09/04/2014
In DER HARBURGER Kids erlebt Eichhörnchen Nappo Geschichten rund um die Außenmühle. Hier Teil 2:
Direkt an der großen Außenmühle in Harburg lebt Nappo. Nappo ist ein Eichhörnchen Junge. Gemeinsam mit seinem großem Bruder Carl und seinen Eltern wohnt er in einer Vier-Ast-Wohnung mit Blick auf den großen Teich. Meistens trifft sich Nappo mit seinem besten Freund Stulle. Die beiden machen sowieso alles gemeinsam. Stulle heißt eigentlich Walther. Aber weil er immer versucht, Brotkrümel zu stibitzen, bekam er seinen Spitznamen.
Endlich ist der Frühling da. Überall rund um die Vier-Ast-Wohnung im großen Baum, auf dem Nappo lebt, blühen die Blumen und es duftet herrlich nach allerhand Gerüchen. Auch die Menschen, die immer leckere Nüsse vorbei bringen, wirken viel fröhlicher und irgendwie sind alle viel dünner geworden.
Matilda, so heißt Nappos Oma, erzählte einmal, das läge daran, dass die Menschen zu dieser Zeit ihr Winterfell ablegen, weil es halt nicht mehr so kalt ist. Nappo glaubt seiner Oma - denn schließlich weiß die immer so viele tolle Geschichten zu erzählen. Und Oma Matilda macht den besten Nuss-Eintopf, den Nappo jemals gegessen hat. Viel leckerer als der von seiner Mama. Aber das sagt Nappo natürlich nur zu seiner Oma. Seine Mama wäre wahrscheinlich sonst ganz dolle traurig.
Während Nappo an einem Sonntag ganz früh am Morgen grade aufgestanden ist und es sich auf seinem Lieblingsast gemütlich gemacht hat, dämmert es langsam. Menschen sind noch keine im großen Park an der Außenmühle. Aber einen Schatten sieht Nappo ganz in der Nähe, immer näher kommend, bis der Schatten plötzlich immer größer wird und - zackzarack - neben Nappo auf dem Ast sitzt.
“Guten Morgen, du Frühaufsteher”, begrüßt ihn sein allerbester Freund Stulle mit einer Erdnuss in seinen großen Pausbäckchen. “Guten Morgen, du Nimmersatt”, antwortet Nappo und lacht,
als sich Stulle an der Nuss verschluckt.
“Du bist gemein - ich hab die letzen sechs Stunden überhaupt GAR NIX gegessen!”
“Du hast die letzten sechs Stunden auch tief und fest geschlafen und höchstens von Erdnüssen geträumt”, entgegnet Nappo. “Woher weißt Du das denn?“, fragt Stulle und wird ganz rot im
Gesicht. “Das war geraten”, antwortet Nappo, “was machen wir jetzt? Die Sonne geht gleich auf!”
So sitzen die Beiden auf dem Ast und grübeln, wie sie den Tag am Besten starten können. Der Himmel ist mittlerweile in ein tiefes Rot getaucht. Die Sonne geht auf, spiegelt sich im großen Teich und wirft lange Schatten. Menschen sind aber immer noch keine in Sicht - für einen Sonntag ist das aber auch nichts Ungewöhnliches. Die Menschen schlafen gern länger, hatte Oma Matilda einmal erzählt. Aber dafür tut sich auf der großen Hochzeitswiese direkt am Ufer der Außenmühle irgendetwas Merkwürdiges. “Ist das ein Hase?”, will Nappo wissen und stubst Stulle in die Seite.
“Ja, ich glaube schon. Aber das ist keiner von uns. Der da ist viel größer! Und was trägt er da auf seinem Rücken”, fragt Stulle erstaunt. “Das sieht aus wie ein Korb!”, ruft Nappo, “und da sind Eier drin - buntbemalte Eier!” So etwas haben die beiden Freunde noch nie zuvor gesehen.
Der Hase hoppelt über die große Wiese und, so sieht es jedenfalls aus, versteckt die großen, bunten Eier überall. “Warum macht er das?”, fragt Stulle.
In diesem Moment kommt Oma Matilda zu den beiden Jungs auf den Ast gehüpft und entdeckt sofort den großen Hasen. “Oma, was macht der da?”, fragen die beiden gleichzeitig.
“Das ist der Osterhase!”, antwortet sie mit sanfter Stimme.
“Was macht der Osterhase?”, wollen die beiden wissen und die Oma beginnt den Beiden zu erzählen...