06/09/2026
Re-Designing Apfelstrudel
Wie lassen sich Traditionen sensibel weiterentwickeln? Welche kreativen und kulinarischen Antworten stellen nicht Verzicht, sondern Genuss in den Mittelpunkt? Wie können Designer:innen dazu beitragen, Ernährung neu zu denken? Katharina Mludek, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Nachhaltige Produktgestaltung an der Kunsthochschule Kassel, und die Produktdesignerin Leonie Hochstrasser haben sich diesen Fragen anhand eines Wiener Mehlspeisenklassikers gestellt und ihre Antworten gestern am Kunst- und Kulturkiosk „Ausgabe“ in der Wiener Porzellangasse (https://ausgabe.wien/) präsentiert. Ihr durch die Linse der Nachhaltigkeit unter Verwendung alten Apfel- oder Getreidesorten neu interpretierter Apfelstrudel hat mich sowohl kulinarisch als auch optisch überzeugt. Auch der dazu servierte Shrub (Fruchtsirup auf Essigbasis) wurde konsequenterweise aus Apfel- und Pflaumenresten hergestellt. Das in Kooperation mit dem Institute of Design Research Vienna (https://www.idrv.org/) organisierte Projekt zeigt, dass sich Essen auch als Material und Experimentierfeld verstehen lässt und wie sich ein klassisches Gericht unter Verwendung alter regionaler Ressourcen auch gestalterisch - in Richtung Finger Food - weiterentwickeln und somit zeitgenössische Wurzeln schlagen kann.
Lavenattaler Bananenapfel und Odenwälder Apfel von (Miessenbach); Semmelbrösel aus Semmeln und Waldstauden Roggenbrot von (Wien), Purpurweizen Vollkornmehl und Almut Vollkornmehl von (Dietmannsdord), Färberdistelöl, Apfelessig und Leinsaatpresskuchen von der (Eggenburg).