MEGAPHON

MEGAPHON Straßenzeitung und soziale Inititative. Das MEGAPHON ist eine Straßenzeitung und soziale Initiative in Graz sowie ausgesuchten Orten in der Steiermark.

Es wird von Menschen mit Migrationshintergrund monatlich verkauft - die Hälfte des Betrages geht dabei an den:die Verkäufer:in. Monthly mag, sold by people in need. Member of .

„Er hilft eh im Haushalt..."Um fünf Uhr steht Marion auf. Nicht weil die Arbeit beginnt. Sondern weil der Tag vorher sch...
11/05/2026

„Er hilft eh im Haushalt..."

Um fünf Uhr steht Marion auf. Nicht weil die Arbeit beginnt. Sondern weil der Tag vorher schon beginnt. Frühstück richten, Jause packen, Kinder wecken, in den Kindergarten bringen, pendeln. Erst dann das, was offiziell als Arbeit gilt.
Nach dem Büro fängt der nächste Schicht an. Abholen, kochen, Termine im Kopf sortieren, To-do-Listen schreiben. Marion nennt es schlicht: „Es ist einfach die Summe an Aufgaben."

Lee Sommer hat Marion durch einen Alltag begleitet, der unsichtbar bleibt. Und hat mit der klinischen Psychologin Theresa Deutinger gesprochen, die täglich sieht, was das mit Frauen macht.

Megaphon kaufen. Lesen. Hinschauen.
50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.

✍️ Text: Lee Sommer ._.sommer
📷 Foto: Lee Sommer ._.sommer
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Zahlen, bitte.4 Stunden unbezahlte Care-Arbeit täglich. So viel leisten Frauen in Österreich im Schnitt. Männer: 2,5 Stu...
07/05/2026

Zahlen, bitte.

4 Stunden unbezahlte Care-Arbeit täglich. So viel leisten Frauen in Österreich im Schnitt. Männer: 2,5 Stunden.
Das sind 547,5 Stunden Differenz im Jahr.
Darunter fällt alles, was außerhalb der Erwerbsarbeit anfällt: Haushalt, Kochen, Kinderbetreuung, Pflege. Arbeit, die kaum jemand sieht. Und noch seltener bezahlt wird.

Megaphon kaufen. Lesen. Einordnen.
50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.

✍️ Text: Lee Sommer
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

„Und was machst du so?"Aus Angst vor dieser Frage ist Julia Reiter  früher „zufällig" aufs Klo verschwunden.Im Editorial...
05/05/2026

„Und was machst du so?"

Aus Angst vor dieser Frage ist Julia Reiter früher „zufällig" aufs Klo verschwunden.

Im Editorial schreibt Redakteurin Julia Reiter über Arbeit als Maßstab, an dem wir uns selbst messen und gemessen werden. Über Burnout als Kollektiverfahrung. Und darüber, dass am 1. Mai 1886 Menschen für den Acht-Stunden-Tag starben. Heute grillen wir.
Das ist kein Vorwurf. Aber vielleicht ein Symptom.

Megaphon kaufen. Lesen. Einordnen. 50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.

✍️ Text: Julia Reiter
✒ Illustration: Lena Wurm .at
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Am 1. Mai 1886 streikten Arbeiter:innen in Chicago für den Acht-Stunden-Tag. Menschen starben dafür. Heute grillen wir. ...
30/04/2026

Am 1. Mai 1886 streikten Arbeiter:innen in Chicago für den Acht-Stunden-Tag. Menschen starben dafür. Heute grillen wir. Das ist kein Vorwurf. Aber vielleicht ein Symptom.

Die Mai-Ausgabe des Megaphon stellt Arbeit in den Fokus. Julia Reiter schreibt im Editorial darüber, was Arbeit mit uns macht und warum aus einem Kampftag ein Feiertag wurde.

Lee Sommer begleitet Marion durch einen Alltag, der nie endet: zwischen unsichtbarer Care-Arbeit, Mental Load und einem Gender-Care-Gap, der sich statistisch kaum schließt. Die passenden Zahlen dazu gibt es in der Zahlen-Rubrik. Und die Tipps für Mai sind auch dabei.

Claudio Niggenkemper erzählt von Jamie, der aus Nigeria kommt, in Graz studiert und das Megaphon verkauft. Er fährt extra nach Salzburg, für ein Vorstellungsgespräch, für eine Stelle als Tellerwäscher. Nicht weil er keine anderen Ambitionen hätte. Sondern weil ein Job endlich etwas Luft bedeutet hätte. Er erfährt erst dort, als er bereits sitzt, dass die Stelle schon vergeben ist. Ein Händeschütteln später fährt er wieder nach Hause.

Und Michael Zakary ist wieder bei Uju Agatha, die um acht Uhr morgens bereits im Deutschkurs sitzt, ihre Söhne längst in Kindergarten und Schule gebracht hat und trotzdem voller Energie ist.

Dazu: Dunja Karanovic über Bullsh*t-Jobs, KI und das Futurismus-Manifest 2.0. Laurin Lang über Autismus, ADHS und warum ein leiser E-Bus mehr verändert als man denkt. Kurt Remele über César Chávez. Andreas Reiter über Fairness im globalen Handel. Eva Renner über Arbeit zwischen Straße und Büro.

Und Resi Reiner in „3 Fragen an" über das, was sie machen würde, wenn Geld keine Rolle spielen würde.

Arbeit ist längst mehr als das halbe Leben. Für manche ist sie der einzige Weg rein. Für andere der, der raus führt.

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50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.

📷 Foto/Cover: Thomas Raggam
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Von 0 auf 400.000.Susanne Siegert hat 2020 aus privatem Interesse begonnen, über ein ehemaliges KZ-Außenlager in ihrer H...
27/04/2026

Von 0 auf 400.000.

Susanne Siegert hat 2020 aus privatem Interesse begonnen, über ein ehemaliges KZ-Außenlager in ihrer Heimat zu recherchieren. Heute folgen ihr auf Instagram und TikTok mehr als 400.000 Menschen.

Im Interview spricht sie darüber, warum Freundschaften für sie das Fundament von allem sind, was sie antreibt und wovor sie schützt. Über den Titel, den ihre Lebensgeschichte tragen würde. Und darüber, was ein gutes Leben für alle bedeutet.
„Ein gutes Leben für alle ist ein Leben, in dem Menschen wirklich frei entscheiden können. Frei in dem Sinne, dass Geld, Religion oder Herkunft nicht bestimmen, welche Chancen jemand hat."

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📷 Foto: Ina Lebedjew
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

25/04/2026

Happy Birthday Dust City Rollers! 🥳🛼

Zu ihrem zehnten Jubiläum veranstaltet das Grazer Roller Derby Team ein internationales Tunier-Wochenende.

Der erste Tag wurde erfolgreich, mit guter Laune und extrem spannenden Spielen über die Bühne gebracht. 🤩

Außerdem hat .cabarella anlässlich des 10. Jubiläums den Sport Roller Derby und das Grazer Team unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Dust City Rollers verbindet ein unzerbrechlicher Teamgeist. Wenn du mehr darüber erfahren willst kannst du das April-Megaphon noch bis Ende des Monats kaufen! 🙌

🎥 Kamera/Schnitt/Interview: Lee Sommer ._.sommer 📷 Foto:
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

gemeinschaft sport feminismus inklusion chosenFamily straßenmagazin starkesteiermark

Becky presst ihren Zeigefinger gegen die Schaufensterscheibe.Dahinter: leere Räume. Neun Jahre lang hatte sie hier ihren...
24/04/2026

Becky presst ihren Zeigefinger gegen die Schaufensterscheibe.

Dahinter: leere Räume. Neun Jahre lang hatte sie hier ihren Haarsalon. Wohnte im Stockwerk darüber. Arbeitete fast immer Überstunden. An Urlaub dachte sie nie. Dann ging sie pleite.

Heute verkauft sie das Megaphon vor dem Hofer. Wenn die Leute ihr schiefe Blicke zuwerfen, sagt sie manchmal: „Ich schäme mich für nichts. Ich hatte auch mal ein Business."

Becky ist 59. Sie kam 2001 aus Nigeria nach Österreich, aus einer Ehe, die sie nicht mehr ertragen konnte. Sie ließ ihre Kinder zurück. Wollte sie nachholen. Durfte es nur mit einer. Ihre jüngsten zwei Enkelkinder kennt sie nur über Video.
Marina Klimchuk hat wochenlang versucht, Becky zu treffen. Immer wieder kam etwas dazwischen. Diese Geschichte lohnt das Warten.

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✍️ Text: Marina Klimchuk
📷 Foto: Thomas Raggam
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Für das Büro, die Lobby, das Wartezimmer oder einfach weil Solidarität eine gute Investition ist. Mit dem Solidaritäts-J...
22/04/2026

Für das Büro, die Lobby, das Wartezimmer oder einfach weil Solidarität eine gute Investition ist. Mit dem Solidaritäts-Jahresabo von Megaphon unterstützt ihr als Unternehmen direkt unsere 270 Verkäufer:innen und den Megafonds. 1 Euro pro Tag, 12 Ausgaben im Jahr, steuerlich absetzbar.

- Jetzt erhältlich auf megaphon.at

Megaphon lesen und dabei etwas bewegen. 📰

📷 Foto: Karin Danninger
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

„Viele kommen eigentlich nicht wegen dem Sport. Sondern weil sie eine Community suchen."Roller Derby ist hart. Stürze, V...
20/04/2026

„Viele kommen eigentlich nicht wegen dem Sport. Sondern weil sie eine Community suchen."

Roller Derby ist hart. Stürze, Verletzungen, blaue Flecken. Und trotzdem entsteht bei den Dust City Rollers in Graz etwas, das dazu kaum passen will: ein Raum, in dem unterschiedliche Körper und Lebensrealitäten Platz haben.
Diesen April feiert das Team sein zehnjähriges Bestehen. Gegründet von zwei Schwestern aus Hartberg, die mit einem Facebook-Post und ein paar geliehenen Rollschuhen begannen. Heute sind sie vierzig.

Redakteurin Julia Reiter hat das Team begleitet, war in der Umkleide dabei, auf dem Training, in den Gesprächen danach. Entstanden ist eine Geschichte über Sport, Fürsorge und darüber, was Gemeinschaft wirklich bedeutet.

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50 % des Preises bleiben bei den Verkäufer:innen, direkt und fair.

✍️ Text: Julia Reiter
📷 Foto: Johanna Lamprecht
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Fünf Sicherheitstüren. Ein Raum. Ein Fallbeil.Im Untergeschoss des Landesgerichts Graz, Conrad-von-Hötzendorf-Straße 41,...
15/04/2026

Fünf Sicherheitstüren. Ein Raum. Ein Fallbeil.

Im Untergeschoss des Landesgerichts Graz, Conrad-von-Hötzendorf-Straße 41, wurden im Dezember 1944 Menschen hingerichtet. Menschen, die desertierten. Die Widerstand leisteten. Die mit ihrem Leben bezahlten.

Willi Burtscher und Martin Rüscher, Bruder und Verlobter von Delphina Burtscher aus dem Großen Walsertal, waren zwei von ihnen. Sie wurden namenlos am Zentralfriedhof verscharrt. Heute gibt es dort ein Mahnmal. Es ist nur nach Voranmeldung zugänglich, begleitet von der Justizwache. Vollständig gefliest. Mit einem Abfluss im Boden.

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✍️ Text: Claudio Niggenkemper & Lee Sommer ._.sommer
✒ Illustration: Lena Wurm .at
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

Zahlen, bitte.1.986 rechtsextreme Delikte wurden 2025 in Österreich zur Anzeige gebracht.Das sind 33,6 Prozent mehr als ...
11/04/2026

Zahlen, bitte.

1.986 rechtsextreme Delikte wurden 2025 in Österreich zur Anzeige gebracht.
Das sind 33,6 Prozent mehr als 2024, doppelt so viele wie 2020. Über 90 Prozent der angeklagten Täter:innen sind männlich, 81 Prozent österreichische Staatsbürger:innen.

Diese Zahlen zeigen eine Gesellschaft, die sich radikalisiert. Und eine Politik, die darauf keine klare Antwort findet: Die aktuell umfragestärkste Partei distanziert sich weiterhin nicht von rechtsextremen Gruppen.

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✍️ Text: Sarah Paul
👩🏻‍💻 Grafik: Kristina Kurre

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Mariengasse 24
Graz
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