02/07/2022
Der aus Pommern vertriebene Martin Mehnert fühlt sich wie geohrfeigt, als ihn ein Erwachsener im Jahre 1946 „Ostwind“ nennt.
Mit seiner Mutter, einer Kriegerwitwe, erlebt er die Nachkriegszeit in der Stadt Schwerte in der Nähe von Dortmund.
Einerseits wird Erlebtes mit Kinderblick erzählt, etwa wenn die Menschen einer Eisenbahnersiedlung in ihrem Alltag beschrieben werden, andererseits weitet sich der Erzählraum, so dass sich der Ich-Erzähler als Chronist der Nachkriegszeit im Kohlenpott und darüber hinaus zeigt. Vom bitterkalten Winter 1946/47 wird erzählt, vom „Fringsen“, von traumatisierten Soldaten, aber auch von Jugendlichen, die randalierend und marodierend ihren Weg suchen.
Das Thema Krieg in Europa, Flucht und Vertreibung ist heute leider wieder einmal so aktuell wie vor rund 80 Jahren ...
Zum Autor
Albin Lenhard, geboren 1941 in Schlochau (Pommern), wuchs im Ruhrgebiet auf.
Er arbeitete zunächst als Grund- und Hauptschullehrer in Schwerte, wurde Förderassistent an der Pädagogischen Hochschule Dortmund und promovierte gleichzeitig an der Universität Bochum im Fach Germanistik.
Danach unterrichtete er viele Jahre an Gymnasien (Schwerte) in den Fächern Deutsch, Katholische Religion und Pädagogik. An der TU Dortmund nahm er jahrzehntelang einen Lehrauftrag wahr.