20/03/2015
Und damit wir jetzt nicht den Vorwurf bekommen, wir würden nicht aufholen...hier gleich die zweite Tobias-Geschichte rund ums Laufen:
Und immer wieder bellt der Hund
Neulich im Wald. Ich laufe, ein Hund (jung) kommt mir entgegen. Ich bleibe stehen. Hund bellt mich an, knurrt. Frauchen wird sichtbar. Ich bitte sie, den Hund anzuleinen. Sie säuselt Hund an, zu ihr zu kommen. Der kommt natürlich nicht. Ich bitte erneut, den Hund anzuleinen. Noch immer kein energischer Ton von Frauchen. Hund zieht dennoch ab, aber nicht zu Frauchen, sondern ins Gestrüpp. Ich laufe weiter. Hund sofort wieder bei mir. Bellend. Knurrend. Ich sage Frauchen, dass sie ihren Hund bitte besser erziehen möge. Sie meint, dass sei doch noch ein Welpe. Ich: Gerade deshalb sollte sie mit Erziehung beginnen. Hund zischt ab. Ich laufe wieder los. Hund stellt sich auf den Weg. Ich brülle: Platz! Hund hört zu bellen auf, guckt mich an. Offenbar kennt der das Kommando nicht, noch weniger aber den scharfen Ton. Dann, nach Blick auf Frauchen, geht es mit Bellen und Knurren weiter. Ich bitte Frauchen nicht mehr, den Hund anzuleinen, ich verlange es (laut!). Sie: Er hat gerade seine fünf Minuten, dafür möge ich bitte Verständnis haben. Ihr Versuch, den seine-5-Minuten-habenden Hund anzuleinen, scheitert kläglich. Auf meine Frage, ob sie den Hund denn nachher mit einem leckerlie belohnt, weil er mir nichts getan hat, sagt sie: Ja. Mir platzt endgültig der Kragen und sage (sehr laut), dass ich jetzt weiter laufen werde, auch wenn der Hund mir nachläuft, dass ich auch weiterlaufen werde, wenn er nach mir schnappen sollte. Und wenn er mich dann beißt, dann habe sie dafür die Verantwortung zu tragen. Denn sie sei für den Hund, Welpe hin, fünf Minuten her, verantwortlich.
Erfreulicherweise war der Hund klüger als sein Frauchen (die es noch immer nicht geschafft hatte, ihn anzuleinen), denn er lief mir nicht hinterher …
Was ich damit sagen will: Ohne Miteinander geht es nicht. In diesem Sinne bin ich durchaus bereit, für einen seine-fünf-Minuten-habenden Hund auch mal kurz stehen zu bleiben. Ich errwarte aber auch, dass der dann entweder angeleint wird oder auf Kommandos reagiert. Frauchen mag es ja supersüß finden, dass ihr junger Hund frech ist und wild, aber dass dafür andere Waldbesucher zu längeren Halts gezwungen werden, das muss nicht sein.
PS: Eine halbe Stunde später, ich noch immer laufend, springt mir ein Hund, der an zu langer Leine ist, gegen mein Bein. Bin ich laut geworden? Ja, und zwar so laut, dass der Hund ganz klein wurde und echt Schiss in den Augen hatte ...