31/01/2026
**„Vienna Hay“ im Wien Museum: Armenisches Leben zwischen Tradition und Gegenwart**
Im Wien Museum ist derzeit die Ausstellung **„Vienna Hay“** zu sehen, die sich mit der Geschichte, Identität und dem heutigen Leben der armenischen Community in Wien beschäftigt. Der Titel verbindet „Vienna“ mit „Hay“, dem armenischen Wort für Armenier, und verweist damit auf das Spannungsfeld zwischen Herkunft und Lebensmittelpunkt.
Kuratiert wurde die Ausstellung von jungen Armenierinnen und Armeniern, die einen persönlichen Zugang zur eigenen Diaspora wählen. Anhand von Fotografien, Texten und Video-Interviews zeigen sie, wie vielfältig armenisches Leben in Wien ist. Thematisiert werden familiäre Traditionen, Feste, Sprache, Religion und die Frage nach Zugehörigkeit – viele der Porträtierten fühlen sich gleichermaßen als Wienerinnen und Wiener wie auch als Armenier.
Ein historischer Schwerpunkt liegt auf der langen Präsenz der Armenier in der Stadt. Bereits im 16. Jahrhundert ließen sich armenische Kaufleute in Wien nieder. Besonders bekannt ist Johannes Diodato, der 1685 die erste offizielle Kaffeeausschankgenehmigung erhielt und damit als Mitbegründer der Wiener Kaffeehauskultur gilt. Heute leben rund 7.500 Armenierinnen und Armenier in Wien und etwa 10.000 in ganz Österreich.
Auch religiöse Einrichtungen spielen eine zentrale Rolle. Die armenisch-apostolische Kirche im dritten Bezirk wird in der Ausstellung nicht nur als Ort des Glaubens, sondern auch als sozialer und kultureller Treffpunkt dargestellt. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf das armenisch-katholische Mechitaristenkloster, das für seine historischen Handschriften bekannt ist. Armenien selbst gilt als eines der ältesten christlichen Länder der Welt und führte das Christentum bereits im Jahr 301 als Staatsreligion ein.
„Vienna Hay“ macht deutlich, dass Identität vielschichtig ist und sich ständig weiterentwickelt. Die Ausstellung versteht sich zugleich als Beitrag zum kulturellen Dialog und zeigt, wie sehr Wien von den Geschichten und Erfahrungen seiner Communities geprägt wird.
Die Ausstellung ist **bis 8. Februar 2026 bei freiem Eintritt** in der *Community Gallery* des Wien Museums zu sehen.