02/04/2026
Wenn ich sterbe, begrabt mich in meiner geliebten Ukraine ...
denkwürdige Zeile von Taras Schewtschenko
…
Unser großer Dichter schreibt: „Der Geist sehnt sich nach einer Grenze.“
Und damit meint er, so glaube ich,
nicht den Diamantengürtel des Kaukasus,
der mein Land nach Norden hin begrenzt.
Ein großer russischer Autor fragte: „Wie viel Erde
braucht der Mensch?“,
doch die Ironie des Schicksals will, dass sein Land
nach Unbegrenztheit strebt
und von einem Land
ohne Grenzen träumt,
das kleine und große Länder erobert und sammelt,
da es gierig ist und nur auf seinen Vorteil schaut.
„Lasst Russland machen!“, rufe ich von der Empore,
„es ist blind wie die Lawine ...“
Lächerlich soll es euch dünken,
bis heute gleicht es den uralten Generälen,
die schon längst vertrocknet und verloschen
auf der ganzen Welt verstreut
in zwei Arschin großen Gräbern liegen.
Lasst ihnen ihren Willen:
Sollen sie ruhig bestimmen, wie viel Erde
der Mensch für ein Begräbnis braucht.
Wie bodenlos muss ein Mensch sein,
wie besitzlos und gottverlassen,
dass er sich ein unbegrenztes Land wünscht,
wo doch auch zündholzschachtelgroße Länder
feste Grenzen haben.
Russe!
Deine Hörner scheinen aus Wachs.
Vergiss nicht, ein ochsengroßer Kessel siedet über dem Feuer,
vergisst nicht, manche dieser fremden Länder,
die du verschlingen willst, sind aus Diamant.
Russe!
Die Not hat die Völker der Erde verbündet,
sogar der Baum der Feindschaft ist verdorrt.
Russe!
Du allein bist‘s, der die Feindschaft schürt!
Russe!
Auch dein Name ist geschrieben ein kleines Wort.
Russe!
Alles ist traurig, was ich in Erinnerung rufe dir.
Es betrübt mich, dass es wahr ist.
Nicht alle in deinem Land sind taub.
Russe!
Horch auf die Worte deines großen Autoren:
„Wie viel Erde
braucht der Mensch?“
Erhöre auch meine Worte:
„Große Nationen!
Verschluckt die kleinen Völker nicht,
eines von ihnen könnte sein aus Diamant.“