Rübenrock

Rübenrock 🎸 Rübenrock ist mein Projekt zwischen Buch, Radio & Rockgeschichte. Also kauf Dir 'ne Gitarre und werde Rockstar! Rübenrock. Denn Krautrock war Gestern.
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Hier gibt’s Interviews, Anekdoten & Fundstücke aus dem Maschinenraum des Rock’n’Roll – direkt vom Niederrhein.
📻 Bekannt aus WDR Lokalzeit & „On the Rocks“. Die Siebziger Jahre - auf'm Dorf in der BRD:
Schützenfeste langweilen Dich und für Fußball bist Du zu schlau.

🫜 RÜBENROCK NACHRUFChris Rea – Der Mann auf der winterlichen LandstraßeManchmal spielt das Leben seltsame Akkorde.Du leg...
22/12/2025

🫜 RÜBENROCK NACHRUF
Chris Rea – Der Mann auf der winterlichen Landstraße

Manchmal spielt das Leben seltsame Akkorde.
Du legst – wie jedes Jahr – Driving Home for Christmas auf, stellst es ins Netz, denkst an Heimwege, Scheibenwischer, warme Küchenlichter.
Und plötzlich kommt die Nachricht: Chris Rea ist gegangen.

Das trifft. Still, aber tief.

Chris Rea war mehr als dieser eine Song, der uns jedes Jahr wieder einfängt wie Schneefall im Scheinwerferlicht.
Er war ein Straßenmusiker im besten Sinne:
Slide-Gitarre wie nasser Asphalt,
eine Stimme, als hätte sie schon ein paar Nächte zu viel im Regen gestanden,
Songs über Unterwegssein, Ankommen, Weiterfahren.

The Road to Hell, On the Beach, Josephine, Blue Café –
das waren keine Chart-Accessoires, sondern Wegmarken.
Musik für Leute, die wissen, dass Melancholie kein Defekt ist, sondern ein Zustand.

Und ja: Driving Home for Christmas.
Ein Lied, das längst größer war als sein Urheber – und ihn doch nie verraten hat.
Kein Lametta, kein Glockenspiel, sondern ein ganz einfacher Gedanke:
Ich bin unterwegs. Ich komme nach Hause.

Vielleicht ist das der Grund, warum dieser Song nie peinlich wurde.
Er ist kein Weihnachtssong – er ist ein Heimkehrsong.

Heute klingt er anders.
Nicht schwerer. Nur bewusster.

Gute Fahrt, Chris.
Die Straße endet nicht hier.

🫜🎸
Rübenrock
Music remembers.

🫜🎸 Zwei Heimspiele, ein DonnerhallDie Rübenrock Live-Alben des Jahres 2025Manchmal reicht ein Live-Album nicht.Manchmal ...
21/12/2025

🫜🎸 Zwei Heimspiele, ein Donnerhall

Die Rübenrock Live-Alben des Jahres 2025

Manchmal reicht ein Live-Album nicht.
Manchmal bebt die Rübenwüste, die Röhren glühen – und zwei Bands liefern gleichzeitig so ab, dass man den Siegerpokal teilen muss.

Der Doppelsieg geht an:

🌪️ Scorpions – Coming Home Live

Hannover, Heimkehr, 60 Jahre.
45.000 Stimmen, ein Set als Querschnitt durch sechs Jahrzehnte – von Speedy’s Coming bis Gas In The Tank. Keine Gäste, kein Risiko, maximale Wirkung.
Und dann Wind of Change – mit aktualisiertem Text, der Hoffnung nicht verklärt, sondern festhält. Stadionrock mit Haltung. Punkt.

🔥 Fargo – Live in ’25

Fünf Jahrzehnte nach Gründung – das erste Live-Dokument.
Classic Rock ohne Staubschutzfolie: kraftvoll, ehrlich, direkt.
Neue Songs neben alten Schwergewichten (I’m a Loser, Sole Survivor, Little Miss Mystery) – Frischzellenkur bestanden. Wer FARGO live erlebt, weiß warum.

Fazit:
Zwei Granden deutscher Rockgeschichte.
Zwei Heimspiele.
Ein Jahrgang, der zeigt: Live ist keine Nostalgie – live ist Gegenwart.

Anschnallen & Lautmachen. 🫜🎸



Rübenrock WeihnschtswunderLucifer’s Friend im Nachtstudio, WDR 1978Eigentlich wollte ich heute meine Beute des Vinylstre...
19/12/2025

Rübenrock Weihnschtswunder
Lucifer’s Friend im Nachtstudio, WDR 1978

Eigentlich wollte ich heute meine Beute des Vinylstreifzugs in Viersen zeigen, da spielt mir der Zufall gestern Abend faszinierendes in die Hände.

Ein altes, grünes BASF-Tape lag unscheinbar im Schrank meines Tabernakel-Tonstudios.

Einmal im Player stellt sich das Ganze als ein 40 minütiger Radiomitschnitt aus dem WDR Studio irgendwann Ende der 70er heraus.

Die Sensation: Lucifer‘s Friend, frisch mit Mike Starrs als Lawton-Ersatz. Live Immersion und in Hochform.

Wenn das kein Wink des Weihnachtsmanns ist.

Im Januar ein Lucifer‘s Friend Special in meiner Reihe On the R💎CKS mit Ausschnitten aus meinem langen Peter-Hesslein Interview.

Stay Safe, bleibt stabil and Ride the Sky!

Jochen Oberlack
Rübenrock 🫜
RockRadio Rommerskirchen

🖤 THIS IS SPINAL TAP – AND THIS IS A FAREWELLMit großer Bestürzung nehmen wir Abschied von Rob Reiner – Regisseur, Schau...
18/12/2025

🖤 THIS IS SPINAL TAP – AND THIS IS A FAREWELL

Mit großer Bestürzung nehmen wir Abschied von Rob Reiner – Regisseur, Schauspieler, Autor - und der Mann, der der Rockwelt einen ihrer klügsten Spiegel vorhielt.

Mit This Is Spinal Tap (1984) schuf Reiner nicht einfach eine Komödie, sondern ein kulturelles Seismogramm des Rock’n’Roll:

Verstärker, die bis elf gehen.
Egos, die größer sind als die Hallräume.
Und eine Liebe zur Musik, die selbst im Spott immer spürbar blieb.

Reiner war nicht nur der Regisseur –
er war Teil der Bandgeschichte:
als fiktiver Dokumentarfilmer mittendrin im Chaos, als Co-Autor mit feinem Gespür für Timing, Peinlichkeit und Wahrheit.

Spinal Tap lachte nicht über Rock –
es lachte aus dem Innersten des Rock heraus.

Dass sein Tod – gemeinsam mit seiner Ehefrau Michele Singer – so tragisch und unfassbar ist, macht diese Lücke nur schmerzhafter.

Zurück bleibt ein Werk, das Generationen von Musikern, Journalisten
und Plattensammlern geprägt hat.

Manche Filme werden Kult.
Andere werden Teil der Sprache.

This one goes to eleven.
Forever.

🖤










🎸 RÜBENROCK – Späte Wölfe, frühe BisseManchmal braucht Rockmusik einfach ein paar Jahrzehnte Anlauf.Seit dem epochalen A...
17/12/2025

🎸 RÜBENROCK – Späte Wölfe, frühe Bisse

Manchmal braucht Rockmusik einfach ein paar Jahrzehnte Anlauf.

Seit dem epochalen ARD-Film Eine Band namens Steppenwolf hat mich eine ausgewachsene Steppenwolf-Mania erwischt.
Ich geb’s offen zu: Diese Band hat bei mir jahrzehntelang keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Born to Be Wild? Ja, klar. Kennt man. Hakt man ab. Legt man weg.

Bis jetzt.

Denn plötzlich klickt es.
Nicht wegen Nostalgie – sondern wegen der Vita dieser Musiker, die mehr Roadmovie als Rocklexikon ist:
Exil, Umwege, Brüche, Neustarts. Eine Band, die nie bequem war und genau deshalb heute wieder gefährlich klingt.

Auf einem kleinen Streifzug durchs westfälische Hinterland – Dortmund, Secondhand, leicht modriger Vinylgeruch – habe ich mir gleich mehrere Exemplare losgeeist:
For Ladies Only, Monster, Steppenwolf 7 … und der Wolf auf dem Cover knurrt mich jetzt jeden Abend an.

Ergebnis:
Diese Platten laufen hier gerade in Heavy Rotation.
Und ich frage mich, warum manche Musik erst dann zu einem spricht, wenn man selbst ein paar Kratzer mehr hat.

Späte Liebe?
Vielleicht.
Aber definitiv eine echte. 🐺🖤




On The Rocks – Archive Edition: Steve NardelliA newly presented conversation on the early days of The Syn and Swinging L...
16/12/2025

On The Rocks – Archive Edition: Steve Nardelli

A newly presented conversation on the early days of The Syn and Swinging London

This episode of On The Rocks revisits a remarkable archive conversation with Steve Nardelli, co-founder of The Syn and a key witness to the London music scene of the mid-1960s.

Steve looks back on playing the Marquee Club, including the night The Syn opened for Jimi Hendrix at his very first UK appearance – with all four Beatles in the front row and Eric Clapton left visibly stunned by what he was hearing.

The conversation traces the wider world around The Syn:
Swinging London, the UFO Club, Tottenham Court Road, friendships with Cat Stevens – and the cultural moment from which YES would later emerge.

I’m very pleased to make this newly presented archive episode available again as part of On The Rocks.

🎧 Listen here:
👉 https://www.nrwision.de/mediathek/on-the-rocks-steve-nardelli-and-the-story-of-the-syn-251216/ #

Jochen Oberlack
On The Rocks – RockRadio Rommerskirchen (NRWision)

In dieser englischsprachigen Ausgabe von "On The Rocks" reist Moderator Jochen Oberlack zurück ins London der 1960er-Jahre: Beat-Wettbewerbe, wilde Nächte – und ein Club, der Musikgeschichte schrieb: das "Marquee". Dort stand Gast Steve Nardelli mit seiner Band "The Syn" im Vorprogramm von Jimi ...

🎄 Eine weihnachtliche Leseempfehlung – ohne LamettaManche Bücher eignen sich nicht nur für den Nachttisch, sondern auch ...
14/12/2025

🎄 Eine weihnachtliche Leseempfehlung – ohne Lametta

Manche Bücher eignen sich nicht nur für den Nachttisch, sondern auch für den Gabentisch.
Rübenrock ist so eines.

Nicht, weil es laut ist – sondern weil es bleibt.

Jochen Oberlack erzählt darin die Geschichte einer Musikszene, die selten im Rampenlicht stand, aber umso heller gebrannt hat: Bands, Proberäume, Jugendzentren, Träume zwischen Ackerland und Autobahnkreuzen. Rockmusik aus der Provinz – erzählt von innen, mit Respekt, Neugier und einem feinen Gespür für die Menschen hinter den Gitarren.

Dass Rübenrock inzwischen in allen regionalen Zeitungen, in Musikmagazinen wie eclipsed und GoodTimes, im Lokalradio und sogar im WDR-Fernsehen besprochen wurde, sagt viel – aber nicht alles. Denn Lob lässt sich abdrucken. Haltung nicht.

Dieses Buch ist keine nostalgische Rückschau und kein Szene-Lexikon, sondern eine Hommage an das Selbermachen, an jugendlichen Überschwang, an Fehlstarts, Umwege und diese eine große Idee:
Vielleicht klappt es ja!

Ein Geschenk für Menschen,
• die Musik lieben
• die sich für regionale Geschichte interessieren
• oder die wissen, dass Rock’n’Roll nicht nur in Metropolen entsteht.

Rübenrock – Die Dokumentation der Musikszene am Niederrhein
440 Seiten · 24,90 €
Erhältlich bei Edition Steffan, in jeder Buchhandlung – und überall dort, wo es Bücher gibt.

Kein lautes Weihnachtsgeschenk.
Aber eines, das lange nachklingt. 🎸🫜

Rübenrock 🫜 Alles muss raus! 🛍️✨ Wenn Woolworth glänzteDie Philadelphia-Illusion aus der Budget-KisteWenn in den 70er Ja...
13/12/2025

Rübenrock 🫜 Alles muss raus!
🛍️✨ Wenn Woolworth glänzte

Die Philadelphia-Illusion aus der Budget-Kiste

Wenn in den 70er Jahren Schallplatten über den Verkaufstresen bei Woolworth wanderten, waren es oft: Billigplatten von EUROPA.

Schön eingeschweißt in Plastikfolie,
glänzend wie kleine Song-Diamanten unter Neonlicht. So auch dieses Kleinod mit dem vielsagenden Namen Philly Sound.

Die Platte nimmt eine Kurzzeit-Mode der Siebziger aufs Korn – den opulenten, überbordenden Philadelphia-Sound:
Streicher satt, Bläser deluxe, darunter ein fetter Groove, funky, treibend, luxuriös.

Man könnte auch sagen: Proto-Disco.

Kein Wunder also, dass die Budget-Strategen in Quickborn sofort angebissen haben.
Ihre eigene Version von „Philadelphia“ entstand – natürlich mit Studiomusikern und
natürlich im Keller von Joe Menke in Maschen.

Gefunden habe ich die Platte für zwei Euro im Second-Hand-Laden. Das Beste daran:
👉 sie war noch original verschweißt – nach über 50 Jahren.

Die Bandnamen Hiltonaires und Air Mail sind noch zu entschlüsseln. Das geschieht in meiner fünfteiligen Radio-Reihe „Alles muss raus!“,

ab Januar bei Radio 70 Bremen.

🫜🎶
Jochen Oberlack
Rübenrock
RockRadio Rommerskirchen





11/12/2025

Die bunte Welt der Billigplatten.

🥕 RÜBENROCK ON AIR –  Im JANUARK-TELEin Name wie ein Versprechen – und eines der erfolgreichsten Plattenlabels der Siebz...
11/12/2025

🥕 RÜBENROCK ON AIR – Im JANUAR

K-TEL
Ein Name wie ein Versprechen – und eines der erfolgreichsten Plattenlabels der Siebzigerjahre.

Ein Imperium aus Lizenzen, zurechtgestutzten Originalversionen und Plattenhüllen, die aussahen wie die große Schwester der Waschmittelwerbung.

Hinter all dem stand Phillip Kives, ein Mann, der eigentlich Küchenutensilien verkaufte – und dann für ein paar Jahre die Musikwelt auf links drehte.

Im Januar könnt ihr die ganze Geschichte hören:

die K-Tel-Story, den gnadenlosen Wettbewerb mit Arcade, und wie aus Ramsch plötzlich Popgeschichte wurde.

Alles im Rahmen meiner neuen fünfteiligen Reihe „Alles muss raus – Budget Music“ bei Radio 70 Bremen.

Fünf Episoden. Eine Woche. Ein ganzes Universum.
Mehr Details folgen.

Act now – before it’s too late!

🥕 RÜBENROCK INVESTIGATIVK-Tel: Wenn Pop-Art, Postkarten und Preisbrecher aufeinanderprallenHeute im Maschinenraum:eine k...
10/12/2025

🥕 RÜBENROCK INVESTIGATIV

K-Tel: Wenn Pop-Art, Postkarten und Preisbrecher aufeinanderprallen

Heute im Maschinenraum:

eine kleine, grelle Zeitreise in die Welt von K-Tel – dorthin, wo Cartoon-Covers, „Bonus Dollars“ und Geld-zurück-Garantien sich die Hand gaben.

Sampler, die aussahen, als wäre Wimbledon auf L*D gemalt worden – und als Beilage ein Dollar-Schein aus Papier, den man wie eine Aktie verschicken durfte.

Zwischen all dem Irrsinn fand ich:

knallige Covers, wilde Illustrationen, garantiertes Rückgaberecht
– und einen ganzen Kosmos, der nur eine Sprache sprach:

„More Music – More Fun – More Everything.“

Morgen gibt’s den Deep Dive.
Heute nur der Vorgeschmack.
Bleibt angeschnallt. 🎛️✨

Adresse

Rommerskirchen
41569

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Rockidylle. Das Buch.

Hallo Leser*in, ich bin Jochen Oberlack und wir werden uns hier näher kennenlernen. Ich werde für Sie aus dem Grau der Menschenmassen, die einem tagtäglich begegnen, heraustreten und Farbe bekommen. Hoppla, das war nun erst der zweite Satz und ich habe bereits zweimal geflunkert. Das kann ja heiter werden! „Menschenmassen“ sind nämlich in der Region um die es in dieser Geschichte geht, nicht zu erwarten. Der ländliche Raum zeichnet sich eher durch eine Art von geselliger Gleichgültigkeit rund um die großzügig parzellierten Einfamilienhäuser aus. Zudem ist diese Welt in den 1970er Jahren alles andere als grau – sie ist geradezu schillernd bunt. Orange war nicht länger eine Zumutung, sondern die Farbe der Schlipse von Bankangestellten und Gemeindebeamten. Am Liebsten groß gemustert und auch noch passend zum lila Kaftankleid der Herzdame. Einige ältere Jugendliche, nämlich die 18-, 19- und 20jährigen wurden erst 1975 auf einen Schlag erwachsen. Die Volljährigkeit wurde per Dekret von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt. Fröhliche Zeiten für die heranreifenden Rockmusiker*innen.

Dem allgemeinen Wohlstand der Zeit ist auch ein Teil der Liberalität geschuldet, welche zumindest in den größeren Städten der „BRD“ längst Einzug gehalten hatte. Sogar Damenfußball war seit 1970 erlaubt, wenn auch von der Männerwelt belächelt - im günstigsten Fall. Auf W***y Brandt folgte Helmut Schmidt als Kanzler, das kannte man bis dahin nicht. Selbst auf dem Land fielen die Wahlergebnisse für die sieggewohnte CDU etwas spärlicher aus, oftmals landete man gar bei unter 60% der Wählerstimmen. War man nun auf dem Land geboren und nicht etwa im benachbarten, aber unerreichbaren Düsseldorf oder gar in der Dom-Metropole Köln, gab es für den engagierten Mittelklasse-Schnösel ziemlich genau zwei Möglichkeiten, die Damenwelt zu beeindrucken. Entweder als Mittelstürmer des örtlichen Fußballvereins oder - traditionsbewusst - als Unteroffizier im Schützenverein. Wenn man nun auf dem Gebiet der Körperertüchtigung Grenzanbieter war und zudem die obligatorische Messdienerkarriere, welche in gerader Linie in die Vereinsmeierei des „Glaube Sitte Heimat“-Komplexes führte erfolgreich mied, wurde es schnell knapp mit den eigenen Alternativen. Ein Blick in die Bravo, die Sounds oder in das gar nicht immer so dürftige Programm der öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten wies hinaus in eine mögliche, bessere Zukunft: Eine Rockstarkarriere! Nur ein einziger Blick auf den Glitzeranzug des beliebten Mädchenschwarms Marc Bolan von T. Rex machte das klar. In den 1970er Jahren war die Rockmusik durchaus noch Ort für alternative Lebensentwürfe und –ganz anders als heute – gleichzeitig Verheißung und Statement; ein Distinktionsgewinn, entstanden aus der Abgrenzung vom Establishment: Ich bin nicht so wie ihr! Sicher, viele Musiker*innen sind einfach verklärt dem Ruf des Glamours gefolgt und haben von der großen Karriere mit Geld, Reisen und Groupies geträumt. Den weitaus meisten Mädchen und Jungen war aber vermutlich bewusst, dass die eigene Band das kaum erreichen kann. Statt dessen wurde der in Mode kommende do-it-yourself Gedanke bedient. Sich engagieren, selber zur Gitarre greifen, eine Bühne suchen und besetzen! Das war Grund genug, eine „Gruppe aufzumachen“. Den meisten war klar, am Ende würde das oft mittelprächtige Gerocke doch nur wieder in eine bürgerliche Existenz führen. Zumindest bei mir ist das genauso gewesen. Aber es galt eben nicht für alle! Außerdem blieb das Leben abseits der eingefahrenen Pfade nicht ohne Wirkung; für das damals so betitelte „Spießbürgertum“ war man verloren. Für immer. Begeben wir uns also in die Zeit von Glam-, Progressive- und Krautrock. Vorgetragen von den musikalischen Protagonisten unseres schönen Landstriches. Hier bei uns zu Hause. Zwischen Kühen, Rübenfeldern und Schützenhallen. Willkommen in der Rockidylle.