16/07/2026
🌙 Nach Sonnenuntergang verwandelte sich Wiens teuerste Einkaufsstraße in den exklusivsten Straßenstrich der Stadt.
Kaum zu glauben, aber rund um den Graben und den Kohlmarkt befand sich bis ins späte 19. Jahrhundert der sogenannte Schnepfenstrich. Wer hier nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs war, traf nicht nur auf elegante Flaneure, sondern auch auf die berühmten Grabennymphen – Sexarbeiterinnen, die wohlhabende Kundschaft bedienten.
Für viele dieser Frauen war Sexarbeit keine freie Entscheidung, sondern eine Frage des Überlebens. Als Stubenmädchen, Wäscherinnen oder Küchenhilfen verdienten sie so wenig, dass der Lohn kaum zum Leben reichte. Armut, fehlende soziale Absicherung und geringe Berufschancen ließen vielen keine andere Möglichkeit, ihr Einkommen aufzubessern.
Die Geschichte des Schnepfenstrichs erzählt deshalb nicht nur vom Rotlichtmilieu, sondern auch von den sozialen Realitäten des alten Wien und von einer Doppelmoral, die bis heute nachwirkt.
🎧 In unserer neuen Folge des Hidden Vienna Podcasts erfahrt ihr, wie das Nachtleben am Graben wirklich aussah und wer die Frauen waren, die das Stadtbild über Jahrhunderte prägten.