zugleich eine Heimkehr zu den Vätern – und er kam nicht mit Rettern, sondern mit Zerstörern: »Wie wir die Freiheit bringen – schrecklich.«

Isaak Babels Tagebuch 1920 ist Zeugnis eines Krieges, der, obwohl sein Ausgang das Schicksal Europas entscheidend prägen sollte, in westlichen Geschichtsbüchern nur mehr als Fußnote behandelt wird. Heute hallt sein Echo lauter wider denn je.

Übersetzt aus dem Russischen von Peter Urban. Mit einem Beitrag von Wladimir Kaminer.

Neu in der Friedenauer Presse: »Das Haus« von Julien GracqAus dem Französischen von Gernot KrämerAuf den wenigen Seiten ...
04/02/2026

Neu in der Friedenauer Presse: »Das Haus« von Julien Gracq
Aus dem Französischen von Gernot Krämer

Auf den wenigen Seiten dieser Erzählung, entstanden zwischen 1946 und 1950, zeigt sich Gracqs große Meisterschaft: Außenwelt und inneres Erleben verschmelzen in einem hochpoetischen Spannungsfeld von Realität und Imagination. Das Haus erscheint als Projektionsfläche für Gedanken, Erinnerungen und eine unbestimmte Sehnsucht – der Erzähler wird es nie betreten …

»Himmelskörper« ist eines der wenigen nicht-fiktionalen Bücher von Anna Maria Ortese. Es versammelt zwei Versionen eines...
25/01/2026

»Himmelskörper« ist eines der wenigen nicht-fiktionalen Bücher von Anna Maria Ortese. Es versammelt zwei Versionen eines nie gehaltenen Vortrags und drei imaginierte Interviews, deren Fragen und Antworten fast vollständig von der Autorin selbst verfasst wurden. Sie erzählt darin von ihrem Jahrhundert, ihrem Land, ihrer Literatur und ihrem Leben – »ein hässliches Leben«, wie sie freimütig zugibt. Denn nach ihrer von Armut und Krieg geprägten Kindheit musste sie sich in einem Italien durchschlagen, dessen unbarmherzigen Kapitalismus sie anklagt, und in einer intellektuellen Welt, von der sie ihr fantastischer Sinn für die Realität immer mehr entfremdete. Die hochpoetischen Texte offenbaren die große Sensibilität einer modernen und engagierten Frau: Von der Gesellschaft bis zur Gewalt, von der Politik bis zur Wirtschaft entgeht nichts ihrem klaren Blick, der uns eine andere Sicht auf die Welt vorschlägt – denn allzu oft vergessen wir beim Betrachten des Firmaments, dass auch die Erde ein Himmelskörper ist … und alles auf ihr himmlische Materie.

1997 veröffentlicht, ist »Himmelskörper« Anna Maria Orteses letztes Buch, ihr literarisches und spirituelles Vermächtnis. Die Erde zu ehren und den himmlischen Funken eines jeden Lebewesens zu bewahren – das war ihr letzter Wille, dessen Erfüllung heute so wichtig ist wie nie.

Aus dem Italienischen von Werner Waas.

Neu in der Friedenauer Presse: »Iguana« von Anna Maria Ortese. Aus dem Italienischen von Sigrid Vagt. Mit einem Nachwort...
15/01/2026

Neu in der Friedenauer Presse: »Iguana« von Anna Maria Ortese. Aus dem Italienischen von Sigrid Vagt. Mit einem Nachwort von Maike Albath.

Den jungen Mailänder Grafen Aleardo verschlägt es bei seiner Suche nach zum Verkauf stehenden Ländereien auf eine einsame Insel vor der Küste Portugals, die nicht einmal auf den Landkarten zu finden ist. Eine Insel des Bösen, wie sein Matrose glaubt. Tatsächlich tragen sich auf Ocaña seltsame Dinge zu: Drei verarmte Brüder eines portugiesischen Aristokratengeschlechts halten in einem heruntergekommenen Herrenhaus ein mysteriöses Wesen als Dienstmädchen, das Mensch und Echse, geschundene Kreatur und verwunschene Prinzessin zugleich ist – Iguana. Der Graf gerät in den Bann des schönen Geschöpfs, das unter den Menschen ein elendes Dasein fristet. Bei seinem leidenschaftlichen Versuch, das Geheimnis der Insel zu ergründen und Iguana zu retten, versinkt Aleardo immer mehr in eine verhängnisvolle Welt von Traum und Wahn, in der alles aus den Fugen gerät.

»Iguana« untersucht das gestörte Verhältnis zwischen Kultur und Natur, den Missbrauch von Macht, die Übel von Kolonisation und Kapitalismus. Mit viel Zartgefühl für die Mittellosen und Elenden erzählt Anna Maria Ortese ein mitreißendes modernes Märchen, in dem das Böse nicht in Gestalt eines gefräßigen Wolfes oder einer arglistigen Hexe erscheint, sondern im Menschen selbst liegt.

Große Neuigkeiten: Die .converso123 ist seit dem 01. Januar Teil der Friedenauer Presse! Wir freuen uns, die Autor:innen...
08/01/2026

Große Neuigkeiten: Die .converso123 ist seit dem 01. Januar Teil der Friedenauer Presse! Wir freuen uns, die Autor:innen und Autoren in unserem Programm zu beherbergen und ihrer wunderbaren Literatur ein neues Zuhause in Berlin zu geben.

In der Edition Converso erschienen in den letzten Jahren u. a. Stefan Weidners »1001 Buch. Die Literaturen des Orients«, Leonardo Sciascias »Morte dell’Inquisitore« sowie dessen grandioses Buch über Folter und Inquisition unter dem Titel »Ein Sizilianer von festen Prinzipien« oder »Die Affaire Moro. Ein Roman«. Die Schule dieses sizilianischen Klassikers prägt das Programm der Edition Converso und inspiriert Autoren wie Maria Attanasio, Santo Piazzese und Fabio Stassi. Sciascia entdeckte auch die Romanautorin Maria Messina, deren Werke bereits in der Friedenauer Presse erscheinen. Weitere herausragende Autoren aus Monika Lustigs Programm sind Pier Paolo Pasolini, dessen Jugend und lebenslange Jugendlichkeit in mehreren Titeln gewürdigt werden, sowie Belinda Cannone, deren Werke nun die Friedenauer Presse bereichern.

Die Vorschau Frühjahr 2026 der Friedenauer Presse ist da – und eröffnet neue literarische Räume zwischen Vergangenheit u...
28/11/2025

Die Vorschau Frühjahr 2026 der Friedenauer Presse ist da – und eröffnet neue literarische Räume zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Poesie und Prosa, Entdeckung und Wiederentdeckung. 🌷

Als Imprint von Matthes & Seitz Berlin versammelt sie auch in der kommenden Saison Stimmen mit besonderem Blick auf Geschichte, Sprache und Erfahrung.

Jetzt vormerken, vorfreuen, vorauslesen. 📚✨

📍Bremen & Düsseldorf: Wir freuen uns, im Dezember gleich zweimal zu Lesungen aus »Eine Sprache der Liebe« mit Loretta Wü...
20/11/2025

📍Bremen & Düsseldorf: Wir freuen uns, im Dezember gleich zweimal zu Lesungen aus »Eine Sprache der Liebe« mit Loretta Würtenberger und Hubertus Graf Zedtwitz einzuladen!

Für die Lesung in Düsseldorf wird um Anmeldung gebeten:
[email protected]

Anjet Daanje steht mit Der erinnerte Soldat auf der Shortlist für den National Book Award – und zeigt auch in ihrem Roma...
19/11/2025

Anjet Daanje steht mit Der erinnerte Soldat auf der Shortlist für den National Book Award – und zeigt auch in ihrem Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“ ihr außergewöhnliches Erzähltalent.

Ausgehend vom Leben und Nachleben einer Schriftstellerin entfaltet Daanje ein vielstimmiges Panorama über Kunst, Erinnerung und die Grenzen des Ichs.

📖 Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure
📚 Erschienen bei der Friedenauer Presse

Heute Abend: Buchpremiere von Zyta Rudzka: „Lachen kann, wer Zähne hat“ 🦷Herrenfriseurin Wera steht vor dem Nichts – der...
13/11/2025

Heute Abend: Buchpremiere von Zyta Rudzka: „Lachen kann, wer Zähne hat“ 🦷

Herrenfriseurin Wera steht vor dem Nichts – der Mann ist tot, das Geld ist knapp, und selbst für die Schuhe zum Begräbnis fehlt es. Doch mit Schärfe, Witz und unbeirrbarer Energie kämpft sie sich durch die Schatten der Stadt. Ein Roman über Verlust, Widerstand und die Kraft, weiterzuleben – auf eigene Art und mit allen Zähnen im Einsatz.

📖 Buchpremiere
🗓️ Donnerstag, 13.11.2025, 19 Uhr
📍 Galerie des Polnischen Instituts Berlin
Mit Zyta Rudzka und Lisa Palmes, der Übersetzerin des Romans.

»Eine Stimme für all die wehrhaften Frauen« – Marta Kijowska, FAZHerrenfriseurin Wera steht vor scheinbar unüberwindbare...
07/11/2025

»Eine Stimme für all die wehrhaften Frauen« – Marta Kijowska, FAZ

Herrenfriseurin Wera steht vor scheinbar unüberwindbaren Problemen: Der Mann ist tot, das Geld ist knapp, Schuhe fürs Begräbnis fehlen – und ihr Weg führt quer durch die Schatten der Stadt.

Mit scharfem Witz und unbändiger Energie holt sie sich zurück, was ihr genommen wurde und zeigt in jeder Szene: Man kann verlieren, aber nicht untergehen.
Ein Roman über Verlust, Widerstand und den unerschütterlichen Willen zu leben – auf eigene Art und mit allen Zähnen im Einsatz.

Aus dem Polnischen von Lisa Palmes

Buchpremiere:

🗓️Donnerstag, 13.11.2025, 19 Uhr
📍Galerie des Polnischen Instituts Berlin

✨ Neu bei der Friedenauer Presse ✨Maria Messina, die „sizilianische Katherine Mansfield“, ist endlich auf Deutsch zu ent...
31/10/2025

✨ Neu bei der Friedenauer Presse ✨

Maria Messina, die „sizilianische Katherine Mansfield“, ist endlich auf Deutsch zu entdecken! 🌾
In Sterne, die fallen erzählt sie in zarten, präzisen Bildern von ihrem Sizilien – von Hunger und Hoffnung, Glaube und Stolz, und den kleinen Gesten der Menschlichkeit, die ihr Werk so besonders machen.
Die Sammlung versammelt erstmals auf Deutsch übersetzte Erzählungen, darunter La Mèrica, die Leonardo Sciascia einst wiederentdeckte.

Aus dem Italienischen übersetzt von Christiane Pöhlmann.

Adresse

Großbeerenstraße 57A
Berlin
10965

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