Novitats

Novitats Alles aus dem Hochtal Lenzerheide, aus dem Albulatal und aus dem Churwaldnertal.

Auflage: 4623 Exemplare
Gebiete: Malix, Churwalden, Parpan, Lenzerheide, Valbella, Vaz/Obervaz, Lantsch/Lenz, Brienz/Brinzauls, Schmitten, Alvaneu, Surava, Tiefencastel, Alvaschein, Mon und Stierva
Redaktion: Sitz in Lenzerheide
Gehört zu: Südostschweiz Medien

Brienz/Brinzauls: Langsamer Schuttstrom hat sich beruhigtDie Gefährdungslage für das Dorf Brienz/Brinzauls hat sich grun...
07/12/2025

Brienz/Brinzauls: Langsamer Schuttstrom hat sich beruhigt

Die Gefährdungslage für das Dorf Brienz/Brinzauls hat sich grundlegend verändert. Die Gefahren durch einen Absturz des ehemaligen «Plateau Ost» und durch die «Schutthalde oben» bestehen nicht mehr. Die neu entstandene Schutthalde oberhalb des Dorfes hat sich seit dem Abbruchereignis der vergangenen Woche stark beruhigt und ist grösstenteils zum Stillstand gekommen. Bis die Gefährdung durch die neugeschaffenen Verhältnisse am Berg neu beurteilt werden kann, muss die vorsorgliche Evakuierung weiter bestehen bleiben. Temporäre Zutritte zum Dorf werden tagsüber voraussichtlich noch vor den Festtagen wieder möglich.

Eine Woche nach dem Abbruchereignis des ehemaligen «Plateau Ost» und der «Schutthalde oben» hat der Frühwarndienst eine erste Lagebeurteilung vorgenommen. Die Lage am Berg hat sich durch die neu entstandenen Verhältnisse generell stark beruhigt.

Im Verlaufe des Novembers hatte sich das «Plateau Ost» hoch über dem Dorf immer stärker beschleunigt. Es ging vergangene Woche in einem mehrtägigen Abbruchereignis ab. Aus der instabil gewordenen Felsmasse gingen über 100 Felsstürze auf die darunterliegende «Schutthalde oben» nieder. Die zunehmende Auflast der Felsstürze beschleunigte die «Schutthalde oben» stark. Ein grosser Abbruch von rund 200'000 bis 300'000 Kubikmetern Fels auf die immer schneller werdende «Schutthalde oben» konnte vorerst nicht ausgeschlossen werden.

Durch die fortschreitende Bewegung zerlegte sich das «Plateau Ost» dann zunehmend in eine Schuttablagerung und vereinte sich mit der «Schutthalde oben» zu einem langsamen Schuttstrom. Dieser bewegte sich zeitweise mehrere Meter pro Stunde Richtung Dorf. Dadurch wurden die Schuttablagerungen der «Schutthalde oben» rund 125 m talwärts in flacheres Gelände geschoben. Die Geschwindigkeiten der neuen Schutthalde haben sich innert weniger Tage nach dem Abbruchereignis stark verlangsamt und sind im unteren Bereich grösstenteils zum Stillstand gekommen. Der unterste Teil des Schuttkegels hinter dem Dorf hat sich durch das Abbruchereignis nicht bewegt.

Den Berg neu kennenlernen

Der Ereignisablauf der vergangenen Woche stellt für die Fachleute des Frühwarndienstes den bestmöglichen Ausgang für Brienz/Brinzauls dar: Mit dem gemeinsamen Abgang als langsamer Schuttstrom, wurde sowohl die Gefährdung durch das «Plateau Ost» als auch die Gefährdung durch die «Schutthalde oben» eliminiert.

Wie nach jedem grösseren Abbruchereignis hat sich das Gelände – und damit möglicherweise auch das Bewegungsverhalten der übrigen Bereiche am Berg – verändert. Damit der Frühwarndienst die Lage genauer einschätzen kann, muss er umfassende Analysen vornehmen und Erfahrungen mit den neu entstandenen Verhältnissen am Berg sammeln.

Durch das Abbruchereignis der vergangenen Woche wurde eine Vielzahl von Messpunkten zerstört. Am Donnerstag mussten daher mit einem Helikopter in der neuen Schutthalde, auf dem Plateau West und im Gebiet «Pro Fop» neue Messpunkte installiert werden.

Fachleute des Frühwarndienstes nahmen eine Erstbeurteilung der neugeschaffenen Verhältnisse aus dem Helikopter vor: Derzeit geht die grösste Gefährdung für das Dorfgebiet von grossen Sturzblöcken aus, die sich in den frischen Anrissbereichen hoch oben am Berg befinden. Sie können bis weit auf die untere Schutthalde und möglicherweise auch darüber hinaus abstürzen. Wenn abstürzende Blöcke auf liegende Blöcke prallen, können zudem Splittersteine entstehen, die eine zusätzliche Gefährdung darstellen.

Keine kurzfristige Aufhebung der Evakuierung

Obwohl sich die Situation seit dem Abbruchereignis des «Plateau Ost» und der «Schutthalde oben» grundsätzlich verbessert hat, kann die laufende Evakuierung vorerst nicht aufgehoben werden. Die künftigen Entwicklungen am Berg sind aufgrund der neugeschaffenen Verhältnisse noch unsicher. Sie müssen im Dezember und Januar weiter beobachtet und anhand von Messdaten analysiert werden. Erst dann können die Fachleute des Frühwarndienstes und die beratenden Geologen die geologischen Verhältnisse und die Gefährdung neu beurteilen.

Temporäre Zutritte zum Dorf werden tagsüber voraussichtlich vor den Festtagen wieder möglich sein. Dafür sind noch Abklärungen zur Gefährdung durch grosse Sturzblöcke und Splittersteine nördlich des Dorfes erforderlich. Gemäss Beschluss des Gemeindeführungsstabes werden nach erfolgter Freigabe durch den Frühwarndienst temporäre Zutritte jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr möglich sein. Die Information der Betroffenen über die temporären Zutritte wird wie bisher jeweils am Vortag via SMS übermittelt.

Für die Landwirtschaft werden Zutritte an denjenigen Tagen möglich sein, an denen auch das Dorf betreten werden darf. Der Zutritt erfolgt auch für die Landwirtschaft ausschliesslich über den Kontrollpunkt Belfort; es gilt das übliche Winterfahrverbot auf den landwirtschaftlichen Wegen.

Bild 1:
Grosse Sturzblöcke (gelber Kreis) in den Anrissbereichen des ehemaligen Plateau Ost hoch über dem Dorf.
Bild: Grünenfelder &Partner AG

Bild 2:
Neue Geländebezeichnungen nach dem langsamen Schuttstrom 2025: «Plateau Ost» und «Schutthalde oben» sind weggefallen. Das stabile Gelände oberhalb der Rutschung Berg wird als «Pro Fop» bezeichnet. Die neue Schutthalde reicht von Pro Fop bis hinunter zur Ablagerung von 2023 hinter dem Schulhaus.
Bild: Carlo Guetg – Mediendienst Albula/Alvra

Brienz/Brinzauls: Neue Entwicklung am BergHoch über dem Dorf Brienz/Brinzauls hat sich die Lage stark verändert. Der Frü...
27/11/2025

Brienz/Brinzauls: Neue Entwicklung am Berg

Hoch über dem Dorf Brienz/Brinzauls hat sich die Lage stark verändert. Der Frühwarndienst hat festgestellt, dass sich das Plateau Ost zunehmend in eine Schuttmasse zerlegt und sich mit der «Schutthalde oben» vereint hat. Zusammen schieben sich die Schuttmassen nun als langsamer Schuttstrom talwärts Richtung Dorf. Ein grosser Abbruch des Plateaus Ost ist nicht mehr möglich.

Das «Plateau Ost» hatte sich über die letzten Tage enorm beschleunigt. In vielen Dutzend Felsstürzen war bereits ein erheblicher Teil abgestürzt und hatte auch die darunter liegende Schutthalde beschleunigt. Die Geologen des Frühwarndienstes konnten bis Mittwoch einen Absturz des verbleibenden Plateau Ost auf die tiefer liegende Schutthalde aber nicht ausschliessen.

Im Verlaufe des Mittwochs veränderten sich die Prozesse am Berg: Das Plateau Ost fiel immer stärker in sich dabei zusammen und zerlegte sich zunehmend in eine Schuttmasse, die auf die darunterliegende Schutthalde drückte und sie dabei beschleunigte. In der Schutthalde wurden zeitweise Geschwindigkeiten von bis zu 5 Metern pro Stunde gemessen. Am frühen Donnerstagmorgen nahmen die Geschwindigkeiten des neu gebildeten Schuttstromes bereits wieder deutlich ab.

Der untere Rand des Schuttstroms («Stirnbereich») stiess über Nacht um rund 100 Meter Richtung Dorf vor; die Distanz zum nördlichen Dorfrand lag am Donnerstagmorgen noch bei rund 400 Metern. Der Frühwarndienst erwartet in den nächsten Stunden eine weitere Verlangsamung des Schuttstroms. Ein Grossabbruch des Plateaus Ost wird nun nicht mehr erwartet.

Für die Verkehrswege unterhalb des Dorfes besteht weiterhin keine Gefahr. Die beiden Kantonsstrassen von Tiefencastel nach Surava und auf die Lenzerheide sind offen. Auch die Albulalinie der Rhätischen Bahn zwischen Tiefencastel und Filisur wird normal betrieben.

Bild: Der langsame Schuttstrom (rot-weiss eingegrenzt) ist im Wärmebild der vergangenen Nacht besonders gut zu erkennen: Oben (hell) die neue Anrisskante, unten (hell) kleinere Rutschungen im Stirnbereich der sich bewegenden Schutthalde.
Bild: SRF – BRK Media – Mediendienst Albula/Alvra

Brienzer Rutsch: Deutliche Beschleunigung im Plateau OstSeit einigen Tagen beobachtet der Frühwarndienst eine deutliche ...
18/11/2025

Brienzer Rutsch: Deutliche Beschleunigung im Plateau Ost

Seit einigen Tagen beobachtet der Frühwarndienst eine deutliche Beschleunigung im Teilbereich «Plateau Ost» hoch über Brienz/Brinzauls. Der Frühwarndienst und die beratende Geologengruppe erwarten, dass es in den nächsten Tagen zu einem Abbruch von Teilen des Plateau Ost kommen wird. Der Zugang zum Dorf und zu den Wiesen in der Zone mit Betretungsverbot ist deshalb bis auf Weiteres nicht möglich.

Die Messanlagen des Frühwarndienstes zeigen seit einigen Tagen, dass sich der Teilbereich «Plateau Ost» hoch über Brienz/Brinzauls markant beschleunigt hat. Mit 8 bis 10 Zentimetern pro Tag bewegt sich das Plateau Ost so schnell wie noch nie. Noch schneller bewegt sich der Felsbereich zwischen dem «Plateau Ost» und dem «Plateau West». Hier registrieren die Messgeräte Geschwindigkeiten von über 10 Zentimeter pro Tag. Weiter westlich, im «Plateau West» sind die Geschwindigkeiten mit bis zu 2 Zentimetern pro Tag markant tiefer.
Die Beschleunigung im Plateau Ost schreitet fort, obwohl es in den vergangenen Wochen kaum grössere Niederschläge gegeben hat. Die Geologen gehen davon aus, dass Teile des Plateaus Ost in den nächsten Tagen abstürzen können. Ein Abbruch kann in einem einzelnen oder in mehreren kleineren Ereignissen stattfinden. Das Absturzvolumen wird auf 100’000 bis 150'000 Kubikmeter geschätzt. Dies entspricht etwa 100-150 Einfamilienhäusern.
Im günstigen Fall bleiben die abstürzenden Massen in der Schutthalde liegen und lösen keinen weiteren Prozess aus. Im ungünstigsten Fall führt die schlagartige Belastung der «Schutthalde oben» durch das Gewicht der abstürzenden Masse dazu, dass die «Schutthalde oben» ausgelöst wird und dann bis zu eine Million Kubikmeter Material in Form eines schnellen Schuttstroms oder einer Felslawine Richtung Dorf abstürzen. Teile des Dorfes könnten dadurch getroffen werden.

Der Zutritt zum Dorf für Evakuierte und die Bewirtschaftung der Wiesen in den Bereichen «LW hell» und «LW dunkel» sind deshalb aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres nicht möglich.

Eine Gefährdung der Eisenbahnlinie und der Kantonsstrassen unterhalb des Dorfes besteht dank der trockenen Verhältnisse momentan nicht.
(Bilder Gemeinde Albula/Alvra, Grünenfelder AG)

Felsabbrüche erwartet :(Brienz/Brinzauls: Der Frühwarndienst beobachtet instabilen Felsbereich Die Zutrittsmöglichkeiten...
31/10/2025

Felsabbrüche erwartet :(

Brienz/Brinzauls: Der Frühwarndienst beobachtet instabilen Felsbereich

Die Zutrittsmöglichkeiten für Evakuierte zum Dorf waren in den letzten Tag unregelmässiger als bisher. Grund dafür ist ein instabiler Felsbereich am Fuss des Plateaus direkt über der Schutthalde. Er wurde innert weniger Tage instabil und führte zu einer Beschleunigung des gesamten Plateaus Ost. Dies hat zu einer unerwartet raschen Verschärfung der Gefahrenlage für das Dorf geführt.

An der Bevölkerungsinformation vom 22. Oktober wies der Geologe Reto Thöny, Co-Leiter des Frühwarndienstes, darauf hin, dass Teile des Plateaus erhöhte Geschwindigkeiten zeigen und bei weiterer Beschleunigung zur Gefahr für das Dorf Brienz/Brinzauls werden können. Nur zwei Tage danach trat diese Entwicklung ein.

Ohne Vorwarnung und ohne nennenswerte Niederschläge begann sich im Fussbereich des Plateaus ein Felsrücken innert weniger Tage auf bis zu 65 cm pro Tag zu beschleunigen. Die Beschleunigung führte dazu, dass der Felsrücken immer mehr zerbrach. In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober kam es dann zu einem Felsabbruch auf die «Schutthalde oben» und beschleunigte sie. Seit dem Felsabbruch sind die Geschwindigkeiten des instabilen Felsrückens zwar etwas zurückgegangen. Bei Geschwindigkeiten von rund 45 cm pro Tag werden in den nächsten Tagen aber weitere Felsabbrüche aus dem instabilen Bereich erwartet.

Der instabil gewordene Felsrücken unterhalb der Front scheint sich bis hoch ins darüberliegende Plateau auszuwirken. Im zentralen und östlichen Teil des Plateaus sowie der Front Ost wurden in den vergangenen Tagen trotz mehrheitlich trockener Witterung zunehmende Geschwindigkeiten gemessen. Eine verlässliche Prognose über die Lageentwicklung am Berg ist für die nächsten Tage sehr schwierig. In den kommenden Tagen werden weitere Teilabbrüche erwartet. Wie sich diese Entwicklung auf das Plateau auswirkt, wird vom Frühwarndienst engmaschig überwacht.

Zutritt zum Dorf:

Wegen der ungewissen Lageentwicklung konnte der Frühwarndienst in den letzten Tagen jeweils erst am Nachmittag entscheiden, ob ein Zutritt zum Dorf am kommenden Tag möglich ist. Der Gemeindeführungsstab weist darauf hin, dass sich die Situation auch an Tagen, wo ein Zutritt möglich ist, rasch ändern und der Zutritt aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden kann. Dies würde den Evakuierten per SMS-Nachricht mitgeteilt.

Für den Sonntag werden wieder stärkere Niederschläge vorausgesagt und eine weitere Verschärfung der Gefahrenlage kann nicht ausgeschlossen werden. Nach heutigem Wissen ist es unsicher, ob in den kommenden Wochen tagsüber Zutritte zum Dorf möglich sein werden. Falls der Zutritt am Samstag möglich ist, empfiehlt der Gemeindeführungsstab deshalb, den Tag dazu zu nutzen, noch anstehende Wintervorbereitungen im Dorf zu erledigen. Es könnte danach eventuell länger dauern, bis wieder ein Zutritt zum Dorf möglich ist.

Die beiden Landwirtschaftsbetriebe im Dorf mussten aufgrund der unsicheren Lageentwicklung ihre Arbeiten zur Wintervorbereitung beschleunigen. Die Nutztiere, die in den letzten Wochen in den Ställen untergebracht waren, wurden in ihre Winterquartiere ausserhalb des Dorfes gebracht.

(Gemeindeführungsstab Albula/Alvra, Christian Gartmann)

Bild des Georadars vom Mittwoch, 29. Oktober: Im weissen Kreis der instabile Felsrücken. Rechts darüber das beschleunigte «Plateau Ost» (pink).
Bild: © Geopraevent

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29/08/2025

Heim ins Tal

Der erste Alpabzug der Region ist bereits Geschichte und der Alpsommer auf Alp Chötzenberg schon wieder zu Ende. Bunt geschmückt kehrten die Kühe ins Tal zurück. Wie Ramona Bernegger und Marcel Gwerder ihren Alpsommer erlebt haben, lest Ihr in der aktuellen Ausgabe der Novitats.
(Bilder Nicole Trucksess)

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