08/06/2026
Die Natur ist nicht gegen uns. Sie ist nicht zornig, nicht rachsüchtig, nicht grausam. Sie ist lebendig. Beseelt. Heilig.
Sie atmet mit uns. Sie lebt in Zyklen. Sie pulsiert mit dem Herzschlag der Erde, ein uraltes Pochen, tief in der Brust von Mutter Gaia. Und wenn sie bebt, wenn sie ruft durch Sturm oder Flut, dann spricht sie. Nicht in Wut, sondern in ihrer ureigenen Sprache, die uns mahnt, endlich wieder hinzuhören.
Denn die Natur ist unsere größte Heilerin. Sie ist es, die uns lehrt, wie Wandlung geschieht. Wie aus Verfall neues Leben entsteht. Wie Heilung in der Wiederholung der Jahreszeiten ruht.
Wenn wir den Pfad der Heilerin beschreiten, der Priesterin, der Schamanin oder der Hexe, dann führt unser Weg unausweichlich zurück, zurück in die Wälder, auf die Wiesen, an die Flussufer, in den Schoß der Berge. Denn dort, im Grün des Mooses, im Duft der Blüten, im Klang des Windes liegt das alte Wissen verborgen. Dort spricht die Erde zu uns, in Symbolen, in Zeichen, im Regen und in der Sonne.
Beobachte die Wolken, was zeigen sie dir heute? Sieh dem Wasser zu, wohin fließt es, wo stockt es? Spür die Erde, ist sie warm, trocken, klamm oder lebendig? All das sind Botschaften. Sie sind leise, unaufdringlich doch voller Wahrheit.
Wer den Weg der Magie geht, sollte lernen, wieder zu lauschen. Mit offenem Herzen, barfuß im Gras, mit ehrfürchtigem Blick zum Himmel. Denn nur wer die Natur ehrt, kann ihre Sprache wirklich verstehen. Und nur wer versteht, kann mit ihr im Einklang wirken, in Verbundenheit, in Liebe, in Heilung.
So möge dein Weg gesegnet sein, durch jedes Blatt, jeden Stein, jede Welle, die dich erinnert, dass du ein Teil von ihr bist, so wie sie ein Teil von dir ist.
Maria Solva Roithinger ©️