30/04/2026
Am 1. Mai 1886 streikten Arbeiter:innen in Chicago für den Acht-Stunden-Tag. Menschen starben dafür. Heute grillen wir. Das ist kein Vorwurf. Aber vielleicht ein Symptom.
Die Mai-Ausgabe des Megaphon stellt Arbeit in den Fokus. Julia Reiter schreibt im Editorial darüber, was Arbeit mit uns macht und warum aus einem Kampftag ein Feiertag wurde.
Lee Sommer begleitet Marion durch einen Alltag, der nie endet: zwischen unsichtbarer Care-Arbeit, Mental Load und einem Gender-Care-Gap, der sich statistisch kaum schließt. Die passenden Zahlen dazu gibt es in der Zahlen-Rubrik. Und die Tipps für Mai sind auch dabei.
Claudio Niggenkemper erzählt von Jamie, der aus Nigeria kommt, in Graz studiert und das Megaphon verkauft. Er fährt extra nach Salzburg, für ein Vorstellungsgespräch, für eine Stelle als Tellerwäscher. Nicht weil er keine anderen Ambitionen hätte. Sondern weil ein Job endlich etwas Luft bedeutet hätte. Er erfährt erst dort, als er bereits sitzt, dass die Stelle schon vergeben ist. Ein Händeschütteln später fährt er wieder nach Hause.
Und Michael Zakary ist wieder bei Uju Agatha, die um acht Uhr morgens bereits im Deutschkurs sitzt, ihre Söhne längst in Kindergarten und Schule gebracht hat und trotzdem voller Energie ist.
Dazu: Dunja Karanovic über Bullsh*t-Jobs, KI und das Futurismus-Manifest 2.0. Laurin Lang über Autismus, ADHS und warum ein leiser E-Bus mehr verändert als man denkt. Kurt Remele über César Chávez. Andreas Reiter über Fairness im globalen Handel. Eva Renner über Arbeit zwischen Straße und Büro.
Und Resi Reiner in „3 Fragen an" über das, was sie machen würde, wenn Geld keine Rolle spielen würde.
Arbeit ist längst mehr als das halbe Leben. Für manche ist sie der einzige Weg rein. Für andere der, der raus führt.
Megaphon kaufen. Lesen. Einordnen.
50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.
📷 Foto/Cover: Thomas Raggam
👩🏻💻 Grafik: Kristina Kurre