03/10/2026
Albanien.
Die Fotos auf meinem Handy zeigen ein Paradies: superliebe Menschen, spektakuläre Wasserfälle, mega sweete Hunde und Katzen, türkisblaues Wasser, …
Was sie nicht zeigen, sind
die blutüberströmten Hunde- und Katzenkadaver auf den Straßen.
Die Menschen, die ohne Gliedmaßen auf dem glühenden Asphalt einer Kreuzung betteln.
Die Waldbrände, die kilometerweit zu sehen sind.
Die Müllberge an Flussmündungen.
Das 14-jährige Mädchen, das jeden Tag nach der Schule im Gasthaus ihrer Familie arbeitet.
Die Mutter, die versucht, mit 150 Euro Gehalt vier Kinder zu ernähren.
Die Proteste gegen Korruption, Umweltzerstörung und die Bereicherung von Oligarchen.
Den Overtourism, der viele Orte ächzen lässt.
Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen.
Albanien ist ein Paradies – für alle, die es sich leisten können. Für Camper:innen wie mich zum Beispiel.
Während Berufsfahrer:innen teilweise nicht wissen, wie sie die Mehrkosten durch den stark gestiegenen Dieselpreis tragen sollen, bin ich mit meiner Rostschüssel einfach durchs Land gedüst.
Meine neue Freundin habe ich schnell ins Herz geschlossen, dann aber nach ein paar Tagen wieder verabschiedet, um mein nächstes Ziel anzusteuern. Während ich weiterfahre, bleibt sie zurück – zwischen Trauer um einen verstorbenen Verwandten, Schule und Arbeit.
An den besonders beeindruckenden Naturschauplätzen war ich genervt von der Masse an Insta-Tourist:innen, die mit Schminkkoffer statt Wanderschuhen daherkamen und jede noch so idyllische Kulisse zum Shooting-Schauplatz machten. Was für mich einfach nervig war, bedeutet hier potenzielle Zerstörung atemberaubender Natur.
Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen …
Albanien hat so viele Eindrücke bei mir hinterlassen.
Deshalb möchte ich vor allem eines sagen:
Danke, dass ich zu Gast sein durfte