30/06/2026
Im Kamerateam der Malta Unit war ein Mitarbeiter von neoist beim Dreh vor Ort.
23.000 Leben – ein Film über Mut, Menschlichkeit und einen jahrelangen Kampf vor Gericht
Es war ein besonderer Abend beim Filmfest München: Netflix zeigte sein neues Drama „23.000 Leben“ gestern erstmals vor dem Filmteam – und vor jenen Menschen, deren Geschichte den Film überhaupt möglich gemacht hat: der Crew der Iuventa und den Mitgliedern der Seenotrettungsorganisation Jugend Rettet.
Der Film von Regisseur Markus Goller („25 km/h“, „One for the Road“) erzählt, inspiriert von wahren Ereignissen, von einer Gruppe junger Menschen, die sich 2015 weigert, das Sterben im Mittelmeer länger hinzunehmen. Ohne Erfahrung, aber mit viel Idealismus gründen der damals erst 19-jährige Jakob Schoen und Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Organisation Jugend Rettet, sammeln per Crowdfunding Geld für ein altes Fischerboot und schicken die Iuventa auf ihre erste Rettungsmission. Aus einer scheinbar naiven Idee wird eine der bekanntesten privaten Seenotrettungsmissionen Europas. Mehr als 23.000 Menschen können gerettet werden.
Doch auf die Euphorie folgt die politische Realität. 2017 wird die Iuventa von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Gegen Mitglieder der Crew wird wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit Schleusern ermittelt. Der Rechtsstreit entwickelt sich zu einem der aufsehenerregendsten Verfahren gegen zivile Seenotretter in Europa. Erst 2024 endet das Verfahren: Die italienische Justiz stellt es ein. Die Vorwürfe bleiben ohne Verurteilung.
In der Verfilmung übernimmt Louis Hofmann die zentrale Rolle des jungen Aktivisten. An seiner Seite spielen Mala Emde, Frederick Lau und Maria Dragus. Regisseur Markus Goller und Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg, der gemeinsam mit dem italienischen Filmemacher Michele Cinque am Stoff gearbeitet hat, erzählen die Geschichte nicht als Gerichtsdrama, sondern als emotionales Porträt einer Generation, die Verantwortung übernimmt, als Politik und Institutionen versagen. Für die Filmmusik konnte Oscar-Preisträger Volker Bertelmann gewonnen werden.
Nach seiner umjubelten Premiere beim Filmfest München startet „23.000 Leben“ in der kommenden Woche zunächst in ausgewählten Kinos, bevor der Film am 17. Juli bei Netflix erscheint. Er ist weit mehr als ein Film über Seenotrettung. Er erzählt von Zivilcourage, vom Preis des Engagements und von der Frage, wie weit Menschen gehen, wenn sie Leben retten wollen.
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