20/08/2026
Jetzt fahren sie wieder, versammelt um den Hirsebreitopf, von Zürich nach Strassburg … doch wie alles seinen Anfang genommen, wie hinter dem Pittoresken der Waffenhandel das grosse Thema, was die »Narrenfahrt« mit Bigotterie, Gier und Machtgebahren zu tun hatte … das alles ist in Kaspar Schnetzlers epischem Roman »Glocken und Kanonen« über die Glockengiesserfamilie Füssli auf 480 Seiten nachzulesen. Von der Reformation bis zum Untergang der Armada.
Aus dem Text:
»Für die Füssli von der Stuck- und Glockengiesserei jedoch war die Fahrt eine Geschäftsreise, nämlich die beste Gelegenheit, in den weltweiten Waffenhandel einzusteigen. Die Franzosen hatten das eidgenössische Söldnerheer in Marignano vernichtend geschlagen und den Handel mit Söldnern ins Stocken gebracht, bis die altgläubigen Orte mit Spanien den schändlichen Menschenhandel wieder in Fahrt brachten. Unterdessen hatten die Giessereien in das Geschäft mit der Maschinerie des Krieges gewechselt, was die Eidgenossen zu Gewinnern machte und Opfer nur unter ihren Kunden forderte. Um beim grossen Geschäft mitmachen zu können, brauchte Füssli zweierlei: Beziehungen ins kriegführende Ausland und Kapital. Das zu beschaffen waren der Sechste Peter und Ungrad unterwegs nach Strassburg.
Das Zürcher Kapital war um den Hirsebreitopf auf dem Schiff versammelt, das im Fackelschein auf der Limmat dem Rhein entgegenschaukelte. Zum Beispiel der Obmann der Hirsebreifahrer und Zunftmeister der Weggen Caspar Thomann, der sich goldene Brötchen als Eisenhändler verdiente. Der musste ein Gehör für Metall in jeder Form haben, klingelndes und knallendes. So wie der Bürgermeister Johannes Bräm, Obmann der Zürcher Büchsenschützen, dem Sechsten Peter gegenüber schon ein offenes Ohr bewiesen hatte.«
Und hier noch eine kundige Rezension:
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/vom-suppentopf-zur-spanischen-armada/