04/05/2026
Einer der bedeutendsten und phantastischsten Schweizer Schriftsteller, Menschenfreund und Kämpfer für die Würde des Menschen, ist gegangen.
Olivier Silligs Romane sind von grossartiger Einmaligkeit. In der Übersetzung von Claudia Steinitz leuchtet »La Cire Perdue«, so der Originaltitel, solcherart, als hätten Pier Paolo Pasolini und Federico Fellini sich zusammen das Szenario ausgedacht. Immer wieder habe ich gesagt, müsste ich meinen Verlag auf die Bücher reduzieren, in denen alles zu finden ist, was mich fasziniert, im Leben und in der Literatur, Silligs »Schule der Gaukler« zählte mit Sicherheit dazu.
Olivier Sillig hat sich entschieden, die Metro in eine andere Landschaft hinein zu nehmen, ich winke ihm hinterher und bin glücklich darüber, mit »Schule der Gaukler« einen der grossen euopäischen Romane des 20. Jahrhunderts verlegt zu haben.
Zwei Stimmen, von vielen, nicken zu dieser Einschätzung, hier sind sie:
»"Schule der Gaukler" ist so einerseits ein historischer Roman, dessen Stimmung an "Die Jüdin von Toledo«" und "Die Kinder der Finsternis" erinnert und sicher ebenso tiefen Eindruck hinterlässt; es ist aber andererseits auch eine zeitlose Geschichte darüber, wie schön es ist, in der Gesellschaft nicht ankommen zu wollen.« schliesst Veit Schmidt von der Buchhandlung Löwenherz in Wien seine wunderschöne Rezension des Romans, und Beate Tröger schreibt in der F.A.Z. »Wie Groteskes und Schreckliches, Unentrinnbares und Erschütterndes mit Buntem und Leichtem untrennbar verwoben sind, macht eine Stärke dieses faszinierend-feinfühligen, märchenhaft-mitreissenden prallen Romanes aus.«
Wer je diesen Roman gelesen hat, oder die Lektüre noch vor sich weiss, wird Tiècelin und Hardouin, die beiden Protagonisten, nie mehr vergessen.
Von »Skoda«, Silligs unter die Haut gehendem Antikriegsroman soll ein nächster Post erzählen.