10/04/2026
1000 Dank an Norman für das tolle Review!
In der düsteren Klangküche von Nite Impetus aka Johnny Kloppstock wurde mal wieder nicht lange gefackelt. Mit „The Old Haunted House“ steht schon das nächste Release in den Startlöchern und knüpft nahtlos an den Output der letzten Monate an. Man merkt einfach, der Mann hat Bock und vor allem einen ziemlich klaren Film im Kopf, was Sound und Ästhetik angeht. Auch diesmal bleibt er seinem Konzept treu. Kurze EP, kompakt gehalten, keine unnötigen Spielereien, dafür genau das, was man von Nite Impetus erwartet, düstere Surf-Vibes, viel Hall und diese unterschwellige Unruhe, die sich durch alle Tracks zieht. Es wirkt weniger wie drei einzelne Songs, sondern eher wie ein zusammenhängender Trip durch ein verlassenes Gebäude, irgendwo zwischen B-Movie und nächtlicher Kopfkino-Session.
Der Titeltrack „The Old Haunted House“ gibt direkt die Richtung vor. Verwaschene Gitarren treffen auf eine Atmosphäre, die sich langsam aufbaut, ohne jemals wirklich auszubrechen. Alles bleibt kontrolliert, fast schon zurückhaltend, aber genau das sorgt für diesen Sog, der sich nach und nach entfaltet. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert und genau dieses Gefühl macht den Reiz aus. Generell setzt Kloppstock hier wieder stark auf Stimmung statt auf große Hooks. Die Songs leben von kleinen Details, Wiederholungen und feinen Nuancen. Das kann einen komplett reinziehen, wenn man sich drauf einlässt, sorgt aber auch dafür, dass die Tracks stellenweise ineinander verschwimmen. Ein Moment der sich bei mir festgesetzt hat, findet sich in „A Silent Echo“, der mit seiner melancholischen Grundstimmung den Abschluss bildet.
Dafür funktioniert die EP umso besser als Gesamtwerk. Vor allem nachts, mit Kopfhörern, entfaltet sich dieser typische Nite-Impetus-Vibe irgendwo zwischen entspannt und latent unheimlich. Genau die Art von Sound, die perfekt zu leeren Straßen, flackernden Laternen und leicht paranoiden Gedanken passt. Unterm Strich liefert Nite Impetus hier genau das ab, was man erwartet und wirkt vielleicht sogar ein Stück konsequenter als zuvor. Weniger eingängig als manch älteres Material, dafür dichter in der Atmosphäre. Wer auf diesen Dark-Surf/Lo-Fi Horror Vibe steht, wird definitiv wieder abgeholt. Bleibt nur zu hoffen, dass bei dem Output irgendwann wirklich ein Full-Length-Album um die Ecke kommt. Stoff dafür ist mehr als genug da. Zu diesem Release gibt es wieder sieben Zoller in schwarz und lila, jeweils limitiert, also ran an die Buletten.