Die Geschichtsgreißlerei

Die Geschichtsgreißlerei Der Geschichte Podcast aus Wien.

Und es geht gleich wieder um einen Kanal bei unseren „Best-of“-Sommerfolgen des Geschichtsgreisslerei Podcasts. ☺️Lange ...
21/07/2026

Und es geht gleich wieder um einen Kanal bei unseren „Best-of“-Sommerfolgen des Geschichtsgreisslerei Podcasts. ☺️

Lange Zeit war der heutige Donaukanal der Hauptarm zur Versorgung der Stadt für Güter, die per Schiff transportiert wurden. Das mittelalterliche Stapelrecht, welches die durchreisenden Kaufleute zwang, ihre Ware eine Zeitlang in Wien feilzubieten, machte die Hauptstadt zu einem wichtigen Handelszentrum. So siedelten sich entlang des Donauarmes zahlreiche Gewerbe- und Handwerksbetriebe an, die in direktem Zusammenhang mit den transportierten Gütern standen. Vor allem Holz-, Nahrungsmittel- und Speditionsbetriebe waren entlang des Kanals zu finden. So gab es um die Innere Stadt entlang des Kanals auch zahlreiche Märkte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Donaukanal immer wieder befestigt und reguliert, seine endgültige Form erhielt er im Zuge der Donauregulierung 1870-75 und den nachfolgenden Errichtungen von Schleusen und Kaimauern. Auf seiner ganzen Länge finden sich unterschiedlichste Nutzungen wieder: proletarische Massenquartiere, bürgerliche Prachtbauten, Verwaltungs- und Militäreinrichtungen, Industriebetriebe und Aulandschaften. Während des 2.Weltkriegs wurden große Teile des Kanals zerstört, seitdem steht das Gewässer immer wieder im Mittelpunkt stadtplanerischer Überlegungen. Gegenwärtig entwickelt er sich vor allem zu einem der wichtigsten Freizeit- und Erholungsgebiete im Stadtzentrum.

Folge in eurer Podcast-App oder unter www.geschichtsgreisslerei.at 😉

Und weiter geht es bei der Geschichtsgreißlerei mit unseren liebsten Sommerfolgen! ☀️Wir präsentieren euch allerlei Span...
07/07/2026

Und weiter geht es bei der Geschichtsgreißlerei mit unseren liebsten Sommerfolgen! ☀️

Wir präsentieren euch allerlei Spannendes zur Geschichte und Gegenwart des Wiener Neustädter Kanals. Damals eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte der Monarchie, heute das vielleicht schönste Naherholungsgebiet vor den Toren Wiens!

Der Wiener Neustädter Kanal erstreckte sich am Höhepunkt seiner Ausdehnung Mitte des 19.Jahrhunderts vom Wiener Stubentor bis nach Wiener Neustadt. Der damals 63 km lange Kanal wurde von zwei Häfen eingefasst, nämlich einem in Wiener Neustadt und einem direkt am Wiener Stubentor bis zur damaligen Stadtmauer, wo sich heute der Schienenverkehrsknotenpunkt Wien Mitte befindet. Der Kanal führte über Wien Landstraße, Simmering, Maria Lanzersdorf, Laxenburg, Guntramsdorf, Baden bis Wiener Neustadt. Derzeit existiert dieser Wasserweg zwischen Guntramsdorf und Wiener Neustadt, die restlichen Teile wurden mit der Zeit zugeschüttet. Heute sind die noch bestehenden Teile beliebte Ausflugsziele für SpaziergängerInnen und RadfahrerInnen bzw. wird die ehemalige Verkehrsader für landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke genützt.

Prägend für die Landschaft blieb der Kanal aber bis heute außerhalb der Stadt, im Wiener Umland, wo er inmitten von charmanten alten Industriebauten und längst in neuen Funktionen überführte Fabriken eine besondere Kultur- und Naherholungslandschaft formt, welche Familien und Ruhesuchende zum Spazieren, Radfahren oder auch für Bootsfahrten nutzen.
Über die Geschichte und den Bedeutungswandel dieses einmaligen Infrastrukturprojektes in und um Wien sprechen wir in unserem Podcast: www.geschichtsgreisslerei.at 😉

Wir melden uns mit einer „Best of“ Sendung aus der Sommerpause! Und was passt gerade besser als eine Podcastfolge über d...
23/06/2026

Wir melden uns mit einer „Best of“ Sendung aus der Sommerpause! Und was passt gerade besser als eine Podcastfolge über die Entstehung der Wiener Donauinsel??

Die Donauinsel wurde zwischen 1972 und 1988 auf insgesamt 21,1km Länge quer durch die Stadt parallel zur Donau gelegt. Mit der Schaffung einer künstlichen Insel setzte man städtebaulich neue Maßstäbe: So weist die Donauinsel insgesamt 380 ha hochwasserfreie Fläche auf, zusätzlich wurden 330ha Wasserfläche für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Insgesamt wurden 135km Wege errichtet und für die Begrünung 1.8 Millionen Bäume und Sträucher gepflanzt sowie 170ha Wald angelegt.

Mit der Donauregulierung 1870-75 glaubte man den verheerenden Hochwassern der Donau im Wiener Raum ein Ende gesetzt zu haben. Jedoch musste man nach dem durch einen Eisstoß verursachten Hochwasser von 1954 erkennen, dass die Dämme und das Überschwemmungsgebiet für Jahrhunderthochwasser keinen ausreichenden Schutz boten. Nach langen Diskussionen über unterschiedliche Lösungsansätze beschloss die Stadtregierung den Bau des sogenannten Entlastungsgerinne parallel zur Donau. Was am Anfang nur als schnurgerader Damm mit steiler Böschung und möglicher Bebauung auf dem Damm gedacht war, entwickelte sich aufgrund der beharrlichen Interventionen von Raum- und Städteplaner zum heutigen Freizeitpark und Grünstreifen mitten in der Stadt. Aber auch gesellschaftspolitische und soziale Veränderungen nahmen maßgeblich Einfluss auf die heutige Form. Eine neue Freizeitkultur entstand als Folge der Arbeitszeitverkürzung, aber auch der Wunsch nach Erholungsgebieten im unmittelbaren Umfeld, um den explodierenden motorgestützten Individualverkehr einzudämmen.

Berühmt wurde die Donauinsel auch mit dem jährlich stattfindenden Donauinselfest, einer der größten Freiluft Veranstaltungen weltweit, mit über 3 Millionen BesucherInnen an dem Veranstaltungswochenende.

Mehr unter www.geschichtsgreisslerei.at ☺️

Affenhitze, Midsommar … es wird Zeit, dass wir uns in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden! ☀️Aber keine Sorge: W...
20/06/2026

Affenhitze, Midsommar … es wird Zeit, dass wir uns in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden! ☀️

Aber keine Sorge: Wir haben fünf unserer Lieblingsfolgen mit sommerlichen Themen für euch rausgesucht und verkürzen euch so den Sommer ab nächstem Dienstag. Los geht’s mit der Donauinsel aus 2024 … 🏝️

Genug Zeit zum Nach- und Wiederhören auch auf www.geschichtsgreisslerei.at 😉

Ab 1.9. sind wir wieder mit ganz neuen Folgen für euch da. Bis dahin wünschen wir euch einen schönen Sommer 2026. ❤️

Die Arena-Besetzung im Sommer 1976 war die erste große Hausbesetzung in Österreich und gilt als der historische Wendepun...
09/06/2026

Die Arena-Besetzung im Sommer 1976 war die erste große Hausbesetzung in Österreich und gilt als der historische Wendepunkt der österreichischen Zivilgesellschaft und Alternativkultur.

Seit 1970 organisierten die Wiener Festwochen unter dem Namen „Arena“ unorthodoxe Theater- und Konzertprogramme für Jugendliche. 1975 und 1976 zog diese Schiene auf das riesige, vom Abbruch bedrohte Areal des Auslandsschlachthofes St. Marx. Die Stadt Wien plante, die Hallen zu planieren, um Platz für ein Textilhandelszentrum zu schaffen.

Über mehrere Monate hinweg besetzten junge Menschen, Künstler*innen und Intellektuelle das Gelände des ehemaligen Auslandsschlachthofes in Wien-St. Marx, um den drohenden Abriss zu verhindern und ein selbstverwaltetes Kulturzentrum zu erkämpfen.
Was als spontaner Protest begann, entwickelte sich im heißen Sommer 1976 zu einer utopischen „Stadt in der Stadt“.

Als es Herbst wurde, schwand der Rückhalt: Die Stadt Wien erließ den Abbruchbescheid, stellte schließlich den Strom ab und das Gelände wurde zunehmend unwirtlich. Um eine gewaltsame Räumung durch die Polizei zu verhindern, beschloss das Plenum die friedliche Räumung. Am 11. Oktober 1976 verließen die letzten Menschen freiwillig das Gelände, am darauffolgenden Tag rückten die Abrissbirnen an.

Obwohl die historischen Hallen des Auslandsschlachthofes abgerissen wurden, war der Protest ein bleibender Erfolg. Aus den Reihen der Besetzer*innen entstanden zahlreichen zivilgesellschaftliche Initiativen. Auch gab die Stadt Wien dem Druck nach und stellte den Aktivist*innen das direkt benachbarte, kleinere Areal des Inlandsschlachthofes zur Verfügung. Daraus entwickelte sich das autonome Kulturzentrum Arena Wien , das bis heute basisdemokratisch verwaltet wird und zu den wichtigsten und geschichtsträchtigsten Konzert- und Festivallocations Österreichs gehört.

In unserer aktuellen Folge des Geschichtsgreißlerei Podcasts geht es um den Ringturm, den ersten „Wolkenkratzer“ Österre...
26/05/2026

In unserer aktuellen Folge des Geschichtsgreißlerei Podcasts geht es um den Ringturm, den ersten „Wolkenkratzer“ Österreichs.

Unmittelbar nach 1945 beginnt die Wiener Stadtverwaltung Konzepte für die Stadtentwicklung auszuarbeiten. Die durch Kriegsschäden hervorgerufenen Baulücken eröffnen die Chance, der Stadt ein neues und modernes Image zu geben, ohne an vergangene reaktionäre oder faschistische Bauepochen anzuschließen. Eines dieser rasch umgesetzten Bauvorhaben ist der zwischen 1953-55 errichtete Ringturm am Schottenring, der als Verwaltungszentrale der Wiener Städtischen Versicherung dienen soll. Hinter diesem Projekt stehen vor allem zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, aus deren kollegial-freundschaftlichen Verhältnis eines der architektonischen Leuchtturmprojekte der Wiener Nachkriegsmoderne entsteht. Der aus dem US-amerikanischen Exil heimgekehrte und aus prekären Verhältnissen stammende Versicherungsmanager Norbert Liebermann und der bürgerliche Architekt Erich Boltenstern stehen auch symbolisch für ein auf gesellschaftlichen Ausgleich orientiertes Nachkriegsösterreich. So präsentiert auch die Architektur des Ringturms stereotyp eine neue Gesellschaft, die von vielen gewünscht aber nur in Teilen realisiert wurde: moderat, modern und nicht zu waghalsig.

Mehr zum Thema unter www.geschichtsgreisslerei.at 😉

Kurz vor dem langen Wochenende noch zwei Fun Facts zum Burgtheater und den beachtlichen Brandschutzmassnahmen.Unsere näc...
22/05/2026

Kurz vor dem langen Wochenende noch zwei Fun Facts zum Burgtheater und den beachtlichen Brandschutzmassnahmen.

Unsere nächste Folge ist dem Ringturm gewidmet und erscheint am Dienstag nach Pfingsten - bis dahin kann man die Zeit noch nützen, um die aktuelle oder ältere Folgen nachzuhören.

Wir wünschen ein schönes langes Wochenende! ☀️

Die Burg feiert rundes Jubiläum und wir haben dem Theater eine ganze Folge gewidmet. Happy Birthday  🥳Maria Theresia läs...
12/05/2026

Die Burg feiert rundes Jubiläum und wir haben dem Theater eine ganze Folge gewidmet. Happy Birthday 🥳

Maria Theresia lässt 1741 einen ehemaligen Ballsaal, der für eine Vorform von Federspiel genutzt wurde, zu einem Theater umwidmen. Die Herrscherin ist eigentlich strikte Gegnerin von Spektakeln, sieht aber eine bestimmte Notwendigkeit in den Aufführungen. Das Theater wechselt aufgrund Unrentabilität mehrmals die Besitzer, erst Joseph II sieht es als Instrument der Aufklärung und Volksbildung. Die Produktionen sind immer wieder Wellen der Zensur ausgesetzt, ein wirklich professioneller Betrieb stellt sich erst mit den 1860er Jahren ein. Seitdem gehört das Burgtheater zu den führenden Bühnen Europas. Im Zuge des Ausbaus des Rings erhält das Theater 1888 ein neues Gebäude, das aber einige technische Voraussetzungen für ein modernes Haus nicht erbringt. Nach 1918 muss sich das Theater neu erfinden, es wird immer mehr zum Kampffeld unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen. Nach der Okkupation Österreichs durch Hitlerdeutschland müssen viele Angestellte und Künstler:innen fliehen, einige andere machen blendende Karrieren. Nach 1945 spielt das Theater eine wichtige Rolle bei der Konstruktion einer österreichischen Identität und Eigenstaatlichkeit. Ab den 1960ern stellt sich das Haus auch zunehmend internationalen politischen und sozialen Fragestellungen und gilt als Brennpunkt gesellschaftlicher Debatten.

Podcast unter www.geschichtsgreisslerei.at 😉

Ende des 19. Jahrhunderts herrschen aufgrund des rapiden Wachstums der Stadt und der katastrophalen Wohnungsbedingungen ...
28/04/2026

Ende des 19. Jahrhunderts herrschen aufgrund des rapiden Wachstums der Stadt und der katastrophalen Wohnungsbedingungen für die ArbeiterInnenklasse elende hygienische Verhältnisse. Mangelnde Möglichkeiten für Körperhygiene und verschmutztes bzw. verseuchtes Wasser sorgen für Krankheiten und Seuchen. Um diese Missstände zu beheben und einen produktive ArbeiterInnenschaft zu gewährleisten, wird von Sozialreformern die Einrichtung sogenannter öffentlicher Volksbäder gefordert, in denen man zu erschwinglichen Preisen Duschen oder Baden kann. Das erste 1887 errichtete Volksbad in der Mondscheingasse wird positiv angenommen und bald darauf werden zahlreiche weitere Bäder gebaut. Technischer Fortschritt bei der Warmwasseraufbereitung und die Einrichtung der beiden Hochquellleitungen unterstützen den Aufbau eines engen Netzes von Badeeinrichtungen in der Stadt. Trotzdem war das Baden nicht vergleichbar mit heutigen Verhältnissen, da die Bäder oft überfüllt waren und wenig Platz an Intimität boten. Ende der 1950er verschwinden aufgrund der Innovationen beim Wohnbau zunehmend die öffentlichen Bäder. Heute existiert nur mehr ein einziges in Wien.

Mehr zum Thema in der aktuellen Folge unseres Podcasts: www.geschichtsgreisslerei.at

„Tröpferlbad“, „Dusch- und Brausebäder“ oder - ganz offiziell - die „Wiener Volksbäder“ waren eine bekannte und wichtige...
26/04/2026

„Tröpferlbad“, „Dusch- und Brausebäder“ oder - ganz offiziell - die „Wiener Volksbäder“ waren eine bekannte und wichtige Alt-Wiener-Einrichtung für die Hygiene der Bevölkerung. Gemeinsam mit unserem Gast, der Historikerin Anita Strmljan vom Bezirksmuseum Wieden, gehen wir der Geschichte dieser Institution auf den Grund. Ab Dienstag, 28.4., online unter www.geschichtsgreisslerei.at und überall, wo es Podcasts gibt. 😉

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