17/07/2022
DAS WORT ZUM SONNTAG
Ist es tatsächlich so, ich lese die Schlagzeile, dass auf Anordnung der Regierung des Landes Sri Lanka die Landwirtschaft auf Bio umgestellt wurde. Worauf innert Kürze eine Hungersnot ausbrach. So berichtet eine Sonntagszeitung.
Leider oder vielleicht auch zum Glück, bleibt mir nur die Schlagzeile als Information. Ich bin nicht abonniert und habe keinen Zugang zum Artikel, der mir erklären würde, warum biologische Landwirtschaft zu einer Hungersnot geführt hat und zu einem Volksaufstand. Wunder nimmt es mich schon. Und ich möchte nicht, dass nur diese eine angedeutete Wahrheit in mir haften bleibt: Bio ist gleich verhungern !
Sri Lanka ist ja bei meinen Landsleuten eine beliebte Ferieninsel. Bevölkert von Menschen, welche uns als Küchenhilfen und allerlei Putzarbeiten verrichtend bekannt sind. Manch einer von uns und eine verziehen sich sich dorthin in ein Ashram um sich zu reinigen.
Bei "heise/Tedlepolis" finde ich einen Bericht, gratis, der zusammengefasst sagt:
"Domino-Effekte von außen und innenpolitische Fehlentscheidungen haben das Land ruiniert. Ein schrittweiser Umbau zur pestizidfreien Landwirtschaft könnte dennoch gelingen. Man merkt den Unterschied in der Berichterstattung. Im Mai 2021 kündigte Rajapaksa ein Einfuhrverbot für chemische Düngemittel und Agrochemikalien an. Erklärtes Ziel war es, die gesundheitlichen Schäden durch übermäßigen Chemie-Einsatz einzudämmen. Das Land sollte "globaler Vorreiter in Sachen ökologischer Landbau" werden. Wie überall in Südasien setzen die Bauern auch in Sri Lanka massiv auf Agrochemikalien, um aus dem Boden der meist kleinen Äcker maximalen Ertrag herauszuholen. Die giftigen Pestizid-Cocktails sollen die Pflanzen vor Schädlingsbefall schützen. Denn Ernteverluste führen bei den zumeist mittellosen Bauern schnell in Existenznöte.
Das Importverbot von Agrochemikalien bedrohte die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen – vor allem den Tee-Anbau, in dem massiv Pestizide eingesetzt werden. Sieben Monate nach der Einführung des Importverbotes, wurde es wieder aufgehoben. Kunstdünger und Agrochemikalien sollten nun wieder so lange importiert werden dürfen, bis das Land in ausreichendem Umfang organischen Dünger herstellen kann. Dennoch bestand der Präsident weiterhin darauf, seine "grüne Revolution" in der Landwirtschaft umzusetzen".
Hier in diesem Kanton sind 60 % der Bauern bio. Bemerkbar macht sich das, sobald man in ihre Dörfer geht, auf Männer und Frauen und Kinder, Bauernfamilien trifft, welche stolz das Zeichen der Biolandwirtschaft, die Knospe, auf Kappen und T-Shirts tragen. Überall ist alles grün.
Daneben sind die Bauernfamilien auch Subventionskünstler.
Ohne die staatlichen Beiträge würden sie auf dem eigenen Hof in Not geraten. Wenn Zeiten kommen, in denen das Staatsbudget durch Krieg, Umweltkatastrophen etc. überlastet ist. Das wissen sie wohl, deshalb wird ein gewisser Grad an Selbstversorgung bewusst hochgehalten. Das ist gut so.
Man sieht da Selbstversorger - Gärten, Getreide - und Kartoffeläcker noch und noch. Bio-Hühner welche Pro Specie rare - Eier legen. Hähne die krähen. Die Heimkuh weidet unter Hochstammobstbäumen, Milch & Butter, Jogurt ist auch im Sommer da, wenn das Vieh auf der Hochalp (oder Tiefalp) alpt. Es ist für alles gesorgt.
Sonntags morgen sind die Kirchen voll, man dankt Gott für Gesundheit & Wohlstad und bittet für die Hungernden.