04/09/2026
Ausländische Beschäftigte erhalten im Schnitt rund 700 Euro brutto weniger im Monat als österreichische. 12 Prozent von ihnen sind Working Poor. Sie arbeiten also und sind trotzdem armutsgefährdet. Bei österreichischen Beschäftigten sind es im Vergleich dazu nur sieben Prozent.
Politisch wird von Zugewanderten immer wieder verlangt, sich durch Arbeit und „Leistung“ zu integrieren. Die Studie zeigt aber: Arbeit allein schafft noch keine Integration, wenn Menschen schlechter bezahlt werden, häufiger prekär beschäftigt sind und ihre Qualifikationen nicht nutzen können. Wer Integration fordert, muss deshalb auch über faire Löhne, gleiche Chancen und Diskriminierung am Arbeitsmarkt reden.
Ein Grund dafür: Migrant:innen landen besonders oft in schlecht bezahlten Branchen mit körperlich harter Arbeit und ungünstigen Arbeitszeiten. Etwa in Gastronomie, Reinigung, Handel oder Bau. In besser bezahlten Bereichen wie Finanzwesen, Energieversorgung oder öffentlicher Verwaltung sind sie dagegen deutlich unterrepräsentiert.
Auch unsichere Arbeitsverhältnisse treffen sie häufiger. 16 Prozent arbeiten etwa in Leiharbeit oder befristeten Jobs. Das bedeutet weniger Sicherheit, mehr Angst vor Jobverlust und ein höheres Risiko, nach Arbeitslosigkeit beruflich abzusteigen.
Dabei fehlt es keineswegs immer an Qualifikation. Rund jede:r fünfte ausländische Beschäftigte fühlt sich für den eigenen Job überqualifiziert. Nicht anerkannte Abschlüsse, Sprachbarrieren, rechtliche Hürden und Diskriminierung erschweren den Zugang zu besseren Jobs.
Und Diskriminierung ist keinesfalls selten: 42 Prozent der ausländischen Beschäftigten berichten von entsprechenden Erfahrungen. Sie sind außerdem seltener mit ihren Arbeitszeiten und ihrer Tätigkeit zufrieden und fühlen sich im Betrieb weniger eingebunden. Arbeit sollte eigentlich Integration fördern, kann so aber sogar zum Hindernis werden.
Mehr als eine Million Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeiten mittlerweile in Österreich. Das ist rund ein Viertel aller Beschäftigten, in Wien sogar ein Drittel. Seit 2009 geht nahezu das gesamte Beschäftigungswachstum auf ausländische Arbeitskräfte zurück.