21/05/2026
Der schlimmste Fehler unserer Generation? Zu glauben, Härte macht Kinder stark.
Mein Pubertier zeigt mir das seit Monaten aber ich hab‘s nicht verstanden.
Früher dachte ich, ich muss gegenhalten.
Ich muss streng sein.
Hart sein.
Kontrolle haben.
Ihm noch mehr Grenzen setzen.
Mich dagegen aufstellen und ihm zeigen, wer hier der Chef ist.
Kennst du das?
Dieses Gefühl, dein Kind muss auf dich hören.
Deiner Anweisung Folge leisten.
Sonst verschwimmen Grenzen, sonst entzieht er sich dir.
Irgendwann habe ich angefangen, mich zu hinterfragen.
Was und woher kommen diese Glaubenssätze in mir?
Was passiert eigentlich in ihm?
Warum diskutiert er?
Warum macht er dicht?
Warum explodiert er?
Warum ist er genervt?
Warum ist er manchmal so hart, zu uns und zu sich?
Was geht eigentlich wirklich in ihm vor?
Dann habe ich verstanden:
Vielleicht braucht er gerade nicht noch mehr Kampf. Vielleicht braucht er gerade das Gegenteil von dem, wie er sich zeigt.
Einen ruhigen Hafen in einer rauen See.
Liebe.
Geborgenheit.
Gehalten werden.
Verständnis.
Jemanden, der nicht gegen ihn kämpft, sondern mit ihm.
Ihn sieht und ihm hilft, sich selbst zu sehen, sich ernst zu nehmen, sein Nervensystem zu beruhigen und auf seine Gefühle zu reagieren.
Und ehrlich: Das war ein verdammt langer und harter Weg für mich zu erkennen, dass meine Härte, meine Muster, meine Glaubenssätze und all die Stimmen von außen gar nicht das widerspiegeln, was ich eigentlich fühle und möchte.
Seitdem ich das verstanden habe, arbeite ich an mir. Nicht an ihm.
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Hi, ich bin Franzi, 41.
Und zum ersten Mal in diesem Leben Mama.