06/01/2026
60 Jahre nach dem „Anwerbeabkommen“ zwischen Österreich und Jugoslawien sprechen wir mit der Historikerin Julia Tyll-Schranz über diese Migrationsbewegung des 20. Jahrhunderts und über Schicksale der damals zugewanderten Held*innen des Alltags.
Der Ort:
Der Wiener Südbahnhof war bis ins 21. Jhdt. der größte Bahnhof des Landes. 2012 wurde der Name „Wien Südbahnhof“ das letzte Mal im Bahnbetrieb genutzt, heute steht dort der neue Hauptbahnhof, nur die ehemalige unterirdische S-Bahn-Haltestelle wird als einziger Betriebsteil des ehemaligen Südbahnhofs noch unter dem Namen „Wien Quartier Belvedere“ genutzt. In Erinnerung bleibt die voluminöse Kassenhalle als „Tempel des Fortschritts“. In der Erinnerung vieler Menschen hatte der Südbahnhof noch eine ganz andere Funktion. Als eine Art erweitertes Vorzimmer, als Raum für Zusammenkunft, Austausch, Nachrichtenweitergabe und auch als Postamt und nicht zuletzt als ein Fenster in Welt, aus der sie gekommen waren, um durch harte Arbeit und viel Fleiß trotz aller Entbehrungen ein besseres Leben zu schaffen. Der Südbahnhof war Anziehungspunkt für viele Arbeitsmigrant*innen vor allem aus Südosteuropa der 1960er, 70er und 80er Jahre.
Das Thema:
Andreas und Walter sprechen mit der Expertin Julia Tyll-Schranz über staatlich organisierte und individuelle Arbeitsmigration von Jugoslawien nach Österreich in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. Sie sprechen über die Rahmenbedingungen der Migration, Motive dafür und Einzelschicksale von Migrant*innen.
Der Gast:
Julia Tyll-Schranz ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am VGA (Verein Geschichte der Arbeiter*innenbewegung). Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehört Asylgeschichte in Österreich und die Migration von Menschen aus Jugoslawien.
www.geschichtsgreisslerei.at