12/09/2026
Die HOZ wieder unterwegs
Es wird ein Wein gewesen sein …
Im Stadtmuseum wurde am Donnerstag, den 10. September 2026, um 19.00 Uhr die nächste Schatzkiste – nach den Themen „Persönlichkeiten“ und „Gewerbe“ geöffnet.
Das Thema passt zur aktuellen Weinlesezeit!
Schon das Ankommen im Innenhof der Alten Hofmühle vermittelt ein besonderes, schönes Gefühl. Zur Ausstellungseröffnung Schatzkiste geht es dann in den ersten Stock des Stadtmuseum Hollabrunn hinauf.
Dort wartet schon Kustodin und Obfrau des Museumsvereins Mag. Patrizia Mantler-Stockinger, um die kleine Runde an interessierten Leuten zu begrüßen. In der 3. Schatzkiste geht es um die Rolle des Weines in Hollabrunn.
Museumsvereinsobfrau Patrizia Mantler-Stockinger ist richtig dankbar, dass man schon so weit ist, die 3. Schatzkiste zu öffnen. Das Museumsdepot ist gerade einmal generalsaniert. Es gibt richtig viel zu tun!
Ziel des Museumsvereins war es ursprünglich, einzelne Teile aus dem Depot zu zeigen, doch man hat umdisponiert! Man hat einfach nicht die Kapazität, das ganze Stadtmuseum umzukrempeln! Aber einmal eine kleine, feine Ausstellung zu machen – so die anfängliche Idee – das ist schon drinnen! Aktuell hat Patrizia Mantler-Stockinger gemeinsam mit ihrem Team eine Raumlänge von rund 6 Metern für die Schatzkisten zur Verfügung.
Nach den Themen „Persönlichkeiten“ und „Gewerbe“ widmet man sich jetzt dem Thema „Wein“. Und schon in knapp 4 Wochen wird dann auch schon die Schatzkiste zum Thema „Krieg und Frieden“ rechtzeitig vor der Winterpause geöffnet.
Kustodin Patrizia Mantler-Stockinger erzählt, dass sowohl mit Leihgaben als auch mit dem, was im Depot vorhanden ist, gearbeitet wird.
Die jetzige Schatzkiste zum Thema „Wein“ gibt einen kleinen Einblick, welche Bedeutung der Wein in Hollabrunn hat und welche Objekte dazu vorhanden sind.
Die Obfrau des Museumsvereins zeigt eine Bleistiftzeichnung von Leopold Rammel aus 1893 – präsentiert auf einer Staffel - wo man oben das Stadtwappen sieht und Oberhollabrunn abgebildet ist. Damals hat es noch wesentlich mehr Weinbau in der Region gegeben.
Dann geht sie auf das in einer Glasvitrine befindliche Robisch – auch Kerbholz genannt, ein: Es handelt sich dabei um 2 Hölzer, die man zusammenlegt und eine Kerbe hineinschnitzt, damit der Arbeitgeber anno dazumal gewusst hat, wieviel die Taglöhner gearbeitet haben, um danach den Lohn auszuzahlen. In der Vitrine befindet sich auch eine wunderschöne Habaner-Keramikvase mit Weintraube.
Ein Neusser-Bild von zwei Dirndln (Mädchen) in Weinviertler Tracht die sich an ein Marterl lehnen hat das Team um Patrizia Mantler-Stockinger am meisten zur Schatzkiste „Wein“ angesprochen. Ein echter Hingucker!
Neben einem Holzmodell einer Weinpresse bekommt man auch eine historische Reblausspritze zu Gesicht. Mit dieser wurde ein spezielles Gas in den Boden injiziert, um der Reblaus, die mit der Banane mittels Dampfschiffahrt nach Europa eingeschlichen ist, den Garaus zu machen.
Schön anzusehen sind die ausgewählten alten Ansichtskarten von Oberhollabrunn, die auf einer Schnur baumeln, oder drei Medaillen aus Bronze von der Weinausstellung in Oberhollabrunn im Mai 1902.
Dann kommt das Hollabrunner Urgestein in Sachen Kellereitechnik Franz Zehetner ins Spiel und bringe seine Schatzkiste an Wissen ins Spiel.
Er stellt den Besucherinnen die Frage: „Wie ist der Most damals in die Fässer in die tiefen Keller hinuntergekommen?“ … und zeigt dazu historische hölzerne Rohrleitungen, die vom Presshaus in den Keller hinuntergegangen sind.
Dann bringt er einen Gießkar, der auf das Weinfass aufgesetzt wurde und als Trichter für die Fassbefüllung im Weinkeller diente. Das nächste Schaustück aus der Schatzkiste von Franz Zehetner ist ebenfalls spannend: Man hatte damals auch Siebe – nicht wie heute aus Edelstahl, sondern aus Kupfer. Wie bringt man schließlich den Wein ins nächste Fass hinüber? Dazu präsentiert Franz Zehetner eine spezielle Luftpumpe mit einem Schlauch, mit dem die Fässer verbunden waren. Mittels der alten Luftpumpe wurde Druck erzeugt, sodass der Most ins nächste Fass hinüberrinnen konnte.
Nach so vielen interessanten Schätzen wurde es Zeit, um mit einem Glas Grünen Veltliner vom Weingut Puhr Obermarkersdorf gemeinsam anzustoßen.
Die 3. Schatzkiste zum Thema „Wein“ kann während der Öffnungszeiten des Stadtmuseums Hollabrunn bis zur Eröffnung der nächsten Schatzkiste „Krieg und Frieden“ besichtigt werden.
Das Stadtmuseum hat 2026 noch bis zum 26. Oktober jeweils am Freitag von 15.00 – 17.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 9.30 bis 12.00 Uhr geöffnet.
Infos zu den nächsten Veranstaltungen findet man unter https://www.stadtmuseum-hollabrunn.at/veranstaltungen
Zehetner - Kellereitechnik GmbH
Patrizia Mantler-Stockinger
Fotos: Brittas Schreiberei