25/11/2019
Ihr fragt, wir antworten: Die Augenbewegungen verraten etwas darüber, ob eine Person gerade in Bildern, Tönen oder Gefühlen denkt!? Körpersprache-Mythos oder Fakt?
Wer sich mit dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) beschäftigt, kennt die oben genannte sehr weitverbreitete These zu den sogenannten „Augenzugangshinweisen“. Doch wie viel Wahrheitsgehalt steckt in dieser Annahme? Im Rahmen der Mimikresonanz-Profibox haben wir in unserer Forschungsabteilung sehr intensiv zu dieser Thematik recherchiert. Doch trotzdem konnten wir nur drei Studien finden, welche die Theorie der Augenzugangshinweise lediglich in Teilen bestätigen.
Das Ergebnis: Wenn ein Mensch seine Augen nach oben links oder rechts bewegt, oder seinen Blick defokussiert geradeaus richtet, dann weist diese mit hoher Wahrscheinlichkeit daraufhin, dass die Person innerlich gerade Bilder wahrnimmt. Eine Augenbewegung auf horizontaler Ebene nach links oder recht, oder nach unten links war hingegen nur selten damit verbunden, dass die Person innerlich auditiv (z.B. Töne oder Stimmen) wahrnimmt. Die Bewegung der Augen nach unten rechts stand in keiner der bisher veröffentlichten Studien in einem signifikanten Zusammenhang mit dem inneren Erleben von Gefühlen oder Tastempfindungen.
Fazit: Die Augenbewegungen können der aktuellen Studienlage zufolge nur etwas darüber verraten, ob eine Person gerade Bilder innerlich wahrnimmt. Die Augenzugangshinweise in Bezug auf die anderen Sinneskanäle gelten dagegen als widerlegt. So wie sie postuliert werden, müssen sie also als Mythos entzaubert werden.
Hier findest du die Quellen der benannten Studien:
Buckner, M., Meara, N. M., Reese, E. J., & Reese, M. (1987). Eye movement as an indicator of sensory components in thought. Journal of Counseling Psychology, 34(3), 283.
Neumaier, M., & Hilgedieck, A. (2015). Neuro-linguistic programming (NLP): re-testing the eye movement hypothesis through eye tracking. NeuroPsychoEconomics Conference Proceedings, 54-54.
Wertheim, E. H., Habib, C., & Cu***ng, G. (1986). Test of the neurolinguistic programming hypothesis that eye-movements relate to processing imagery. Perceptual and Motor Skills, 62(2), 523-529.
Witkowski, T. (2010). Thirty-Five Years of Research on Neuro-Linguistic Programming. NLP Research Data Base. State of the Art or Pseudoscientific Decoration? Polish Psychological Bulletin (Vol. 41, pp. 58)
Bist du auf diesen Mythos reingefallen? Falls du in Zeitschriften, Büchern oder im Internet über Behauptungen aus der Psychologie oder der Hirnforschung stolperst, die dich skeptisch machen, dann schreib einfach eine Direktnachricht an Eilert-Akademie - The Science of Emotions. Wir machen dann für dich einen Science-Fact-Check und posten diesen auf unseren Kanälen. Wir freuen uns sehr auf den wissenschaftlichen Diskurs!
Ihr fragt, wir antworten: Die Augenbewegungen verraten etwas darüber, ob eine Person gerade in Bildern, Tönen oder Gefühlen denkt!? Mythos oder Fakt?
Wer sich mit dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) beschäftigt, kennt die oben genannte sehr weitverbreitete These zu den sogenannten „Augenzugangshinweisen“. Doch wie viel Wahrheitsgehalt steckt in dieser Annahme? Im Rahmen der Mimikresonanz-Profibox haben wir in unserer Forschungsabteilung sehr intensiv zu dieser Thematik recherchiert. Doch trotzdem konnten wir nur drei Studien finden, welche die Theorie der Augenzugangshinweise lediglich in Teilen bestätigen.
Das Ergebnis: Wenn ein Mensch seine Augen nach oben links oder rechts bewegt, oder seinen Blick defokussiert geradeaus richtet, dann weist diese mit hoher Wahrscheinlichkeit daraufhin, dass die Person innerlich gerade Bilder wahrnimmt. Eine Augenbewegung auf horizontaler Ebene nach links oder recht, oder nach unten links war hingegen nur selten damit verbunden, dass die Person innerlich auditiv (z.B. Töne oder Stimmen) wahrnimmt. Die Bewegung der Augen nach unten rechts stand in keiner der bisher veröffentlichten Studien in einem signifikanten Zusammenhang mit dem inneren Erleben von Gefühlen oder Tastempfindungen.
Fazit: Die Augenbewegungen können der aktuellen Studienlage zufolge nur etwas darüber verraten, ob eine Person gerade Bilder innerlich wahrnimmt. Die Augenzugangshinweise in Bezug auf die anderen Sinneskanäle gelten dagegen als widerlegt. So wie sie postuliert werden, müssen sie also als Mythos entzaubert werden.
Hier findest du die Quellen der benannten Studien:
Buckner, M., Meara, N. M., Reese, E. J., & Reese, M. (1987). Eye movement as an indicator of sensory components in thought. Journal of Counseling Psychology, 34(3), 283.
Neumaier, M., & Hilgedieck, A. (2015). Neuro-linguistic programming (NLP): re-testing the eye movement hypothesis through eye tracking. NeuroPsychoEconomics Conference Proceedings, 54-54.
Wertheim, E. H., Habib, C., & Cu***ng, G. (1986). Test of the neurolinguistic programming hypothesis that eye-movements relate to processing imagery. Perceptual and Motor Skills, 62(2), 523-529.
Witkowski, T. (2010). Thirty-Five Years of Research on Neuro-Linguistic Programming. NLP Research Data Base. State of the Art or Pseudoscientific Decoration? Polish Psychological Bulletin (Vol. 41, pp. 58)
Bist du auf diesen Mythos reingefallen? Falls du in Zeitschriften, Büchern oder im Internet über Behauptungen aus der Psychologie oder der Hirnforschung stolperst, die dich skeptisch machen, dann schreib uns einfach eine Direktnachricht. Wir machen dann für dich einen Science-Fact-Check und posten diesen auf unseren Kanälen. Wir freuen uns sehr auf den wissenschaftlichen Diskurs!
Euer Team der Eilert-Akademie.