25/01/2025
„Kein Schotte trinkt Whisky von Anfang an gern.“
Diesen Satz hörte ich einst von einem schottischen Arbeitskollegen, und er hat mich nie ganz losgelassen. Zwar war ich lange Zeit nicht gerade ein Fan von Alkohol, doch irgendwann dann doch wieder und wollte es genauer wissen: Wie schmeckt Whisky wirklich – und kann man sich „schottisch“ herantasten, auch wenn man nicht damit aufgewachsen ist?
Als Projektmanager beschloss ich, das Ganze strukturiert anzugehen. Aber anstatt mich in ein Dickicht aus Fachbüchern zu stürzen, griff ich auf ChatGPT zurück. Mein Ziel war ein ganz normales „Alltagsprojekt“: Schritt für Schritt ausprobieren, was diese Getränkewelt zu bieten hat, ohne gleich ein Vermögen für diverse Flaschen auszugeben. Ich wählte mir einen Whisky – Chivas Regal 12 – in einer kleinen Sample-Größe, um den Einstieg preislich so gering wie möglich zu halten. Ganz nach dem Motto: „Zuerst ein Einstiegswhisky und dann schauen wir weiter.“
Und was passierte? Gar nichts Gutes. Mir war das Ganze viel zu scharf, und die Aromen, die andere Leute als „honigsüß“ und wohltuend beschreiben, schmeckten mir besten Willen nicht. Im Gegenteil: Ich fand es beinahe ekelhaft und fühlte mich prompt bestätigt in meiner Skepsis gegenüber Whisky. Die KI reagierte prompt: „Deine ehrliche Abneigung ist eine wichtige Information. Ich würde vorschlagen, wir schauen, ob du mit einem anderen, bekömmlicheren Whiskey (vielleicht ein Irish) ein besseres Einstiegserlebnis hast. Wenn du sagst: ‚Okay, ich bin erstmal abgeschreckt, will’s aber nochmal versuchen‘, finden wir eine ganz sanfte Variante.“
Doch dazu kam es nicht, aus mir wird kein Schotte 😊. Ich prüfte mein kleines „Projekt“ noch einmal, überdachte meine Schritte und entschied mich, vorerst bei einem guten Glas Gin Tonic zu bleiben!
Die Herangehensweise von ChatGPT war es allerdings, die mich zu dieser Erkenntnis brachte. Die KI stellte mir Fragen, um meinen Geschmack besser einzuordnen: Welche Getränke mag ich sonst? Bin ich generell empfindlich gegenüber Alkoholschärfe? Könnte ein milderer Irish Whiskey oder ein leichter Weizen-Bourbon eher meinen Vorlieben entsprechen? Vielleicht wäre sogar ein Cocktail ein sinnvoller erster Schritt, bevor man sich an reinen Whisky wagt.
Tatsächlich zeigte mir diese Interaktion, wie praktisch und vielseitig künstliche Intelligenz im Alltag sein kann. Ich musste kein Projektmanager-Handbuch aufschlagen oder stundenlang Blogs durchforsten, um herauszufinden, was ich als Nächstes tun könnte. Stattdessen kommunizierte ich einfach mit ChatGPT, schilderte meine Reaktion auf den Whisky und bekam sofort zielführende Vorschläge: kleine Schritte, andere Sorten, ggf. Mixgetränke oder Miniaturen statt ganzer Flaschen.
Mein Mini-Experiment hat damit gleich zwei Dinge klar gemacht:
1. Whisky ist Geschmackssache – wirklich nicht jeder wird spontan zum Fan, vor allem nicht bei einem eher kräftigen Einstieg wie Chivas Regal.
2. KI kann im Alltag weit mehr sein als ein bloßer „Frage-Antwort-Apparat“. Sie kann kurze, konkrete Analysen liefern, unsere Empfindungen in einen Kontext bringen und uns passende Vorschläge für den nächsten Schritt machen.
Dass ich in meinem Kopf ein kleines IPMA-Projekt daraus gemacht habe, liegt an meinem beruflichen Hintergrund – doch das Konzept lässt sich auf nahezu jedes Hobby oder Interessengebiet übertragen. Man muss kein Projektmanagement studiert haben, um auch im Alltag davon zu profitieren: Kleine, persönliche Vorhaben – ob es nun darum geht, eine Fremdsprache zu lernen, ein Kochrezept zu verfeinern oder eben einen Whisky zu finden, der den eigenen Gaumen nicht total abschreckt – lassen sich mit KI-Unterstützung strukturiert und doch spielerisch angehen.
Mein Fazit? Ich bleibe vorerst bei Gin Tonic und kann gut damit leben, dass Whisky wohl nicht mein Getränk ist. Gerade dieser Entschluss wurde aber erst durch ChatGPTs strukturierte Denkanstöße und Empfehlungen möglich. Denn letztlich ist es oft der Prozess und weniger das Ergebnis, der uns voranbringt – und dabei kann KI eine überraschend hilfreiche Rolle spielen.