Schlaufen Verlag

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"So lehrreich und anregend kann eine Liebeserklärung an ein Bild ausfallen". Heute erschien in der F.A.Z. eine Rezension...
05/01/2024

"So lehrreich und anregend kann eine Liebeserklärung an ein Bild ausfallen". Heute erschien in der F.A.Z. eine Rezension von Helmut Mayer zu Wolfgang Kemps "Die ehrbaren Täuscher".

Gaston Dufour (1920-1966), der von seinem 20. Lebensjahr bis zu seinem Tod in einer psychiatrischen Klinik verbrachte, h...
02/11/2023

Gaston Dufour (1920-1966), der von seinem 20. Lebensjahr bis zu seinem Tod in einer psychiatrischen Klinik verbrachte, hinterließ ein umfangreiches Konvolut von Zeichnungen, mit denen sich sowohl Psychiater als auch Künstler wie Dubuffet bereits zu dessen Lebzeiten befassten. Dufour schwieg zu seinen Arbeiten, was selbst die Verabreichung von L*D nicht änderte. Chiara Sartor, die am DFG-Graduiertenkolleg »Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen« der Humboldt-Universität Berlin zu Anstaltsschriften aus der »Collection de l’Art Brut« promoviert, ist aufgefallen, dass die besondere Machart der Zeichnungen trotz ihrer Kategorisierung als ›Neomorphismen‹ – innovative Formen – erstaunlich unbeachtet blieb. Man arbeitete sich am Motiv, aber nicht an der Form ab. Auf der anderen Seite kam Dubuffet nicht darüber hinaus, Dufours Bilder schlicht als geschlossene Kreisläufe zu beschreiben. Sartor widmet sich in ihrem Blogbeitrag über das »Rinâûçêr’-hôse« einer genauen Beschreibung der Form und macht dabei interessante Entdeckungen, die einen neuen Blick ermöglichen.

https://www.schlaufen-verlag.de/blog/rinaucer-hose

»Es stimmt, dass das Bild nie für meine Augen bestimmt war. Widerspenstig ist es aber gerade nicht, indem es sich meinem Blick durch gezielte Verfremdung verschließt, sondern indem es dieses Blickregime erst sichtbar macht und mir zurückspiegelt. Ähnlich wie die Bildlegende den Akt der Benennung reflektiert, dessen Gewaltcharakter in der Diagnose ›schwachsinniger Paraphreniker‹ (paraphrène débile) im Titel der Fallstudie überdeutlich wird, so stellt das Bild den Zustand des (An-)Gesehenwerdens aus, in seiner ganzen Verletzlichkeit. Aus seiner Erstarrung heraus scheint das ›Rinâûçêr‘-hôse‹ meinen forschenden Blick zu erwidern und mir mit seiner ganzen Körpersprache sein Unbehagen daran zu bedeuten.« (Chiara Sartor)

»Das Gehäuse einer Stachelschnecke, gut ein halbes Dutzend Zitronen, eine davon aufgeschnitten; eine Flasche, eine Geträ...
01/11/2023

»Das Gehäuse einer Stachelschnecke, gut ein halbes Dutzend Zitronen, eine davon aufgeschnitten; eine Flasche, eine Getränkedose und schließlich eine Videokassette mit dem Film Cyborg (...) Wenn hier wirklich etwas arrangiert ist, dann in der Art, wie sich vielleicht die Gäste am Ende einer Party angetrunken noch an der Deko zu schaffen machen. Es hat einen gewissen ästhetischen Anspruch und eventuell sogar eine Bedeutung, aber nüchtern lässt sich das nicht mehr nachvollziehen.« (Jacob Birken)

Mit dieser Beschreibung von Takeshi Muratas Stilleben »Cyborg« beginnt Jacob Birkens neues Buch. Es handelt »Vom Pixelrealismus« und kann auf der Internetseite des Schlaufen Verlags bestellt werden.

Sogenannte künstliche Intelligenzen produzieren Bilder, die von Fotografien kaum mehr zu unterscheiden sind. 3-D-Animationen versetzen uns in die Virtual Reality fantastischer Schöpfungen. Diese neuen Bilder stellen unser Verständnis der Realität in Frage. Ausgehend von dem am Rechner erzeugten Stillleben Cyborg des Künstlers Takeshi Murata befasst sich Jacob Birken nicht nur mit den Anfängen des errechneten Bildes, sondern vor allem auch mit dessen Vorläufern – mit den eigentlichen Avantgarden des aus Pixeln zusammengesetzten Realismus –, den Stillleben der frühneuzeitlichen Malereiwerkstatten. Birken zeigt, dass solche Vergleiche alles andere als oberflächlich sind, sondern bis in die Methoden der Werkstätten, Ateliers und Computer hinein reichen. Auch die verabsolutierte »Neuheit« des errechneten Realismus erweist sich als Trompe-l‘œil, als Augentäuschung.

»Erneut wird das surrealistische Bild zur anschaulichen Lektion, doch die Lehre daraus ist ganz profan – letzten Endes g...
31/10/2023

»Erneut wird das surrealistische Bild zur anschaulichen Lektion, doch die Lehre daraus ist ganz profan – letzten Endes geht es darum, Dinge gut in Szene zu setzen, und so kommt die reine Form der Warenförmigkeit des Dings entgegen. (...) Was Du hier auf dem Bild siehst, soll in Wirklichkeit bald dir gehören.« (Jacob Birken)

In diesem Sinne: Das neue Buch von Jacob Birken ist erschienen. Es handelt »Vom Pixelrealismus« und kann hier bestellt werden: https://www.schlaufen-verlag.de/books/vom-pixelrealismus

Sogenannte künstliche Intelligenzen produzieren Bilder, die von Fotografien kaum mehr zu unterscheiden sind. 3-D-Animationen versetzen uns in die Virtual Reality fantastischer Schöpfungen. Diese neuen Bilder stellen unser Verständnis der Realität in Frage. Ausgehend von dem am Rechner erzeugten Stillleben Cyborg des Künstlers Takeshi Murata befasst sich Jacob Birken nicht nur mit den Anfängen des errechneten Bildes, sondern vor allem auch mit dessen Vorläufern – mit den eigentlichen Avantgarden des aus Pixeln zusammengesetzten Realismus –, den Stillleben der frühneuzeitlichen Malereiwerkstatten. Birken zeigt, dass solche Vergleiche alles andere als oberflächlich sind, sondern bis in die Methoden der Werkstätten, Ateliers und Computer hinein reichen. Auch die verabsolutierte »Neuheit« des errechneten Realismus erweist sich als Trompe-l‘œil, als Augentäuschung.

Was für ein Zufall. Pünktlich zum Erscheinen der 2. Auflage von Harry Walters "Bilder knistern" und zur heutigen Ausstel...
26/10/2023

Was für ein Zufall. Pünktlich zum Erscheinen der 2. Auflage von Harry Walters "Bilder knistern" und zur heutigen Ausstellungseröffnung mit den Fotografien aus dem Buch erscheint im Börsenblatt, dem zentralen Organ des deutschen Buchhandels, eine Besprechung des Essaybandes in der Rubrik "Perlen unabhängiger Verlage".

Danke an die Zeitschrift MONOPOL - Magazin für Kunst und Leben, dass sie uns die Gelegenheit gegeben hat, unser Verlagsp...
23/10/2023

Danke an die Zeitschrift MONOPOL - Magazin für Kunst und Leben, dass sie uns die Gelegenheit gegeben hat, unser Verlagsprojekt in einem Interview vorzustellen.

2021 gründeten Friedrich Haufe und Gregor Schliep in Berlin den Schlaufen-Verlag, dessen Programm sich ausschließlich mit Bildern beschäftigt. Welche "Bildfäden" sie dabei spinnen wollen, darüber haben sie mit Monopol gesprochen

»Um auf dem ›Bankett mit Mince Pie‹ von 1635 eine halb geschälte Zitrone darzustellen, hat Heda ihre Grundform in Gelb u...
21/10/2023

»Um auf dem ›Bankett mit Mince Pie‹ von 1635 eine halb geschälte Zitrone darzustellen, hat Heda ihre Grundform in Gelb und Braun angelegt; mit einigen Tupfern und Strichen Weiß wird aus einer Fläche schmutziger Brauntöne voluminöses, transparent schimmerndes Fruchtfleisch, wie auch jeweils ein, zwei kleine weiße Flecken ausreichen, um aus vier grünbraunen Ovalen daneben glänzende Oliven zu machen. (…) Naturbeobachtung wird übersetzt in die Praxis, Farbe auf einer Fläche zu verteilen, damit wir davor eine täuschend ähnliche visuelle Erfahrung machen, wie wir sie vor ›echten‹, materiellen Objekten hätten.« (Jacob Birken)

Das neue Buch von Jacob Birken ist erschienen. Es handelt »Vom Pixelrealismus« und kann über den Link bestellt werden: https://www.schlaufen-verlag.de/books/vom-pixelrealismus

Sogenannte künstliche Intelligenzen produzieren Bilder, die von Fotografien kaum mehr zu unterscheiden sind. 3-D-Animationen versetzen uns in die Virtual Reality fantastischer Schöpfungen. Diese neuen Bilder stellen unser Verständnis der Realität in Frage. Ausgehend von dem am Rechner erzeugten Stillleben Cyborg des Künstlers Takeshi Murata befasst sich Jacob Birken nicht nur mit den Anfängen des errechneten Bildes, sondern vor allem auch mit dessen Vorläufern – mit den eigentlichen Avantgarden des aus Pixeln zusammengesetzten Realismus –, den Stillleben der frühneuzeitlichen Malereiwerkstatten. Birken zeigt, dass solche Vergleiche alles andere als oberflächlich sind, sondern bis in die Methoden der Werkstätten, Ateliers und Computer hinein reichen. Auch die verabsolutierte »Neuheit« des errechneten Realismus erweist sich als Trompe-l‘œil, als Augentäuschung.

Das neue Buch von Jacob Birken ist erschienen. Es handelt »Vom Pixelrealismus« und kann unter folgendem Link bestellt we...
20/10/2023

Das neue Buch von Jacob Birken ist erschienen. Es handelt »Vom Pixelrealismus« und kann unter folgendem Link bestellt werden: https://www.schlaufen-verlag.de/books/vom-pixelrealismus

Sogenannte kunstliche Intelligenzen produzieren Bilder, die von Fotografien kaum mehr zu unterscheiden sind. 3-D-Animationen versetzen uns in die Virtual Reality fantastischer Schöpfungen. Diese neuen Bilder stellen unser Verständnis der Realität in Frage. Ausgehend von dem am Rechner erzeugten Stillleben Cyborg des Künstlers Takeshi Murata befasst sich Jacob Birken nicht nur mit den Anfängen des errechneten Bildes, sondern vor allem auch mit dessen Vorläufern – mit den eigentlichen Avantgarden des aus Pixeln zusammengesetzten Realismus –, den Stillleben der frühneuzeitlichen Malereiwerkstatten. Dort entstanden Tafelbilder, deren Realitatseffekte dazu verführen sollten, etwa nach gemalten Zitronen zu greifen. Weitere Bezugspunkte sind die Montagetechnik des Surrealismus und die Malerei des Fotorealismus. Birken zeigt, dass solche Vergleiche alles andere als oberflächlich sind, sondern bis in die Methoden der Werkstatten, Ateliers und Computer hinein reichen. Auch die verabsolutierte »Neuheit« des errechneten Realismus erweist sich als Trompe-l‘œil, als Augentäuschung.

Heute ist die zweite Auflage von Harry Walters »Bilder knistern« aus der Druckerei gekommen. Damit man den Essays bis in...
16/10/2023

Heute ist die zweite Auflage von Harry Walters »Bilder knistern« aus der Druckerei gekommen. Damit man den Essays bis in die kleinen Details folgen kann, haben wir die Bilder nun auch online gestellt: https://www.schlaufen-verlag.de/galerie/bilder-knistern

Überdies werden die Fotografien in der Galerie der Volkshochschule Stuttgart vom 27. Oktober 2023 bis zum 25. Februar 2024 ausgestellt.

Rose-Maria Gropp rezensiert heute in der F.A.Z. einen Band aus unserer Reihe Bildfäden: "Entlang des kleinen, um 1815 en...
10/10/2023

Rose-Maria Gropp rezensiert heute in der F.A.Z. einen Band aus unserer Reihe Bildfäden: "Entlang des kleinen, um 1815 entstandenen Gemäldes ,Kreuz an der Ostsee' entfaltet Werner Busch, seit Jahrzehnten ausgewiesener Kenner des Werks von Friedrich, die These von dessen ,Romantischem Kalkül'..."

Am Samstag, den 7.10. um 19 Uhr spricht Fabian Steinhauer über die "Staatstafeln" (77-79).Die Macher der großen Atlas-Re...
06/10/2023

Am Samstag, den 7.10. um 19 Uhr spricht Fabian Steinhauer über die "Staatstafeln" (77-79).

Die Macher der großen Atlas-Rekonstruktion veranstalten in Hamburg im 8. Salon e.V. (Trommelstraße 7, 20359 Hamburg) einen Vortragsabend, bei dem auch unser Autor Fabian Steinhauer über sein Mnemosyne-Projekt sprechen wird (https://www.schlaufen-verlag.de/blog/warburgs-falten)

Fabian Steinhauer hat die letzten drei Tafeln des Atlas genauer untersucht und in den Medien der Zeit um 1929 – in Zeitschriften und Zeitungen – Material gefunden, das Warburg bei der Anlage dieser Tafeln beeinflußt hat. Steinhauer wird in unseren Räumen das Material, das er ausfindig gemacht hat, erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Außerdem konnte er einige Ungenauigkeiten der bisherigen Angaben zur Tafel 78 korrigieren. Sein Buch „Warburgs Staatstafeln“ erscheint in der Reihe „Bildfäden“ im Schlaufen Verlag.

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