Psychologie in Österreich

Psychologie in Österreich Psychologie in Österreich (PIÖ) ist die Fachzeitschrift des Berufsverbandes Österreichischer Psyc Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunkt.

Psychologie in Österreich (PIÖ) ist die Fachzeitschrift des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP). Sie erscheint seit 1981 4x jährlich, davon 1x als Doppelnummer. Die PIÖ publiziert wissenschaftliche Arbeiten und Berichte aus der Praxis, die wissenschaftlichen Kriterien entsprechen und die Vielfalt des psychologischen Tätigkeitsfeldes darstellen. Außerdem werden Informationen veröffentlich, die für österreichische PsychologInnen relevant sind. Die Redaktion der PIÖ: http://www.pioe.at/redaktion/

Mag. Sabine Edlinger-Starr
(Redaktionsleitung)





Der Inhalt, das Editorial, die deutschen und englischen Abstracts der jeweils aktuellen Ausgabe sowie aller seit 2004 erschienenen Ausgaben sind unter http://www.boep.or.at/Fachzeitschrift-Psycholog.170.0.html zu finden. E-Mails bitte an [email protected].

Stimulanzien gehören zu den am häufigsten untersuchten psychoaktiven Substanzen in der klinischen Psychopharmakologie. D...
04/08/2026

Stimulanzien gehören zu den am häufigsten untersuchten psychoaktiven Substanzen in der klinischen Psychopharmakologie. Der im Standard aufgegriffene Forschungsstand beschreibt ein zentrales Paradox: Dieselben Substanzen können – abhängig von Dosis und individueller Ausgangslage – sowohl kognitive
Leistungssteigerung als auch emotionale und kognitive Beeinträchtigung auslösen.

Neurobiologisch lässt sich dieses Phänomen unter anderem durch die inverted-U-Funktion der dopaminergen Aktivierung im präfrontalen Cortex erklären. Moderate dopaminerge Aktivität ist mit verbesserter Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und exekutiver Kontrolle assoziiert, während zu geringe oder zu hohe Aktivierung mit Leistungseinbußen und Dysregulation verbunden sein kann.

Zudem zeigen Studien, dass sich unter chronischer Exposition adaptive Prozesse im dopaminergen System entwickeln können (z. B. Rezeptorregulation), die langfristig zu veränderten Wirkprofilen führen. Dadurch kann es zu scheinbar paradoxen Effekten kommen, etwa einer abnehmenden Wirksamkeit bei gleichbleibender Dosis oder einer veränderten emotionalen Reaktion auf die Substanz.

Auch individuelle Unterschiede – etwa in Neurochemie, Ausgangssymptomatik oder Kontextfaktoren – tragen wesentlich dazu bei, dass die Effekte von Stimulanzien nicht uniform, sondern stark variabel ausfallen.

Damit wird deutlich: Die Wirkung von Stimulanzien ist kein linearer Prozess, sondern ein dynamisches Zusammenspiel aus Dosis, Gehirnzustand und individueller Vulnerabilität.

Quelle: Der Standard. (2026). Das Gehirn im Fokus: Die paradoxe Wirkung von Stimulanzien. https://www.derstandard.at/story/3000000320681/das-gehirn-im-fokus-die-paradoxe-wirkung-von-stimulanzien

Unterscheiden sich einsprachige und mehrsprachige Kinder in ihrem Kommunikationsverhalten? Dieser Frage gehen Stephanie ...
02/08/2026

Unterscheiden sich einsprachige und mehrsprachige Kinder in ihrem Kommunikationsverhalten? Dieser Frage gehen Stephanie Wermelinger, Joanna Rutkowska und Agnese D'Angelo in ihrem Beitrag im aktuellen Heft zum Thema "Sprache" nach.

Wir haben den Artikel freigeschalten - hier geht's zum PDF: bit.ly/pioe_Sprache

Bild: Seljan Salimova/Unsplash

Eine aktuelle Meta-Analyse untersuchte die psychologischen Effekte von Yoga auf Emotionsregulation und Stressverarbeitun...
28/07/2026

Eine aktuelle Meta-Analyse untersuchte die psychologischen Effekte von Yoga auf Emotionsregulation und Stressverarbeitung.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Yoga ist mit einer signifikanten Verbesserung der Emotionsregulation verbunden und reduziert gleichzeitig wahrgenommenen Stress sowie negative Affektzustände.

Besonders relevant ist, dass die Effekte nicht nur kurzfristig auftreten, sondern sich in verschiedenen Studien auch über längere Zeiträume stabil zeigen.

Dabei wirkt Yoga über die:
- Aktivierung parasympathischer Stressregulation
- Verbesserung interozeptiver Wahrnehmung
- Förderung von Achtsamkeit und kognitiver Distanz zu Emotionen

Damit zeigt sich Yoga weniger als „Entspannungstechnik“, sondern eher als multimodale Intervention für Emotionsverarbeitung und Stressresilienz.

📊 Insgesamt unterstützen diese Ergebnisse die Einordnung von Yoga als wirksame ergänzende Maßnahme in der psychologischen Gesundheitsförderung – besonders im Bereich Stress und Emotionsregulation.



Quelle: Mu, X., Xu, K., Wang, X., Sun, Y., Wen, D., & D**g, D. (2026). The effects of yoga exercise on stress relief capacity and emotional changes: A systematic review and meta-analysis. Frontiers in Psychology, 17. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2026.1707131

Wir wenden uns mit diesem Call an Kolleginnen und Kollegen, die sich mit psychologischen Aspekten rund um das Thema "Ein...
27/07/2026

Wir wenden uns mit diesem Call an Kolleginnen und Kollegen, die sich mit psychologischen Aspekten rund um das Thema "Einsamkeit" beschäftigen.

Bei Interesse senden Sie bitte ein kurzes Abstract an [email protected] 📧

Bild: Patrick Fore/Unsplash

ADHS-Content gehört aktuell zu den meistgesehenen Mental-Health-Themen auf TikTok. Eine aktuelle Studie analysierte 98 d...
21/07/2026

ADHS-Content gehört aktuell zu den meistgesehenen Mental-Health-Themen auf TikTok. Eine aktuelle Studie analysierte 98 der meistgesehenen -Videos auf TikTok — mit teilweise alarmierenden Ergebnissen.
89 % der untersuchten Videos wurden von klinischen Expert:innen als irreführend eingestuft. Besonders häufig waren:
- vereinfachte oder falsche Darstellungen von Symptomen,
- übertriebene Verhaltensweisen,
- sogenannte „transdiagnostische“ Symptome (also Erfahrungen, die nicht spezifisch für ADHS sind),
- sowie unbelegte Aussagen ohne wissenschaftliche Grundlage.

Gleichzeitig arbeiteten viele Videos mit Humor und starker Identifikation:
69 % nutzten humorvolle Darstellungen, 58 % selbstabwertenden Humor und 66 % inszenierte oder gespielte Szenen. Genau das macht die Inhalte emotional zugänglich.

Interessant ist auch:
Nur 5 % der analysierten Videos wurden von medizinischen Fachpersonen veröffentlicht.

Die Forschung zeigt dabei ein Spannungsfeld:
Psychologischer Content auf Social Media kann entstigmatisieren und Menschen helfen, eigene Belastungen bewusster wahrzunehmen. Gleichzeitig kann die starke Vereinfachung psychischer Symptome dazu führen, dass alltägliche Erfahrungen vorschnell pathologisiert werden.

Quelle: Neumann, M., Rothenberg, M., Mittmann, G., Ramsauer, J., Dorczok, M. C., & Steiner-Hofbauer, V. (2026). Quirky, relatable, misleading: ADHD’s viral identity on TikTok. Current Psychology, 45(329). https://doi.org/10.1007/s12144-025-08675-1

Unser neues Heft zum Themenschwerpunkt Sprache beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven - von Mehrsprachi...
05/07/2026

Unser neues Heft zum Themenschwerpunkt Sprache beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven - von Mehrsprachigkeit über den Einfluss von Sprache auf das Rechnen bis hin zu Metaphern und dem Vergleich von menschlicher und maschineller Sprache.

Das Redaktionsteam wünscht Ihnen einen schönen Sommer ☀️

Rund ein Drittel der Menschen in Europa leidet an Schlafstörungen – und trotzdem bleibt Schlafgesundheit oft ein blinder...
12/05/2026

Rund ein Drittel der Menschen in Europa leidet an Schlafstörungen – und trotzdem bleibt Schlafgesundheit oft ein blinder Fleck im Gesundheitssystem.

Eine aktuelle Studie von Bassetti et al. (2026) hat genau hier angesetzt und untersucht, wie häufig Schlafstörungen sind und welche gesellschaftlichen Kosten sie verursachen. Dafür wurden systematisch Studien aus ganz Europa ausgewertet (2010–2023) und Daten aus 47 europäischen Ländern zusammengetragen.

Im Fokus standen fünf der wichtigsten Schlafstörungen:
→ Insomnie
→ obstruktive Schlafapnoe
→ Restless-Legs-Syndrom
→ Narkolepsie
→ REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Die Ergebnisse zeigen:
Schlafstörungen sind nicht nur weit verbreitet (z. B. ~18 % für Schlafapnoe, ~10 % für Insomnie), sondern verursachen auch enorme Kosten für die Gesellschaft – allein die Obstruktive Schlafapnoe verursacht rund 184 Milliarden Euro an Kosten und ist damit die kostenintensivste Schlafstörung.
Dabei entstehen die Belastungen nicht nur durch medizinische Behandlung, sondern auch durch indirekte Kosten wie Produktivitätsverluste oder krankheitsbedingte Ausfälle.

👉 Trotz dieser Zahlen spielt die Schlafgesundheit in Public-Health-Strategien bisher nur eine untergeordnete Rolle.

💭 Schlaf ist also nicht einfach „Erholung“ – sondern ein zentraler Gesundheitsfaktor mit massiven individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen

Quelle: Bassetti, C. L. A., Welter, L. S., Montes-Martinez, M., Mühlberger, N., Boon, P., Berger, T., Deuschl, G., Arvandi, M., Konti, M., Lolich, M., Pajediene, E., Fronczek, R., Moro, E., Siebert, U., & Dodel, R. (2026). Epidemiology and economic burden of sleep disorders in Europe. European Journal of Neurology, 33(2), doi: https://doi.org/10.1111/ene.70463

# Metastudie

Was passiert eigentlich, wenn Männer das Gefühl haben, nicht „männlich genug“ zu sein?Eine aktuelle Metaanalyse von Lore...
28/04/2026

Was passiert eigentlich, wenn Männer das Gefühl haben, nicht „männlich genug“ zu sein?

Eine aktuelle Metaanalyse von Lorenz et al. (2026) hat genau das untersucht. Dafür wurden über 100 experimentelle Studien ausgewertet, in denen gezielt Situationen geschaffen wurden, die die eigene Männlichkeit infrage stellen – etwa durch entsprechendes Feedback oder stereotype Zuschreibungen. Ziel war es zu verstehen, wie sich solche „Männlichkeitsbedrohungen“ auf Verhalten, Einstellungen und Emotionen auswirken.

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Wenn Männer sich in ihrer Männlichkeit verunsichert fühlen, reagieren sie häufiger mit Dominanzverhalten, Aggression oder abwertenden Einstellungen gegenüber anderen, etwa gegenüber Frauen oder queeren Personen. Gleichzeitig berichten sie selbst mehr Stress, Unsicherheit und negative Emotionen.

Damit wird deutlich, dass solche Bedrohungen nicht nur Auswirkungen nach außen haben, sondern auch eine innere Belastung darstellen. Die Studie stützt damit die Idee der „prekären Männlichkeit“ – also dass Männlichkeit gesellschaftlich oft als etwas verstanden wird, das immer wieder bewiesen werden muss und schnell in Frage gestellt werden kann.

Die Autor:innen betonen daher, wie wichtig es ist, starre Rollenbilder zu hinterfragen und ein breiteres Verständnis von Männlichkeit zu fördern. Weniger Druck, sich ständig beweisen zu müssen, könnte nicht nur zu einem respektvolleren Umgang miteinander beitragen, sondern auch die psychische Gesundheit von Männern stärken.

💭 Vielleicht ist also nicht die entscheidende Frage, ob man „männlich genug“ ist – sondern warum dieser Maßstab überhaupt so viel Gewicht bekommt.

Quelle: Lorenz, L. L., Hüther, L., Steffens, M. C., Niedlich, C., Wesnitzer, H., & Kachel, S. (2026). Masculinity threat in heterosexual men: A comprehensive meta-analysis of experimental research with recommendations for future theory building and research practice. Personality and Social Psychology Review. https://doi.org/10.1177/10888683261433109

Die randomisierte, placebokontrollierte Studie (publiziert in Nature Medicine) untersuchte die Wirkung von N,N-Dimethylt...
14/04/2026

Die randomisierte, placebokontrollierte Studie (publiziert in Nature Medicine) untersuchte die Wirkung von N,N-Dimethyltryptamin (DMT), einem serotonergen Psychedelikum und zentralen Wirkstoff von Ayahuasca, bei Patient:innen mit Major Depression.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine einmalige DMT-Administration unter kontrollierten Bedingungen und mit psychotherapeutischer Begleitung zu einer signifikanten Reduktion depressiver Symptome führen kann. Diese Effekte traten rasch auf (innerhalb von Stunden bis Tagen) und hielten in Teilen der Stichprobe über mehrere Wochen bis Monate an.
Als Wirkmechanismen werden u.a. eine Modulation des serotonergen Systems (insbesondere 5-HT2A-Rezeptoren), eine erhöhte neuronale Plastizität sowie veränderte funktionelle Konnektivität in depressionsrelevanten Netzwerken diskutiert.
Nebenwirkungen umfassten vor allem vorübergehende psychische Belastungen (z.B. Angst) sowie körperliche Symptome wie Übelkeit.
Die Autor:innen betonen, dass die Effekte stark vom therapeutischen Kontext („Set & Setting“) abhängen und dass weitere groß angelegte Studien notwendig sind, bevor eine breite klinische Anwendung erfolgen kann.
Den Link zum vollständigen Artikel finden Sie in unserer Story!

Lachen ist gesund und Humor kann positive Auswirkungen auf unser Miteinander haben. Aber er hat auch negative Seiten wie...
07/04/2026

Lachen ist gesund und Humor kann positive Auswirkungen auf unser Miteinander haben. Aber er hat auch negative Seiten wie Spott, Herabwürdigung oder Ausgrenzung.

Helga Schachinger beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit den Licht- und Schattenseiten des Humors.

Hier können Sie den ganzen Artikel lesen: bit.ly/pioe_Humor

Bild: Danilo Batista/Unsplash

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