31/12/2025
Eine Silvesterbotschaft im Geiste der Homöopathie (der versuch so zu klingen wie Hahnemann) :)
Werte Freunde der wahren Heilkunst,
an der Schwelle eines neuen Jahres, da das Alte vollendet ist und das Kommende noch im Schoße der Zeit ruht, sei es erlaubt, einen stillen, aber ernsten Blick auf das höchste Gut des Menschen zu richten: seine Gesundheit.
Das Ziel der ärztlichen Kunst ist nicht das bloße Stillen einzelner Beschwerden, nicht das hastige Überdecken von Symptomen, sondern – wie ich es einst formulierte –
„die schnelle, sanfte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit“ (§ 2, Organon der Heilkunst).
Alles, was diesem Ziele nicht dient, ist Beiwerk; alles, was ihm widerspricht, ist Irrweg.
Die Homöopathie erhebt dabei einen Anspruch, der ebenso schlicht wie tiefgreifend ist:
Der Mensch soll nach der Behandlung gesünder sein als zuvor. Denn der Zustand, in welchem er lebte, bevor die Krankheit offenbar wurde, war bereits ein Zustand innerer Unordnung. Wäre er wahrhaft gesund gewesen, so hätte die Krankheit keinen Boden gefunden, auf dem sie hätte wurzeln können.
„Im gesunden Zustande des Menschen waltet die Lebenskraft unumschränkt“ (§ 9).
Wo sie jedoch aus ihrem Gleichgewicht gerät, da spricht sie zu uns in der Sprache der Symptome. Diese sind nicht der Feind des Menschen, sondern der ehrliche Ausdruck seiner gestörten Harmonie. Sie zu unterdrücken heißt, die Stimme der Natur zum Schweigen bringen – sie zu verstehen heißt, ihr zu helfen.
Darum gilt:
„Der Arzt muss wissen, was an jedem einzelnen Krankheitsfalle zu heilen ist und was an jeder Arznei das Heilende ist, damit er das Eine dem Andern angemessen zuzuordnen vermag.“ (§ 3)
Die homöopathische Arznei wirkt nicht wider den Organismus, sondern im Einklang mit der Lebenskraft. Sie führt den Menschen nicht zurück in jenen Zustand, der ihn krank machte, sondern weist ihm den Weg zu einem höheren Maß an innerer Ordnung, Klarheit und Widerstandskraft. Wahre Heilung ist daher immer auch Wandlung.
Möge das kommende Jahr vielen Menschen eine solche Wandlung bringen:
mehr Maß im Leben, mehr Achtsamkeit für die eigenen Grenzen, mehr Vertrauen in die Gesetze der Natur. Möge die Homöopathie auch weiterhin als sanfte, aber tief wirkende Kunst dienen, den Menschen aus krankmachenden Zuständen herauszuführen – nicht rückwärts, sondern vorwärts, zu einer reiferen Gesundheit.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes, gesundes und erkenntnisreiches neues Jahr,
getragen von Vernunft, Erfahrung und der stillen Kraft der wahren Heilkunst.