Was für eine Matrix das Leben

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20/08/2026
Dem ist nichts hinzuzufügen.
27/07/2026

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Lieber Geri,

dein Profil ist wirklich ein kleines Gesamtkunstwerk.

Im Titelbild erklärst du uns, ein N**i sei einfach „jemand, der eine andere Meinung hat als ein Linker“. Das ist ungefähr auf dem intellektuellen Niveau von: „Ein Auto ist alles, was Räder hat.“ Historiker, Politikwissenschaftler und Verfassungsschutz dürften erleichtert sein, dass jahrzehntelange Forschung nun durch einen Facebook-Spruch ersetzt werden konnte.

Und dann kommt dein Kommentar zum Anschlag auf den CSD: „Immerhin hat es keine Unschuldige[n] erwischt 😉.“

Das muss man sich im Hirn zergehen lassen. Menschen werden Opfer eines mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags. Menschen werden verletzt. Menschen sterben. Und dein erster Gedanke lautet: Passt schon. Waren ja die Richtigen.

Das ist keine politische Meinung. Das ist die vollständige Abwesenheit von Mitgefühl.

Besonders verstörend wird das Ganze, wenn man anschließend dein Profil betrachtet. Dort präsentierst du voller Stolz Fotos mit einem jungen Mädchen, vermutlich deiner Tochter. Falls ja, hoffe ich für sie, dass sie irgendwann lernt, dass der Wert eines Menschen nicht davon abhängt, wen er liebt oder auf welcher Veranstaltung er unterwegs ist.

Stell dir einfach einen Moment vor, dieses Mädchen würde eines Tages Opfer eines Anschlags werden. Und jemand kommentiert darunter: „Immerhin hat es keine Unschuldige erwischt 😉.“ Vielleicht, weil sie die falsche Musik hört. Die falschen Freunde hat. Das falsche Hobby. Oder weil ihr Vater auf Facebook menschenverachtende Kommentare schreibt.

Plötzlich wäre der Satz wahrscheinlich gar nicht mehr so witzig.

Genau das unterscheidet Empathie von dir: Empathie erkennt den Menschen. Du siehst nur noch Feindbilder.

Und dein Titelbild? Das ist fast das Ironischste an der ganzen Geschichte. Du behauptest, N**is seien bloß Menschen mit einer anderen Meinung. Gleichzeitig sprichst du einer ganzen Gruppe von Menschen nach einem Anschlag ihre Unschuld ab und erklärst sie praktisch zu legitimen Opfern.

Falls du dich jemals gefragt hast, warum manche Menschen den Begriff „menschenfeindlich“ verwenden: Dein Profil liefert eine erstaunlich anschauliche Definition.

Unschuldige Grüße

23/07/2026
23/07/2026

"Ich bezahle doch keine Radwege in Peru!"

Ich kenn diesen Satz. Ich kenn die Haltung dahinter. Dieses Aufblähen der Brust, dieses Funkeln in den Augen, als hätte man gerade etwas Mutiges gesagt. Als wäre man der Einzige im Raum, der noch klar denkt. Der Einzige, dem das Geld nicht einfach so aus der Tasche gezogen werden kann, ohne dass er aufschreit.

Und ich sitz da und denke: Wann hast du zuletzt aufgeschrien?

Nicht wegen Peru. Wegen dir. Wegen dem, was täglich mit dir passiert, direkt vor deiner Nase, in deinem eigenen Betrieb, in deiner eigenen Lohnabrechnung, in deinem eigenen Leben – und worüber du schweigst, als wäre Schweigen eine Tugend.

Weil der Chef keine Überstunden bezahlt? Schweigen.
Weil der Kranke trotzdem kommen soll? Schweigen.
Weil der Lohn seit vier Jahren nicht gestiegen ist, die Miete aber schon? Schweigen.
Weil der Mann, der von deiner Arbeit lebt, sein drittes Haus kauft, während du dich fragst, ob du dir den Urlaub leisten kannst? Bewunderung. Echte, warme, aufrichtige Bewunderung. „Der hat's halt geschafft."

Das ist keine Naivität mehr. Das ist ein erlerntes Verhalten. Jahrzehnte lang eingeübt, von Medien, von Stammtischen, von Parteien, die Klassenbewusstsein als Neid verkaufen und Solidarität als Sozialismus diffamieren. Du hast gelernt, dich mit denen zu identifizieren, die dich ausbeuten – und denen zu misstrauen, die neben dir schuften.

Und dann kommt Peru.

Peru ist das Ventil. Peru ist der Moment, wo der aufgestaute Frust eine Richtung bekommt, die nichts kostet. Keine Konsequenzen. Kein Widerspruch vom Chef. Kein unangenehmes Gespräch. Einfach raus damit, laut, empört, selbstgerecht – und schon fühlt man sich wie jemand, der Haltung zeigt.

Nur: Es ist nicht deine Haltung. Es ist ihre.

Während das reichste Prozent in Deutschland laut Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mehr Vermögen besitzt als die gesamte untere Hälfte der Bevölkerung zusammen – während Milliarden auf Konten und in Holdingstrukturen geparkt werden, die keinen einzigen Cent in den Wirtschaftskreislauf zurückgeben – während Erbschaft Vermögen reproduziert, das nie durch Arbeit entstanden ist – solange dreht sich die Empörung um Radwege.

Das ist kein Zufall. Das ist Methode.

Denn solange du auf die Entwicklungszusammenarbeit starrst, schaust du nicht hin, wenn Steuern ins Ausland verschoben werden. Solange du über den Bürgergeldempfänger redest, redest du nicht über den Unternehmer, der Löhne zahlt, die staatlich aufgestockt werden müssen – auf deine Kosten übrigens, nicht auf seine. Solange du Zwangsarbeit unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit forderst für Menschen, die ohnehin schon am Rand stehen, findest du es vollkommen normal, dass jemand mit zwanzig Millionen auf dem Konto keinen müden Euro mehr zum Gemeinwesen beiträgt, als er juristisch gerade noch muss – und auch das oft genug nicht.

Den nennst du clever. Den nennst du erfolgreich. Den verteidigst du, als wäre sein Reichtum auch deiner.

Er ist es nicht.

Und jetzt kommt der Teil, über den wirklich niemand redet: Das ist Diebstahl. Nicht mit dem Messer. Nicht mit der Maske vor dem Gesicht. Mit dem Steuerberater. Mit der Briefkastenfirma in Luxemburg. Mit der Holdingstruktur, die so gebaut ist, dass am Ende niemand mehr greifbar ist. Kapital, das der Gesellschaft entzogen wird, die es erst möglich gemacht hat – durch Infrastruktur, durch Bildung, durch Rechtssicherheit, durch all das, wofür Menschen wie du jeden Monat einzahlen, ohne groß nachzufragen. Das Geld, das auf Konten verrottet, das in Stiftungskonstruktionen eingefroren wird, das durch Scheinfirmen und Dividendenmodelle dem Zugriff der Allgemeinheit entzogen wird – dieses Geld fehlt. Es fehlt in Schulen. Es fehlt in Krankenhäusern. Es fehlt in der Pflege. Es fehlt in den Löhnen, die gezahlt werden könnten, wenn Gewinne nicht so konsequent privatisiert und Verluste so zuverlässig sozialisiert würden.

Ich nenne das Diebstahl am Gemeinwohl. Und es ist der einzige Diebstahl in diesem Land, für den man keine Strafe bekommt – sondern einen Eintrag in der Forbes-Liste.

Das ist kein Naturgesetz. Das ist eine politische Entscheidung. Eine, die immer wieder neu getroffen wird – von Leuten, die sich das leisten können, und von Parteien, die von diesen Leuten finanziert werden.

Und du? Du sorgst dafür, dass das so bleibt. Nicht aus Überzeugung. Aus Gewohnheit. Aus Angst, als Neidhammel zu gelten. Aus dem tiefen, eintrainierten Reflex, bloß nicht aufzufallen, bloß nicht zu viel zu wollen, bloß dankbar zu sein für das, was man hat – auch wenn es zu wenig ist.

Ich nenn das, was hier passiert, beim Namen: Das ist Klassenpolitik von oben, ausgeführt von unten, finanziert mit dem Frust derer, die dabei am meisten verlieren.

Und Peru? Peru hat damit so wenig zu tun, dass es schon fast komisch wäre.

Wenn es nicht so verdammt traurig wäre.

QUELLEN

https://www.diw.de/de/diw_01.c.877798.de/publikationen/wochenberichte/2023_01_1/vermoegensteuer_und_ihre_auswirkungen_auf_den_kapitalstock.html

https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/verteilung-von-armut-und-reichtum/

https://www.oxfam.de/unsere-arbeit/themen/ungleichheit

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerrecht/2021-03-16-steuervermeidung.html

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vermoegensverteilung-die-reichen-werden-reicher/

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/entwicklungspolitik/was-ist-entwicklungszusammenarbeit-1884936

https://correctiv.org/aktuelles/wirtschaft/2021/06/08/superreiche-steuern-deutschland/

20/07/2026

👍😂

05/07/2026

Ein Nachfahre von Hitlers Inzestfamilie,
Inzestdummheit ist vererbbar, wie Hr. Krautimkopf beweist.😂

Liebessprüche
02/05/2026

Liebessprüche

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