15/10/2025
[GER]
Edit: Die SPD hat im letzten Moment einen Rückzieher gemacht.
Aber alleine die Debatte zeigt wie fernab von der Realität Betroffener Politik stattfindet.
Die sogenannten Sozialdemokraten der SPD und die angeblich christlichen Politiker der Union arbeiten aktuell an einer neuen Wehrpflicht.
Erst freiwillig, sagen sie.
Und wenn sich nicht genug junge Menschen melden — nun, dann entscheidet das Los.
Eine Lotterie über Menschenleben.
Ein bisschen wie in dem Fantasy-Roman "Die Tribute von Panem".
Ein Land, das jungen Menschen nichts zu bieten hat.
Keine Perspektive.
Keine Chancengleichheit.
Keine Sicherheit im Alter.
Aber jede Gelegenheit nutzt, sie weiter zu beschimpfen, zu verurteilen und klein zu machen.
Selbst bei dieser sogenannten Freiwilligkeit werden es nicht die Kinder der Reichen sein.
Es werden Arbeiterkinder sein.
Es werden die Kinder von Migranten sein,
die aus wirtschaftlicher Not, aus Angst vor Armut,
vor sozialem Abstieg, aus Perspektivlosigkeit
den Dienst in Uniform wählen werden.
Weil dieser eine der letzten vermeintlichen Chancen ist
auf Teilhabe in diesem Land.
Auf eine Zukunft in diesem Land.
Auf ein Leben ohne Existenzangst.
Dieses Land erwartet ernsthaft Begeisterung junger Menschen
für den Dienst in Uniform,
für Einsätze in Konflikten, die nicht die ihren sind,
für Interessen, die nicht die ihren sind,
für ein Land, das sich kaum weniger für sie interessieren könnte.
Vielleicht brauchen wir in der Politik weniger alte, weiße Männer,
die sich im Spiegel ihrer Macht bewundern.
Und weniger Selbstdarsteller wie ein Markus Söder,
die sich lieber selbst inszenieren, als reale Probleme zu lösen.
Wir brauchen eine Politik,
die sich mit den realen Herausforderungen dieses Landes beschäftigt.
Nicht mit dem von rechts kommenden Kulturkampf,
der sich durch die politische Mitte frisst wie ein Gift,
das von Merz und Co. befeuert wird.
Wir brauchen eine Politik,
die allen Menschen Gerechtigkeit, Sicherheit und Frieden ermöglicht.
Nicht eine, die die junge Generation
in gefährliche Konflikte für politische oder wirtschaftliche Interessen schickt,
die nicht ihre eigenen sind.