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By Boy, Berlin (Foto: Pixabay/wal_172619)

Alles Banane ... Ostdeutschland, Gefühle und die AfDDer Historiker Clemens Villinger hat dem Tagesspiegel kürzlich ein I...
09/08/2026

Alles Banane ... Ostdeutschland, Gefühle und die AfD

Der Historiker Clemens Villinger hat dem Tagesspiegel kürzlich ein Interview gegeben, bei dem ein Satz für mich herausstach, in dem Villinger die materiellen Voraussetzungen in der DDR beschreibt: Aufgrund der „recht ähnlichen Lebensbedingungen waren die Menschen besonders sensibel für kleinere Ungleichheiten“.

Das begann schon damit, dass man es als „ehrlicher Arbeiter“ als ungerecht empfand, wenn der „Nachbar, der längst nicht so viel leistet wie ich“ materiell viel besser dasteht, weil er „eine Oma im Westen hat, die ihm regelmäßig Westgeld schickt“. Entsprechende Beschwerdebriefe an den Staatsrat oder das Ministerium für Handel und Versorgung hat Villinger in Archiven aufgespürt.

AfD-Fans fühlen sich ungerecht behandelt
Ich finde das mit diesem Ungerechtigkeitsempfinden deshalb so spannend, weil ich genau über dieses Thema kürzlich im ARD Deutschlandtrend gestolpert bin. Der entsprechenden Umfrage zufolge finden 70 Prozent der Anhängerinnen und Anhänger der AfD, dass sie im Vergleich zu anderen im Land weniger als den gerechten Anteil bekommen. (In keiner anderen Partei ist dieses Problem auch nur annähernd so groß.)

Heißt: Wer sich ungerecht behandelt, ja benachteiligt fühlt, ob aus tatsächlichen Gründen (geringerer Verdienst, kaum Erbe) oder aus geschürten Vorurteilen und Verschwörungserzählungen (die Flüchtlinge kriegen alles und ich nichts) heraus, ist für politische Umbrüche offener.

Und jetzt sind wir wieder bei dem Villinger-Interview. Der Historiker sieht nämlich vor allem in einer Unzufriedenheit mit Konsummöglichkeiten und der Teilhabe, insbesondere im gesamtgesellschaftlichen Vergleich (Ost versus West, Arm versus Reich) hohes Konfliktpotenzial.

Unzufriedenheit führt zu Protesten
In der DDR habe die große Unzufriedenheit mit dem Wirtschaftssystem zu breiten Protesten und schließlich zur friedlichen Revolution geführt. Und damit zur Demokratie. Villinger aber warnt: Das „kann aber auch eine andere Richtung nehmen, siehe AfD“.

Eine Lösung sehe ich da jetzt auf die Schnelle nicht. Aber gut wäre schon einmal, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz seine Abscheu gegenüber den normalen Menschen nicht allzu deutlich äußern würde. Vielleicht könnte man gegebenenfalls auch noch einmal über Fehler und Verletzungen im Transformationsprozess sprechen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass viele Enttäuschte, hüben wie drüben, sich gern einmal gesehen fühlen wollen. Hören wir uns doch die Geschichten an und betrauern mögliche Ungerechtigkeiten. Vielleicht können wir dann ja damit abschließen und ersparen uns eine neue Diktatur.

Was meint ihr?

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👇 Bananen - D.A.S. Symbol für Mangel in der DDR. (Bild: StockSnap/Pixabay)

Wollt ihr das wirklich zurück? Ich meine das Essen, das es in der DDR (vor allem in Ost-Berlin) am Imbiss gab, und nein ...
02/08/2026

Wollt ihr das wirklich zurück?

Ich meine das Essen, das es in der DDR (vor allem in Ost-Berlin) am Imbiss gab, und nein es geht nicht um Currywurst oder Bullette.

Ist natürlich ein bisschen polemisch, die Frage. Aber ich kann mit Ketwurst, Krusta oder Grilletta nicht mehr viel anfangen. Jetzt, wo ich auch die Originale essen könnte. Oder Erbseneintopf aus der Dose mit DDR-Fahne, really? Oder Jägerschnitzel?

Für den D.R.O.B. Newsletter habe ich einmal einen Blick zurück geworfen. Warum sind diese Gerichte eigentlich entwickelt worden. Und wie lange gab es sie noch.

Ich gebe zu: Ein gut gemachtes Würzfleisch (Ragout Fin) oder Soljanka, da greif ich auch heute noch gern zu.

Wie ist das bei euch?

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(Foto: DmncDvs © CC BY-SA 4.0)

Wie denken Ost und West über sich und übereinander? Und was kann man von dem DDR-Therapeuten Hans-Joachim Maaz lernen, d...
29/07/2026

Wie denken Ost und West über sich und übereinander? Und was kann man von dem DDR-Therapeuten Hans-Joachim Maaz lernen, der die Ostdeutschen 1990 kollektiv auf die Couch gelegt hat?

Meine Kollegin Carola Güldner hat sich im zweiten Teil ihrer auf einer Umfrage basierenden Analyse „Das Denken der Anderen“ (für DROB) mit dieser und weiteren Fragen auseinandergesetzt.

Waren die Menschen in der DDR wirklich so herzlich und hilfsbereit, wie heute viele mit dem Blick zurück meinen? Oder nicht doch eher Eher verschlossen und vorsichtig?

Und warum sollen die Menschen auf der anderen Seite von Mauer und Grenzzaun nicht auch hilfsbereit gewesen sein?

Oder sind die Ostdeutschen „Avantgarde“, also Menschen, die den Bruch früher durchgemacht haben als der Westen, die Arbeitslosigkeit, das Ende des Lebens in einem sicheren Beruf?

In Carolas Analyse bekommen viele Menschen eine Stimme. Es lohnt sich, hier einmal reinzulesen. Und einen 1. Teil gibt es ja auch noch!

Lasst gern einen Kommentar, ein Like und ein Abo (gratis) da.

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Rosa und Regenbogen in Ostdeutschland ...🌈 War die DDR offener für Rosa und Regenbogen als es viele Ostdeutsche heute zu...
11/07/2026

Rosa und Regenbogen in Ostdeutschland ...

🌈 War die DDR offener für Rosa und Regenbogen als es viele Ostdeutsche heute zu sein scheinen?

Wahrscheinlich eher nicht.

🚴 Doch zumindest bei der Internationalen Friedensfahrt punkteten die Fahrer mit einem rosa Trikot, denn das bekam der vielseitigste Fahrer (oft Olaf Ludwig). Und das Regenbogen-Trikot trägt natürlich der amtierende Rad-Weltmeister.

Die kurze Geschichtslektion bekommt ihr, weil ein von Rudolf Scharping, ja der Ex-Bundeskanzlerkandidat, geleitetes Komitee die Tour de France nach Ostdeutschland holen will. Und zwar 2029, also 40 Jahre nach dem Fall der Mauer. Würde ja irgendwie auch passen, oder?

Außerdem im aktuellen D.R.O.B. Newsletter (bitte zahlreich abonnieren):

‼️ Ein Podcast-Tipp („Ungehalten“) über Menschen, die in der DDR in die Wochenkrippe gehen mussten (bzw. gehen ist ja ein bisschen viel gesagt, los ging es durchaus schon ab 6 Wochen).

‼️ Ein Reportage-Tipp über DDR-Nostalgie und Menschen in Sachsen-Anhalt vom WDR-Magazin „Monitor“ – ich musste schon nach wenigen Minuten abbrechen. Hoher Fremdschämfaktor.

‼️ Ein Ausstellungs-Tipp zum Thema Gastarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in Ost und West. Sehen könnt ihr die Ausstellung im Berliner Museum Ephraim-Palais.

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(Bild: HilmarBuschow/Pixabay)

Ostdeutschland, du hast (k)ein Startup-Problem ...Gerade ist im Tagesspiegel ein Artikel erscheinen, der das Thema Erben...
07/07/2026

Ostdeutschland, du hast (k)ein Startup-Problem ...

Gerade ist im Tagesspiegel ein Artikel erscheinen, der das Thema Erben und Vermögensungleichheit Ost versus West unter die Lupe nimmt. Dort konnte ich meinen Senf dazugeben, mal aus einer eher privaten Sicht heraus.

Allerdings rühren die eklatanten Unterschiede, was verfügbares und vererbbares Vermögen in Ostdeutschland angeht, ja nicht nur an meiner Ehre. Sie sorgen etwa auch dafür, dass weniger Startups gegründet werden können.

Wer in einer Familie aufwächst, die keine oder nur wenig finanzielle Sicherheit bieten kann, geht auch weniger Wagnisse ein. Denn ein Scheitern kann für eine lebenslange finanzielle Belastung sorgen. Außerdem gibt es in struktur- und finanzschwachen Gegenden weniger potenzielle Geldgeberinnen und Geldgeber.

Der Halbjahresbericht des Startup-Verbands zeigt diese Schwäche ganz deutlich. Er zeigt aber auch, dass wir Ostdeutschland nicht (mehr) als eine einzige graue Masse betrachten dürfen, ebenso wenig wie Westdeutschland.

Denn, wie vielleicht zu erwarten, liegen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen ganz hinten, wenn es um Startup-Neugründungen pro Kopf geht. Hier wurde von Januar bis Juni 2026 jeweils gerade einmal ein Startup pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gegründet.

Dagegen schlagen sich Brandenburg und Sachsen auf Platz sieben und zehn Im Bundesländer-Ranking deutlich besser als etwa das Saarland oder Rheinland-Pfalz.

Berlin als Startup-Hauptstadt nehme ich hier bewusst aus, da in dem Bericht nicht nach Ost und West unterschieden wird.

Auffällig ist jedenfalls, dass Potsdam nach Pro-Kopf-Gründungen in die Top-Ten der Städte Deutschlands aufgestiegen ist.

Und in Sachsen gibt es zwei Unicorns, also Startups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Euro. Davon gibt es in ganz Deutschland gerade einmal 36 und nicht nur in den anderen ostdeutschen Bundesländern, sondern auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kein einziges. Und selbst Nordrhein-Westfalen hat nur 1.

Was lernen wir daraus? Ein großer Teil der Grenzen bei Startup-Gründungen lässt sich nicht mehr ausschließlich zwischen Ost und West ziehen. Strukturelle Benachteiligungen, mal abgesehen von Erbe und Vermögen, gibt es auch in Regionen in Westdeutschland.

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(Bild: dehaasbe/Pixabay)

Wenn heute in Erfurt demokratische Kräfte aller Couleur gegen den Parteitag der AfD protestieren, dann ist auch der Sims...
04/07/2026

Wenn heute in Erfurt demokratische Kräfte aller Couleur gegen den Parteitag der AfD protestieren, dann ist auch der Simson-Erbe und Sprecher der jüdischen Familie Dennis Baum dabei.

Er findet jede „Verbindung mit der AfD als abstoßend und als eine Beleidigung unseres Familiennamens“, wie er dem Tagesspiegel sagte. Und er will, dass „die AfD alle Plakate, T-Shirts und Werbemittel, mit denen sie unseren Namen missbraucht, vernichten muss“.

Aber was hat das DDR-Kult-Moped Simson eigentlich mit der AfD zu tun? Und warum spricht ein Kommunikationsexperte hier sogar von „kultureller Aneignung“?

Ich habe mir im DROB Newsletter ein paar Gedanken zur -Affinität der Ostdeutschen gemacht, an die sich offenbar politisch anknüpfen lässt.

Darüber hinaus empfehle ich euch das neue Buch von Ilko-Sascha Kowalczuk („Faschismus ist keine Meinung“) und den Zeitkapsel-Podcast des NDR.de, in dem Zeitzeuge Achim Neumann seine Geschichte erzählt.

Die handelt von Flucht, Verrat und tödlichen Schüssen. Und sie handelt von einem Land, in dem junge Menschen verhaftet werden, weil sie die falsche Musik hören oder über Flucht nachdenken.

Und ja, es geht dabei um die .

Abonniert gern den Newsletter, liket und teilt, was das Zeug hält! Ihr unterstützt damit die Aufklärung in und über die DDR und Ostdeutschland.

Vielen lieben Dank!

Alle Links wie immer in den Kommentaren.

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Foto: Kult-Moped Simson S51. (c) Lakeblog/Pixabay

Ich habe mir Gedanken gemacht ... über die Bezeichnungen „Ostdeutsch“ und „Ossi“.Ich bin in der   geboren und in ganz we...
27/06/2026

Ich habe mir Gedanken gemacht ...

über die Bezeichnungen „Ostdeutsch“ und „Ossi“.

Ich bin in der geboren und in ganz weit im Osten Berlins aufgewachsen.

Ich kenne die Beschämung durch Zonen-Gabi und Zuschreibungen wie faul und Jammer-Ossi. Ich werde nicht viel erben und habe auch keinen Onkel, der in der Konzernzentrale einer großen deutschen Bank arbeitet.

Ich fühle mich immer noch als Ostdeutscher, aber in letzter Zeit – anders als Leander Haußmann – weniger. Denn, was soll denn das eigentlich bedeuten.

Wer ist denn Ostdeutscher und wer nicht? Nach einer Definition der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2019 wäre weder ich noch Angela Merkel ostdeutsch.

Was ist mit jenen, die nach 1989 geboren sind oder jenen, die vor 1989 gegangen sind. Was ist mit jenen, die zugezogen oder weggegangen ist.

Wo fängt Ossi an, wo hört es auf? Sollte es überhaupt noch wichtig sein?

Ich habe das Gefühl, dass der Begriff, die Selbstbezeichnung, so langsam zur Folklore verkommt. „Ossi“ wird missbraucht und instrumentalisiert.

Sollten wir ihn ersetzen? Ich könnte sagen: „Ich bin ein Berliner“ – und das „Ost“ nur ganz leise mitdenken. Oder bin ich überhaupt noch Berliner, nach fast 20 Jahren ?

Wie seht ihr das?

Gern den gesamten Text lesen – es gibt auch wieder eine Reihe spannender TIPPS. Newsletter gratis abonnieren, liken und teilen!

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(Bild: Photoholiday/Pixabay)

Der Handschlag – ein ostdeutsches Phänomen?Für die DROB Plattform hat meine Kollegin Carola Güldner einen Fragebogen ent...
22/06/2026

Der Handschlag – ein ostdeutsches Phänomen?

Für die DROB Plattform hat meine Kollegin Carola Güldner einen Fragebogen entwickelt, in dem Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West unter die Lupe genommen werden (in den Kommentaren findet ihr den Link mit dem Formular zum Mitmachen).

Interessant für mich: die Frage zum . Die lautet wie folgt: „Hast du dir / Haben Sie sich ostdeutsche Gesten abgewöhnt, etwa das selbstverständliche Händereichen zur Begrüßung, weil die Hand zu oft ins Leere ging?“

Das Händereichen zur Begrüßung als ostdeutsche Geste?

Das würde zumindest erklären, warum man sich bei uns in der Familie früher immer die Hand gereicht hat, statt sich zu umarmen oder ein Küsschen auf die Wange zu drücken – wie es jetzt der Fall ist.

Bei Wikipedia findet sich ein Hinweis darauf, dass da wirklich etwas dran ist: „Während sich die normative Funktion des Händeschüttelns in (Bundesrepublik Deutschland) seit der 68er-Bewegung erheblich verringert hat, wurde sie in der eher noch gesteigert (z. B. individuelles Händeschütteln auch beim Hinzukommen zu größeren Gruppen). Eine Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Ostdeutschen ihre Freunde und Bekannten mit Handschlag begrüßen, bei Westdeutschen sind es dagegen nur etwa 40 Prozent.“

Wie ist das bei euch?

Oder wisst ihr was? Füllt doch gleich das ganze Formular aus. Es gab schon viele tolle Rücksendungen und wir werden die Auswertung in der D.R.O.B. zelebrieren.

👉 D.R.O.B. – Texte zu Ostdeutschland, Erinnerung und Gegenwart

(Foto: steinchen/Pixabay)

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