07/09/2026
Im Jemen tobt seit mehr als zehn Jahren ein Bürgerkrieg, das Land ist gespalten. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert grosse Gebiete im Norden samt der Hauptstadt Sanaa, die von Saudiarabien unterstützte Regierung den Süden. Seitdem Mitte Juli der Flughafen von Sanaa angegriffen wurde, spitzt sich der Konflikt weiter zu und verstärkt das Leiden der Bevölkerung.
Wie sich das anfühlt, schildert der Künstler und Kulturaktivist Thiyazan al-Alawi, der weiterhin in Sanaa ausharrt. «Einst wimmelte es in den Strassen der Stadt von Leben», schreibt er, «nun sind sie menschenleer.» Das Wirtschaftsleben ist weitgehend zum Erliegen gekommen, was nicht nur dem Bürgerkrieg geschuldet ist, sondern auch den internationalen Sanktionen, die Armut und Hunger verstärken. «Die Huthi nutzen dies, um ihre Kontrolle zu festigen und aus den Hungernden junge Kämpfergenerationen zu machen», so al-Alawi. An die Front zu gehen, sei eine der ganz wenigen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Er wiederum wählt einen anderen Weg.
Wie hält man in der Hauptstadt des Jemen durch? Ein Künstler berichtet aus Sanaa.