07/05/2026
𝗭𝘂𝗻𝗳𝘁𝘀𝘁𝗮𝗻𝗴𝗲𝗻 waren reich verzierte Stäbe oder Stangen, die von Handwerkszünften im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verwendet wurden. Sie dienten vor allem als sichtbares Symbol einer Zunft - also einer organisierten Gruppe von Handwerkern wie Bäckern, Schmieden oder Schneidern.
Sie waren meist aus Holz oder Metall gefertigt und oft kunstvoll geschmückt z.B. mit Wappen, Werkzeugdarstellungen oder religiösen Symbolen.
Zunftstangen hatten mehrere Funktionen im öffentlichen und sozialen Leben:
- 𝘽𝙚𝙞 𝙐𝙢𝙯𝙪𝙚𝙜𝙚𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙁𝙚𝙨𝙩𝙚𝙣
Zum Beispiel bei Prozessionen, Kirchweihen oder gemeindlichen Feiern wurden sie vorangetragen, um die jeweilige Zunft zu repräsentieren.
- 𝘽𝙚𝙞 𝙧𝙚𝙡𝙞𝙜𝙞𝙤𝙚𝙨𝙚𝙣 𝘼𝙣𝙡𝙖𝙚𝙨𝙨𝙚𝙣
Viele Zünfte hatten Schutzheilige und nahmen mit ihren Stangen an kirchlichen Zeremonien teil.
- 𝘼𝙡𝙨 𝙎𝙩𝙖𝙣𝙙𝙚𝙨𝙯𝙚𝙞𝙘𝙝𝙚𝙣
Sie zeigten öffentlich den Rang und die Identität der Zunft innerhalb einer Gemeinde.
- 𝘽𝙚𝙞 𝙑𝙚𝙧𝙨𝙖𝙢𝙢𝙡𝙪𝙣𝙜𝙚𝙣 𝙤𝙙𝙚𝙧 𝘼𝙪𝙛𝙯𝙪𝙚𝙜𝙚𝙣
Zunftstangen dienten auch als Sammel- oder Orientierungspunkt für die Mitglieder.
Zunftstangen waren mehr als nur Schmuck: Sie standen für 𝙕𝙪𝙨𝙖𝙢𝙢𝙚𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩, 𝙏𝙧𝙖𝙙𝙞𝙩𝙞𝙤𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙈𝙖𝙘𝙝𝙩 𝙙𝙚𝙧 𝙕𝙪𝙚𝙣𝙛𝙩𝙚 in einer Zeit, in der diese Organisationen das wirtschaftliche und soziale Leben stark prägten.
Das Kraiburger Heimatmuseum bewahrt als besonderen Schatz mehrere kunstvoll verzierte Zunftstangen.
Das Kalenderblatt für Mai 2026 zeigt die Zunftstange der Schuster, die im Zunftbuch der Innung am 7. Mai 1827 verzeichnet ist; das Bild stammt von Manfred Lehmann.
𝘉𝘦𝘪𝘵𝘳𝘢𝘨: 𝘈𝘯𝘦𝘵𝘵𝘦 𝘓𝘦𝘩𝘮𝘢𝘯𝘯