31/05/2026
Hakenkreuze an der Wand von einem Kebab-Laden in Mattsee in Salzburg. Stell dir vor, du stehst auf, willst deinen Laden aufsperren und es sind überall an deinen Wänden, Scheiben und sogar am Boden Hakenkreuze und andere Nazi-Parolen.
Wer glaubt, das seien nur ein paar Schmierereien auf einer Wand, verkennt die eigentliche Gefahr. Solche Symbole sind keine Meinung, das sind Drohungen, die Angst machen sollen, die Menschen ausgrenzen und das Gefühl vermitteln, nicht willkommen zu sein. Wir erleben seit Jahren, wie sich der Ton in unserer Gesellschaft verändert, rauer wird und die Menschen in "Ihr" und "Wir" einteilt. Was früher als unsagbar galt, wird heute wieder ausgesprochen. Was früher Widerspruch ausgelöst hat, wird heute oft achselzuckend hingenommen.
Genau so kippt eine Gesellschaft. Nicht über Nacht. Nicht mit einem großen Knall, sondern Schritt für Schritt. Ein Spruch hier, eine Beleidigung dort. Ein Hakenkreuz an einer Wand. Und jedes Mal, wenn wir wegschauen, wird die Grenze ein Stück weiter verschoben. Mittlerweile sind rassistische Vorfälle, von verbalen Angriffen bis hin zu Gewalttaten, Alltag für viele Menschen in Österreich - jedes Jahr werden es mehr.
Deshalb dürfen wir uns nicht daran gewöhnen. Nicht an rassistische Parolen. Nicht an rechtsextreme Symbole. Nicht an die Vorstellung, dass Hass einfach zum Alltag dazugehört. Wer unsere offene Gesellschaft verteidigen will, muss den Mut haben, klar Stellung zu beziehen – im Freundeskreis, im Wirtshaus, in den sozialen Medien und in der Politik. Wir alle tragen hier eine Verantwortung, aber insbesondere auch jene in der Politik, deren Werkzeug Angstmacherei, Hetze und Populismus sind.
Die Frage ist nicht, was ein einzelnes Hakenkreuz anrichtet. Die Frage ist, was passiert, wenn eine Gesellschaft aufhört, darauf zu reagieren. Genau deshalb müssen wir jetzt laut sein und gemeinsam zeigen, dass für Nazi-Ideologie, Rassismus und Menschenhass kein Platz ist – weder bei uns in Salzburg noch sonst irgendwo. Deshalb ersuche ich euch, teilt diesen Beitrag, damit solche Vorfälle nicht zur Normalität werden!