26/12/2025
Für mich hat der 2. WeihnachtsFeiertag eine Bedeutung, die tiefer geht als jedes Datum im Kalender.
Vor 23 Jahren stand mein Leben auf einmal still und fing gleichzeitig neu an.
Viel zu früh. Ohne Plan. Ohne gepackte Tasche. Ohne Sicherheit.
Blitzeis. Minusgrade. Halberstadt.
Mitten in der Nacht.
Ralf fuhr mich in die Klinik.
Ich war krank, hatte Fieber, Schuhe, die nicht passten und eine Angst, die ich bis dahin nicht kannte.
Nach vielen Stunden warst du da.
Und fast im selben Moment warst du auch schon wieder fort.
Intensivstation. Geräte. Warten. Hoffen.
Ich war 22 und auf einmal Mutti.
Innerlich völlig überwältigt.
Ich musste lernen, dich zu lieben,
ohne dich halten zu können. Das schwerste und schlimmste, was ich jemals als Gefühl erfahren musste.
Stark zu wirken, während in mir alles gezittert hat. Zu vertrauen, obwohl nichts sicher war.
Diese Nacht hat mich verändert.
Sie hat mir gezeigt, wie sich Angst anfühlt, aber auch, welche Kraft entsteht, wenn Liebe größer ist als alles andere.
Heute, 23 Jahre später, blicke ich auf all die Höhen und Tiefen zurück.
Auf Wachstum. Auf Stolpern. Auf Wiederaufstehen. Und wenn ich sehe, was für ein Mann aus diesem viel zu frühen Wunder geworden ist, platzt mein Herz vor Stolz.
Manche Geschichten beginnen mehr als chaotisch und werden trotzdem, oder gerade deshalb, unglaublich stark.
Eine Reise, die niemals endet und mich so glücklich macht.
Mein Sohn.
Mein Herz.
Mein größtes Geschenk Gottes.