TT Motorbike Blog

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Die ist mein persönlicher Motorrad Blog, der wiedergibt, was ich rund um das Thema Motorrad erlebe. Natürlich freue ich mich wenn ihr daran Spaß habt und fleissig weiter teilt, so wie auch ich gerne poste und teile. Das alles hier geschieht aus Leidenschaft zum Motorrad und ist für mich unentgeltlich.

🏍️ Unsichtbar unterwegs, was uns Motorradfahren fürs Leben lehren kann🫶🙂Unter uns Motorradfahrern gibt es einen Satz, de...
14/06/2026

🏍️ Unsichtbar unterwegs, was uns Motorradfahren fürs Leben lehren kann🫶🙂

Unter uns Motorradfahrern gibt es einen Satz, den bestimmt der Eine oder die Andere schon mal irgendwann gehört hat:

„Fahre so, als wärst du unsichtbar.“

Klingt zunächst etwas seltsam. Schließlich tragen viele von uns auffällige Kleidung, manche auch Wahnwesten, fahren Motorräder mit ordentlich Sound und sind oft alles andere als unauffällig unterwegs. Trotzdem steckt in diesem Satz eine Wahrheit, die man mit jedem gefahrenen Kilometer, mit jeder Tour besser versteht.

Denn wer Motorrad fährt, lernt relativ schnell, dass man nicht darauf vertrauen sollte, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Nicht weil alle Autofahrer schlecht fahren, sondern weil Menschen eben Fehler machen. Sie übersehen etwas, sie sind abgelenkt, schätzen Geschwindigkeiten falsch ein, oder haben ganz einfach einen schlechten Tag erwischt.

Mit der Zeit entwickelt man deshalb eine besondere Denkweise. Man fährt nicht nur für sich selbst, sondern denkt automatisch für andere mit.

Das Auto an der Einmündung? Es könnte trotzdem rausziehen.

Der Gegenverkehr? Der könnte die Kurve schneiden.

Der gesetzte Blinker? Er könnte versehentlich gesetzt sein. Eine Erfahrung, die wir gerade kürzlich selbst schmerzlich mit unserem Auto machen mussten.

Allerdings macht dieses Mitdenken etwas mit dir und sorgt bestenfalls dafür, dass du abends wieder gesund zuhause ankommst.

Klar könnte man jetzt sagen: „Die anderen sollten einfach besser aufpassen.“ Und ja, das stimmt sogar.
Aber wie wir alle wissen, sind Recht haben und gesund ankommen zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ich habe jedenfalls noch keinen Grabstein gesehen, auf dem steht:

“Er hatte Vorfahrt.” Oder „Sie hatte Recht“

Deshalb ist dieser Satz für mich längst mehr als nur ein Sicherheitstipp. Er ist über die vielen Jahre eine Denkweise geworden.

Vorausschauend fahren, die Straße lesen, mit den Fehlern anderer rechnen. Das alles natürlich nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung, man möchte ja schließlich auch Spaß haben.

Denn eins ist auch klar, die meisten kritischen Situationen entstehen nicht durch böse Absicht, sondern weil Menschen eben Menschen sind.

Und wer das verstanden hat, kommt deutlich entspannter und vor allem gesünder an sein Ziel. 😉🏍️

👍🏻🏍️

🏍️🖤 Hin und wieder merkt man erst, wie sehr einem etwas fehlt, wenn man es eine Zeit lang nicht machen kann.Nach rund zw...
13/06/2026

🏍️🖤 Hin und wieder merkt man erst, wie sehr einem etwas fehlt, wenn man es eine Zeit lang nicht machen kann.

Nach rund zwei Wochen ohne Motorrad ging es heute endlich mit Blacky wieder auf die Straße. Und was soll ich sagen? Ich bin wirklich begeistert, wie gut die Umbauten funktionieren und vor allem, wie harmonisch alles zusammenspielt. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. 😎 zudem war der Odenwald leer und das Wetter perfekt. 😍

Die zweiwöchige Pause war allerdings nötig. Meine Erkältung musste erst komplett ausheilen und diesmal war sie hartnäckiger als sonst. Umso schöner war es daher heute, endlich wieder den Motor zu starten, den Fahrtwind zu spüren und ein paar Kurven unter die Räder zu nehmen.

Motorradfahren tut einfach gut und heilt zusätzlich. 🏍️❤️

😎✌️

🏍️ Auto- nicht Motorradbahn? Eine gesellschaftliche Bestandsaufnahme. 😉Nach über 30 Jahren auf dem Motorrad hat sich mei...
12/06/2026

🏍️ Auto- nicht Motorradbahn? Eine gesellschaftliche Bestandsaufnahme. 😉

Nach über 30 Jahren auf dem Motorrad hat sich meine Meinung zur Autobahn nicht verändert. Sie ist praktisch, sie bringt mich bestenfalls schnell von A nach B, aber Begeisterung löst sie in mir ungefähr so viel aus wie ein abgefahrener Motorradreifen kurz vor der nächsten Tour.

Deshalb meide ich sie, wann immer es geht. Schließlich heißt es Autobahn und nicht Motorradbahn. Wenn es dann doch mal sein muss, wartet meist schon das deutsche Naturgesetz Nummer 1 auf mich: Stau.

Und dann passiert etwas, das Autofahrer regelmäßig überrascht. Motorräder fahren langsam zwischen den stehenden Fahrzeugen durch. Nicht mit Lichtgeschwindigkeit, nicht mit ausgefahrenen Ellenbogen und auch nicht mit dem festen Vorsatz, die Straßenverkehrsordnung neu zu schreiben. Einfach langsam vorbei.

In meinem Fall seit 32 Jahren und mittlerweile über 500.001 Kilometern. Ohne Drama, Hupkonzert und auch ohne Bürgerkrieg auf dem Mittelstreifen.

Nun hat ein Interview von Frau Ministerin Bas genau dieses Thema aufgegriffen und plötzlich wird diskutiert, als hätte jemand vorgeschlagen, künftig auf Einhörnern zur Arbeit zu reiten. Da frage ich mich manchmal schon, ob wir als Gesellschaft nicht ein erstaunliches Talent entwickelt haben, aus alltäglichen Dingen Grundsatzdebatten zu machen. Während echte Probleme geduldig in der Warteschleife hängen, diskutieren wir über Motorräder im Stau. Coole Nummer oder?

Ganz ähnlich geht es mir mittlerweile mit den gefühlt überall auftauchenden 30er-Zonen. Vor Schulen, Kindergärten, oder an gefährlichen Stellen? Absolut sinnvoll. Aber gelegentlich fahre ich durch eine neue 30er-Zone und frage mich, ob dort nachts seltene Feldhamster die Straße überqueren, die inzwischen einen eigenen Verkehrsminister beschäftigen. 😄

Vielleicht liegt es ja am Alter, vielleicht werde ich auch nostalgisch, doch habe ich ab und zu einfach das Gefühl, dass irgendwo zwischen Vernunft und Regelungswut eine intelligente Ausfahrt verpasst wurde. Ganz zu schweigen vom fehlenden gesunden Menschenverstand.

Bis sich das wieder bessert „ggf.“ mache ich weiter das, was Motorradfahrer seit Jahrzehnten tun:

Kurven suchen.
Staus und Autobahnen vermeiden.
Und immer mal wieder lächeln, denn das verzaubert.

Wie seht ihr das?

👉 Sollte das langsame Durchfahren einer Rettungs- bzw. Staugasse für Motorräder offiziell erlaubt werden oder sollte alles bleiben wie es ist?



P.S. Das Bild ist bewusst übertrieben KI generiert 😉🙏

Norton Atlas & Atlas GT – Die Briten sind zurück im Abenteuer-Segment! 🇬🇧🏍️Wenn man an Norton denkt, kommen den meisten ...
11/06/2026

Norton Atlas & Atlas GT – Die Briten sind zurück im Abenteuer-Segment! 🇬🇧🏍️

Wenn man an Norton denkt, kommen den meisten von uns sofort Bilder von der legendären Manx, der Commando oder den großen Rennsporterfolgen in den Sinn. Abenteuer-Motorräder? Eher weniger.

Genau das will Norton jetzt ändern.

Mit der neuen Atlas und Atlas GT schickt Norton zwei komplett neue Motorräder ins Rennen, die Adventure- und Sport-Touring-Fahrer gleichermaßen ansprechen sollen. Angetrieben werden beide von einem neuen 585-cm³-Paralleltwin mit 270°-Kurbelwelleversatz, 70 PS und einem Drehmoment, das vor allem im Alltag und auf kurvigen Landstraßen überzeugen soll. Praktisch eine Yamaha TDM der Neuzeit.

Technisch geizt Norton dabei nicht. Bosch-IMU, Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Cornering Cruise Control, fünf Fahrmodi, Quickshifter und ein großes 8-Zoll-TFT-Display mit Navigation lesen sich eher wie die Ausstattung einer deutlich höheren Fahrzeugklasse.

Die Unterschiede der beiden Maschinen sind schnell erklärt. Die Atlas mit 19-Zoll-Vorderrad richtet sich an Fahrer, die auch mal einen Schotterweg mitnehmen möchten. Die Atlas GT setzt mit ihren 17-Zoll-Rädern klar auf Asphalt, lange Touren und flotte Kurvenhatz.

Besonders auffällig ist das Design. Keine Retro-Kopie, kein aufgewärmter Klassiker, sondern eine moderne und selbstbewusste Interpretation dessen, wie ein britisches Adventure-Bike im Jahr 2026 aussehen kann.

Und ganz ehrlich? In einem Segment voller vernünftiger Motorräder tut ein wenig britischer Charakter vielleicht genau das, was vielen Maschinen heute fehlt, er sorgt für Emotion.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die Atlas auf der Straße schlägt.

*Was meint ihr? Hat Norton hier einen echten Treffer gelandet oder wird es schwer gegen die etablierte Konkurrenz von BMW, Yamaha, Triumph & Co.?

https://www.nortonmotorcycles.com/de-de/model/atlas

Norton Motorcycles

Roadtrip Dreiländereck, Kurven, Kaffee-Schock und die Tatsache, dass man mit 50 noch lange nicht erwachsen ist🙂🙂Wir sind...
11/06/2026

Roadtrip Dreiländereck, Kurven, Kaffee-Schock und die Tatsache, dass man mit 50 noch lange nicht erwachsen ist🙂🙂

Wir sind nicht direkt die Menschen, die in den Urlaub fahren, um sich einfach jeden Tag auszuruhen.

Nö denn während andere am Pool liegen, stehen wir morgens freiwillig um 6.22 Uhr auf, ziehen die Motorradklamotten an und freuen uns wie kleine Kinder auf Straßen, die auf der Landkarte aussehen, als hätte jemand eine Handvoll Spaghetti über die Alpen geworfen.

Genau so begann unsere Woche im Dreiländereck zwischen Österreich, der Schweiz und Italien.

Von unserer Unterkunft im Paznauntal, dem Apart Vivaldi, aus ging es jeden Tag hinein in eine Welt aus Pässen, Kehren, Wasserfällen und Landschaften, bei denen man beinahe alle fünf Kilometer anhalten muss. Nicht weil der Rücken zwickt, das kommt erst später, sondern weil hinter jeder Kurve das nächste Postkartenmotiv wartet.

Natürlich standen hier gewisse Klassiker auf dem Programm: Flüela, Albula, Umbrail, Stilfser Joch, Kaunertal und die Silvretta Hochalpenstraße. Besonders die Schweiz hat uns wieder gezeigt, dass Schönheit ihren Preis hat. Als wir für zwei Cola, einen Cappuccino und etwas Pasta rund 50 Euro loswurden, war kurzzeitig sogar die Aussicht zweitrangig. Aber wirklich nur kurz.

Denn wer einmal auf über 2.000 Metern steht, die Motorräder neben sich, die Berge vor sich und die Sorgen des Alltags irgendwo weit unten im Tal zurückgelassen hat, versteht ziemlich schnell, 50 Euro sind nur ein kleiner Beitrag für das Glück das man hier gerade empfindet.

Doch wie immer war nicht jeder Tag perfekt. Der Mittwoch zum Beispiel bestand wettertechnisch aus einer einzigen, sehr langen Regenwolke. Es regnete praktisch nur einmal von morgens bis abends.

Aber selbst solche Tage gehören dazu.

Denn am Ende sind es zumindest für uns nicht nur die Kurven, die eine Reise ausmachen. Es sind die Begegnungen, die Gespräche, die spontanen Stopps, die Momente der Ruhe und manchmal auch der Blick auf eine Landschaft, die einen einfach für ein paar Minuten sprachlos macht.

Und vielleicht ist das unter anderem auch der größte Unterschied zu früher. Mit Anfang zwanzig wollte ich möglichst viele Kilometer fahren, 300-400 pro Tag und das jeden Tag. Mit fünfzig möchte ich möglichst viele Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

Die Kilometer kommen dann ganz von alleine.

🏍️😊



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Die 99-zu-1-RegelFür viele Menschen sind Motorradfahrer ein merkwürdiges Völkchen. Laut, rücksichtslos, ständig auf der ...
10/06/2026

Die 99-zu-1-Regel

Für viele Menschen sind Motorradfahrer ein merkwürdiges Völkchen. Laut, rücksichtslos, ständig auf der Jagd nach dem nächsten Geschwindigkeitsrekord und optisch irgendwo zwischen modernem Weltraumpilot und schwarzem Ritter aus einem mittelalterlichen Tafelrundendrama.

Doch hey stimmt das wirklich?

Ich behaupte: „Nein“.

Denn wie so oft in unserer Gesellschaft bestimmen die wenigen die Wahrnehmung der vielen. Während 99 Prozent der Motorradfahrer einfach ihrem Hobby nachgehen, Landschaften genießen, Touren fahren, Kaffee trinken und über Reifen diskutieren, als ginge es um die Weltpolitik, schafft es das berühmte eine Prozent regelmäßig in die Schlagzeilen.

Die Folge daraus ist das alle in einen Topf geworfen werden. Und das ist nicht nur unfair, sondern schlichtweg falsch.

Besonders spürbar wird das bei Einschränkungen und Streckensperrungen. Der Odenwald vor meiner Haustür kennt das Thema ebenso gut wie der Pfälzer Wald. Und aktuell wird erneut der Taunus diskutiert.

Dabei trifft jede Sperrung zuerst die große Mehrheit derjenigen, die sich an Regeln hält. Diejenigen, die Rücksicht nehmen, Ortschaften vernünftig durchfahren und einfach nur einen schönen Tag auf dem Motorrad verbringen wollen. Natürlich gibt es schwarze Schafe. Die gibt es überall. Unter Motorradfahrern, Autofahrern, Radfahrern und vermutlich sogar unter Menschen, die ihren Einkaufswagen quer auf dem Parkplatz stehen lassen.

Aber sollte man deshalb eine ganze Gruppe nach dem Verhalten weniger beurteilen?

Vielleicht wäre es an der Zeit, häufiger auf die 99 Prozent zu schauen und mit denen zu sprechen, statt immer nur auf das eine Prozent. Denn die meisten Motorradfahrer sind nicht das Problem. Sie sind Menschen mit einem Hobby, einer Leidenschaft und manchmal einfach dem Wunsch, nach einer langen Arbeitswoche ein paar Kurven durch die Heimat zu fahren.

Wenn wir also schon verallgemeinern wollen, dann bitte fair. Sonst müsste ich demnächst auch glauben, dass alle Fußballfans randalieren und alle SUV-Fahrer parken wie Wikinger bei einer Landnahme.

Die Realität sieht jedoch zum Glück anders aus.

Neulich habe ich mich gefragt, ob Social Media die Motorradszene verändert hat.Und je länger ich darüber nachdenke, dest...
08/06/2026

Neulich habe ich mich gefragt, ob Social Media die Motorradszene verändert hat.

Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich, „Ja“. Und zwar gewaltig. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen ich dienstags nachmittags einfach eine Nachricht verschickt habe:

„Wer fährt morgen mit?“

Zehn bis fünfzehn Motorräder später führte ich eine kleine Karawane durch Odenwald oder Spessart. Wir hatten jede Menge Kurven, noch mehr Benzingespräche und waren erst wieder zu Hause, wenn die Sonne längst Feierabend gemacht hatte. Heute läuft das etwas anders.
Für eine Tour mit vier Leuten braucht man gefühlt die Organisationsstruktur einer mittelständischen Unternehmensberatung.

Drei Wochen Terminabstimmung passende Wetter-Apps, WhatsApp-Gruppen, Zwei Doodle-Umfragen. Und einen Kollegen, der grundsätzlich erst am Vorabend absagt.

Und oh Hölle, wenn dann tatsächlich alle Zeit hätten, regnet es und die Planung geht von neuem los…..

Also fährt man sehr oft spontan los. Alleine. Vielleicht zu zweit, wenn dir Frau Lust hat und man Glück hat.

Das Lustige daran finde ich, während wir darüber diskutieren, wie schwer es geworden ist, gemeinsam Motorrad zu fahren, verbringen viele von uns täglich Stunden auf Social Media.

Wir schauen Motorradvideos.
Wir kommentieren Motorradbilder.
Wir liken Motorradreisen.
Wir diskutieren über Motorräder.

Nur das eigentliche Motorradfahren, dass schaffen wir manchmal nicht mehr.

Gefühlt traf man sich früher zum Fahren und machte Erinnerungen. Heute macht man Erinnerungen für Social Media und hofft, irgendwann wieder zum Fahren zu kommen.

Ja unter Umständen werde ich alt.
Gegebenenfalls romantisiere ich die Vergangenheit auch etwas zu viel.

Also weg hier und raus in die nächsten Kurven.🙂

🏍️ Wie ist denn euer Eindruck? Hat Social Media die Motorradszene näher zusammengebracht, oder sitzen wir heute zwar digital am gleichen Tisch, fahren aber immer seltener gemeinsam los?

Manchmal ist die größte Falle beim Motorradkauf für Fahranfänger nicht zu wenig Leistung, sondern ein kleines Monster na...
06/06/2026

Manchmal ist die größte Falle beim Motorradkauf für Fahranfänger nicht zu wenig Leistung, sondern ein kleines Monster namens Ego.

Kaum ist der Führerschein frisch gedruckt in der Tasche, verwandeln sich einige Fahranfänger schlagartig in Motorradkritiker auf Weltmeisterschaftsniveau.

„Wie viel PS hat die?“
„Wie schnell läuft die?“
„Klingt die beim Gasgeben nach Weltuntergang?“

Das sind plötzlich die entscheidenden Fragen.

120 PS? Klingt vernünftig.
150 PS? Noch vernünftiger, man will ja auch mal überholen.
200 PS? Endlich ein echtes Anfängerbike.

Und irgendwo aus der hintersten Ecke des Motorradladens meldet sich eine leise Stimme:
“Entschuldigung… kommst du auf dem Ding eigentlich mit beiden Füßen auf den Boden?”
Diese Stimme wird selbstverständlich ignoriert. Schließlich geht es hier um Emotionen, nicht um Logik.

Dabei wären die wirklich wichtigen Fragen ganz in diesem Moment ganz andere:

✔️ Fühle ich mich auf dem Motorrad sicher?

✔️ Kann ich es problemlos halten, wenn die Straße plötzlich schräg wird?

✔️ Bekomme ich beim Rangieren keinen spontanen Bandscheibenvorfall?

✔️ Verzeiht mir das Motorrad auch mal einen Anfängerfehler?

Denn das beste Anfängerbike ist selten das Motorrad, das vor dem Eiscafé die meisten Handys zückt. Es ist das Motorrad, das dich nach jeder Tour mit einem breiten Grinsen nach Hause bringt.

Weil man lernt Motorradfahren nämlich nicht auf dem Datenblatt, man lernt es in Kurven, beim Bremsen, beim Blick durch die Kurve, beim Rangieren auf Schotter und manchmal auch beim äußerst eleganten Umfaller im Stand, während drei Rentner und ein Dackel zuschauen, weil man ans Weberli in der Jackentasche denk und mit eingeschlagenem Lenker die Vorderradbremse zieht. „Hab ich jedenfalls gehört“ 🙄🙄

Genau deshalb sind viele vermeintlich kleine Motorräder oft die größeren Lehrer. Ein Bike, das Vertrauen schafft, macht aus einem Anfänger einen Motorradfahrer. Ein Bike, das permanent Unruhe einflößt, macht dagegen vor allem eines: nervös.

Die Meisten steigen nach ein oder zwei Jahren auf etwas Größeres um. Die Fahrpraxis, die sie bis dahin gesammelt haben, bleibt jedoch für immer.

Deshalb ist mein Rat an alle Fahranfänger:

Kauft nicht das Motorrad, mit dem ihr andere beeindrucken wollt. Von denen gibt es derzeit eh schon viel zu viele die es nicht können.

Kauft das Motorrad, auf dem ihr Motorradfahren lernt. Denn es interessiert eh niemanden, wie viele PS auf dem Papier stehen. Aber ihr werdet euch immer gerne daran erinnern, wie viel Spaß ihr auf eurem ersten Motorrad hattet.

🏍️ Mein erstes Motorrad war übrigens eine CB400N. Nicht besonders schnell, nicht besonders spektakulär aber ein verdammt guter Lehrer. Sie hat mir mehr beigebracht als jedes Datenblatt dieser Welt.

Und wie war euer erstes Motorrad? Perfekter Lehrer oder Charakterprüfung auf zwei Rädern? 😄

Adresse

Kappesgärtenweg 5
Groß-Umstadt
64823

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