07/11/2025
Heute ist der 122. Geburtstag des sowjetischen bzw. russischen Theater- und Filmschauspielers
Georgi Franzewitsch Milljar
Geboren am 7. November 1903 in Moskau, Russisches Kaiserreich
Gestorben am 4. Juni 1993
Nach der Oktoberrevolution arbeitete er zunächst in Gelendschik als Ausstatter an einem Theater und trat 1920 erstmals als Schauspieler auf.
Von 1924 bis 1927 studierte Georgi Milljar in Moskau an der Schauspielklasse des Theaters der Revolution ,
(1943 umbenannt in Moskauer Dramatisches Theater und 1954 in Majakowski-Theater), das 1922 von Wsewolod Meyerhold gegründet worden war und 1924 unter der Leitung von Waleri Bebutow (1885–1961) stand.
Danach gehörte Georgi Milljar von 1927 bis 1938 zum Ensemble dieses Theaters, das in dieser Zeit u. a. von Alexei Popow (1892–1961) und später von Maxim Schtrauch geleitet wurde.
Nach dem Großen Vaterländischen Krieg gehörte er von 1945 bis 1952 dem Moskauer Theater-Studio der Filmschauspieler
1990 umbenannt in Theater der Filmschauspieler und seit 1992 Staatliches Theater der Filmschauspieler) an.
Seit 1929 war Georgi Milljar auch in Filmen als Darsteller tätig.
Besonders prägend waren seine Rollen in den Ende der 30er Jahre aufkommenden Verfilmungen russischer Märchen und Sagen. Dabei war seine Kooperation mit dem Regisseur Alexander Rou besonders fruchtbar. Beide hatten bereits 1932 in Marionetten zusammengearbeitet, an dem Rou als Regieassistent beteiligt war. In dessen erstem Märchenfilm "Der Zauberfisch" (1938) gab Georgi Milljar den Zaren und wirkte danach in mehr als einem Dutzend seiner Filme mit.
Hier hatte der auf groteske Charaktere spezialisierte Mime auch seine populärsten Rollen: die Sagenfigur Kaschtschei im zu Kriegszeiten in Kasachstan gedrehten "Der unsterbliche Kaschtschai" (1944/45) sowie in "Feuer, Wasser und Posaunen" (1968) und vor allem die Rolle der Hexe Baba Jaga, die Georgi Milljar bereits 1939 in Rous erstem großen Erfolg "Die schöne Wassilissa" verkörperte und dann erneut in den zwischen 1964 und 1971 entstandenen Märchenfilmen Rous (Abenteuer im Zauberwald, Feuer, Wasser und Posaunen und Der Hirsch mit dem goldenen Geweih).
Georgi Milljar war an allen Märchenfilmen Rous beteiligt und verkörperte nicht selten mehrere Rollen pro Werk. Zu seinem Schaffen zählen außer Märchen- und Kinderfilmen auch diverse Abenteuerfilme und historische Werke.
Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit war Georgi Milljar mehrfach als Synchronsprecher an Animationsfilmen sowie den russischsprachigen Fassungen ausländischer Filme beteiligt, u. a. an "Der Hauptmann von Köpenick", "Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis" und "Der lange Ritt zur Schule".
Seine Filmografie umfasst über 200 Werke, er stand noch bis kurz vor seinem Tod vor der Kamera. 1988 wurde ihm der Titel Volkskünstler der RSFSR (Народный артист РСФСР) verliehen.
Georgi Milljar starb rund drei Monate vor seinem 90. Geburtstag und wurde auf dem Friedhof Trojekurowo in Moskau beigesetzt.
Unvergessen für alle Zeiten