31/01/2026
The Long and Winding Road: 47 Jahre zwischen öffentlichen Finanzierungshilfen und E-Gitarre.
Am 1. August 1979 trat ich meinen Dienst bei der WGZ Bank an.
Damals ahnte ich nicht, dass damit eine Reise beginnt, die 47 Jahre dauern würde.
Der Bankberuf war nämlich nie mein Traumjob. Nur fehlte mir als Nachfolger von Marc Bolan schlicht die nötige Ausstrahlung – und vermutlich auch die Frisur.
Was ich damals nicht ahnte: Wie turbulent, kaleidoskopartig und überraschend sich ein Job entwickeln kann, der ganz unspektakulär an einem Schreibtisch hinter dem Kölner Hauptbahnhof begann.
Der wundersame Trip führte mich quer durch die Republik.
Nach Brüssel, nach Rom, in Bundesministerien und Landtage.
In Fußballstadien, ins Dortmunder U, ins Olympiamuseum – und einmal sogar in ein Mausoleum in Italien.
Ich habe mit unzähligen Existenzgründerinnen und Gründern gearbeitet, mit Unternehmern, mit Firmen - großen wie kleinen, Behörden, Fachleuten, Dozenten, Schulen und Hochschulen.
Allein die Gespräche mit Kundinnen und Kunden quer durch Deutschland dürften sich im mittleren vierstelligen Bereich bewegen.
Hunderte von Preisverleihungen, Vorträgen und moderierten Veranstaltungen gar nicht erst mitgezählt.
Viele Persönlichkeiten erwiesen sich als nahbarer, als man denkt.
Vitali Klitschko.
Dirk Steffens.
Peter Brings.
Ferdinand Dudenhöffer.
Der Astronaut Ulf Merbold.
Sie alle machten Veranstaltungen zu Ereignissen.
Und trotzdem waren es oft die Menschen mitten aus dem Leben, die Termine wirklich einzigartig machten.
Unvergessen etwa Werner Hansch, der bei einer unserer Preisverleihungen ein Fußballspiel live moderierte – wohlgemerkt eine Fernsehübertragung - der Ton war einfach heruntergedreht.
Ein Original, ganz, wie man ihn früher aus Sport und Musik im WDR-Radio kannte.
Wenn ich heute den Namen der legendären Sendung nenne, merke ich selbst, wie alt ich geworden bin – und dass diese Reise jetzt enden muss.
Nach einer Phase der Konsolidierung von 2020 bis heute ist am 31. Januar endgültig Schluss.
Der Abschied auf Raten war im Grunde seither schon Realität.
Und trotzdem geht man nicht ohne Träne im Knopfloch.
Längst habe ich mir andere Betätigungsfelder gesucht:
als Autor,
als Musiker und Produzent,
als Radiomacher und Kommentator der Musikszene von damals und heute.
Sogar das Foto habe ich schon vor Jahren gemacht. Dieses letzte Bild aus meinem Wirkungskreis zeigt ziemlich nüchtern, was nach 47 Jahren im Genossenschaftssektor materiell bleibt:
nicht mehr als ein wenig Müll in einem Papierkorb. 😉
Emotional ist die Bilanz eine andere.😍
Dort stehen die unsichtbaren Gewinne:
Format, Kompetenz, Reife – ideelle Werte.
Um die ordentlich unterzubringen, bräuchte man eigentlich einen mittleren Planeten.
Bevor ich nun den Regler nach unten ziehe und das Mikrofon endgültig im Maschinenraum des Pop aufbaue, ist es Zeit für ein offiziell klingendes Resümee:
Genossenschaftssektor,
es hat mich gefreut.
Ich bleibe dir treu.
Du mir ja auch.
Zumindest mit der Betriebsrente.
Wir hören uns. 🎸
Stay tuned. 🎤