Defkom - Deutsche Filmkomponist:innenunion

Defkom - Deutsche Filmkomponist:innenunion Gemeinsame Stimme der Filmkomponistinnen und Komponisten in Deutschland

DEFKOM – die Deutsche Filmkomponist:innenunion ist eine eindrucksvolle Kreativ- und Solidargemeinschaft in Deutschland lebender Filmmusikkomponist:innen – von namhaften Persönlichkeiten und Koryphäen der Filmmusikszene bis hin zum vielversprechenden Nachwuchs. Gemeinsam setzen wir uns für das Filmmusikschaffen “Made in Germany” und seine Urheber:innen ein, sei es in kulturpolitischer und wirtschaf

tlicher Hinsicht, bei GEMA-Fragen, dem Musikexport und bei der Förderung und Verbreitung des vielseitigen Filmmusikpotentials hierzulande. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten zeigen wir Präsenz bei wichtigen Veranstaltungen (wie z.B. der Berlinale, dem Münchener Filmfest, der PopKOMM, Soundtrack_Cologne, beim Film Festival Cannes, u.a.). DEFKOM ist auch die starke Stimme der Filmkomponist:innen in der Öffentlichkeit, bei den Radio- und TV-Sendern und den Filmproduktionsfirmen. Die Optimierung der tariflichen Situationen von Filmkomponist:innen und die Verhinderung der Honorarabwärtsspirale stehen bei uns genauso auf der Agenda wie unfaire Vertragsverhältnisse, gegen die wir uns mit vereinter Kraft stellen. Entscheidende und nötige Verbesserungen von GEMA-relevanten Problemen wie Verteilungsplan, Dokumentation und Transparenz, Online-Musiknutzung, internationale Abrechnung oder Modernisierung der Werkeerfassung sind aktuelle Themen, denen wir uns – auch in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der GEMA und mit unseren Partnerverbänden annehmen.

In der neuen Online Ausgabe der Musikwoche, dem Branchen Magazin der Musikszene in Deutschland, wurden Persönlichkeiten ...
18/05/2026

In der neuen Online Ausgabe der Musikwoche, dem Branchen Magazin der Musikszene in Deutschland, wurden Persönlichkeiten der Musikbranche um kurze Statements gebeten, ob die Annahme der neuen Kulturförderung der GEMA durch die Mitgliederversammlung der GEMA eine Chance oder ein Risiko für die GEMA darstellt. Zitiert wird unter Anderem Micki Meuser:

Micki Meuser, 1. Vorsitzender DEFKOM, wertet die Annahme der neuen Kulturförderung ebenfalls als »eine große Chance« und einen »wichtigen Schritt« in die Zukunft: »Die GEMA kann nun öffentlich zeigen, dass sie seit Jahrzehnten die Verwertungsgesellschaft ist mit der weltweit höchsten Kulturförderung. Mit weit über 50 Millionen bleibt der Förderbetrag der GEMA für Kultur und Soziales gleich – entgegen anders lautender Darstellungen -, aber die Förderung wird endlich nach außen sichtbar und transparent.« Meuser legt nach: »Statt verstorbene Komponisten zu fördern, wird der Fokus auf den Nachwuchs gelegt, statt nur ein Genre zu bevorzugen, wird in Zukunft die Vielfalt der Musik gefördert. Und wo Förderung passiert, steht auch sichtbar Förderung drauf.«

Heute, Dienstag den 05.05., findet unsere erste ordentliche Mitgliederversammlung als eigenständiger Verein um 17 Uhr im...
05/05/2026

Heute, Dienstag den 05.05., findet unsere erste ordentliche Mitgliederversammlung als eigenständiger Verein um 17 Uhr im Gebäude „Ton 4“ der „Atelier Gardens“, Oberlandstr. 26 - 35 in 12099 Berlin statt.
Die „Atelier Gardens“ sind gleichzeitig der Ort der GEMA-Mitgliederversammlungen und der begleitenden Veranstaltungen.
Ihr wollt die Zukunft unseres Vereins mitbestimmen? Aber seid leider noch kein Mitglied? Hier geht es zum Mitgliedsantrag:
https://www.defkom.de/images/pdf/DEFKOM-Mitgliedsantrag.pdf
Mehr dazu auf unserer Webseite: https://www.defkom.de/
Foto: DEFKOM Vorstand von links nach rechts:
Mario Lauer, Micki Meuser, Peter W. Schmitt

Warum die GEMA Kulturförderung reformiert werden muss.Statement von Micki Meuser (DEFKOM e.V. - 1.Vorsitzender).Es ist d...
04/05/2026

Warum die GEMA Kulturförderung reformiert werden muss.
Statement von Micki Meuser (DEFKOM e.V. - 1.Vorsitzender).

Es ist die Aufgabe des GEMA-Aufsichtsrats Schieflagen und Fehlentwicklungen im Verteilungsplan der GEMA den Mitglieder aufzuzeigen und Vorschläge für Änderungen zu erarbeiten. Regelungen, die vor Jahren sinnvoll waren, können im Laufe der Zeit zu Ungerechtigkeiten und nicht angemessenen Verschiebungen führen.

Die bei weitem größten “Baustellen” dieser Art sind, wie wir alle wissen, die E-Wertung und die Verteilung/Ausschüttung des E-Inkassos.

Bei der E-Wertung ist es die starre Festlegung auf 30,07 % der kulturellen Mittel, die zu einem nicht mehr verhältnismäßigen Überschuss geführt hat. Immer weniger E-Mitglieder, die dazu immer weniger Aufkommen erzielen, profitieren von steigenden Fördersummen.

Beim E-Inkasso und seiner Verteilung ist es das Problem, dass sie eigentlich eine versteckte, aber nicht transparente Förderung darstellen, die dazu mit hohen Kosten verbunden ist. Außerdem ist die Trennung E- und U-Musik nicht mehr zeitgemäß.

Da sich in den letzten Jahrzehnten niemand traute, der Entwicklung entgegenzusteuern, hat diese Schieflage über viele Jahre gewuchert und zu Instabilität, aber auch zum Teil zu „paradiesischen“ Zuständen für einige wenige E-Komponist:innen geführt. Die E-Wertung war mal als Zuschlag geplant. Zur Zeit beträgt sie im Durchschnitt das mehr als 3-fache des erwirtschafteten Aufkommens der E-Komponist:innen. Es gibt Wertungsausschüttungen mit dem 10-fachen des Aufkommens, während vor allem junge und aktive E-Komponist:innen gar nicht „wertungsberechtigt“ sind. Es ist ein intransparentes, konservatives und vor allem ungerechtes System entstanden.

Hier ein paar Fakten:

- Die E-Wertung beträgt jährlich ca. 15 Mio €, davon kommen 99% aus dem U-Inkasso

- 2/3 dieser E-Wertung gehen an über 60jährige, die unter 40jährigen erhalten nur 3%

- Die ca. 15 Mio werden unter immer weniger E-Komponist:innen verteilt, deren Inkasso bei lediglich ca. 5 Mio € liegt (Aufkommen zu Förderung 1 zu 3)

- Die derzeitige Ausschüttung des E-Inkassos an die E-Komponistinnen ist vor allem durch die versteckte Umverteilung 50mal kostenintensiver als die U-Ausschüttung

- Die derzeitige Ausschüttung der E-Musik ist eigentlich eine versteckte Förderung, die außer für die Betroffenen, nicht erkennbar und auch nicht transparent ist

Der derzeitige Aufsichtsrat hat es sich nicht leicht gemacht mit Vorschlägen zur Reform der GEMA Kulturförderung. Besonders die sechs Mitglieder der Komponistenkurie haben exakt die derzeitige Höhe der Kulturförderung der GEMA und den Erhalt der 30,07%, als auch eine besondere Förderung der E-Musik mit großem Einsatz und Respekt vor der Kunst der zeitgenössischen Musik verteidigt. Im Gesamtaufsichtsrat gab es dazu durchaus andere Bestrebungen.

Die Eckpunkte des Antrags des Aufsichtsrats der GEMA zur neuen Kulturförderung sind bekannt:

- Der 10% Abzug für soziale und kulturelle Mittel bleibt

- Die 30,07% der kulturellen Mittel für Kulturförderung bleiben

- Die 70% der bisherigen U-Wertung bleiben. Sie stehen auch ehemaligen E- Komponist:innen zu und werden zur allgemeinen Förderung.

- Die GEMA behält damit weiterhin die weltweit höchste Kulturförderung aller VGs!

- Das E-Inkasso wird zu „Contemporary Classic Live“ und Inkasso-bezogen verteilt

- Ein Drittel der erwähnten 30% Kulturförderung werden für einen Ausgleich dieser Verteilung verwendet, mit einem Fokus auf den Nachwuchs (bis 40 Jahre)- Verstorbene Komponisten und Erben werden nicht mehr gefördert.

- Über zwei weitere Förder-Säulen aus den 30% wird “E” nochmals gefördert. Eine Säule betrachtet Werke, die andere funktioniert auf Antrag. Auch hier werden Nachwuchs und aktive Komponist:innen besonders berücksichtigt.

- GEMA Kulturförderung wird in Zukunft transparent. Wo Förderung passiert, steht auch Förderung drauf

Es liegt in der Natur der Sache: Wenn paradiesische Zustände für einige Wenige und Ungerechtigkeiten zurückgeregelt werden, gibt es Gewinner und leider vor allem Verlierer, nämlich diejenigen, die das Paradies verlassen müssen. Besonders die etablierten E- Komponist:innen werden Einschnitte hinnehmen müssen. Wenn man aber das gesamte Förderungswerk betrachtet, werden diese Einschnitte nicht bei den oft behaupteten 70% liegen. Auf der anderen Seite erreicht die neue GEMA Kulturförderung auch endlich junge Komponist:innen, die bisher von der E-Wertung ausgeschlossen waren.

Niemand verliert gerne Geld, an das er/sie vorher gewöhnt war, selbst wenn dieses Geld nicht aus der eigenen kompositorischen Leistung stammt. Man kann und konnte über die GEMA Reform diskutieren und Ideen zur Veränderung einbringen. Das haben wir jetzt fast 2 Jahre lang praktiziert, auch, und vor allem, im Dialog mit den E-Komponist:innen. So wird auch die Abstimmung am 6. Mai 2026 wie im letzten Jahr nach demokratischen Regeln stattfinden, und wir werden das Ergebnis demokratisch akzeptieren.

Was nicht fair ist, ist die GEMA pauschal in den Dreck zu ziehen, den Aufsichtsrat und einzelne Mitglieder zu verleumden und mit unbewiesenen Andeutungen und frei erfundenen Behauptungen die Atmosphäre und das Verhältnis zwischen ehemals U- und E-Musik zu vergiften. Es ist klar, was eine solche PR-Strategie bewirken soll. Man bewirft mit Dreck… und auch wenn nichts davon stimmt, es soll die Stimmberechtigten verunsichern.

Bei der Aufsichtsbehörde DPMA kommen die Kritiker der Reform nicht weiter, denn es ist gerade diese Behörde, die immer wieder von der GEMA “Leistungsgerechtigkeit” fordert. Das zugrunde liegende VGG sagt nämlich: Die Kulturförderung einer Verwertungs- gesellschaft ist eine “Soll”-Bestimmung, kein “Muss”. Das DPMA sieht die GEMA eben nicht primär als Förderstruktur, sondern vor allem als treuhänderische Verwalterin des Inkassos aus den erwirtschafteten Urheberrechten.

Die Mitglieder des GEMA Aufsichtsrats haben sich für eine auch in Zukunft funktionierende, ausgewogene und gerechte Kulturförderung ohne Abstriche eingesetzt. Besonders die Komponistenkurie des derzeitigen Aufsichtsrats hat die Kulturreform der GEMA, die die entstandenen Schieflagen klug korrigiert, mit großem Respekt vor der zeitgenössischen Musik konstruiert. Wir alle haben Hochachtung vor der Musik, der Arbeit und dem Mut, die dahinter stehen, wenn man so komponiert!

Die neue Kulturförderung ist weder ein „Kahlschlag“ noch die „Vernichtung der Kultur“. Gerade wir zur U-Musik gehörenden Filmkomponist:innen können stolz darauf sein, dass wir auch in Zukunft mit dem exakt gleichen Beitrag Kultur fördern. Bitte glaubt nicht den wütenden, frei erfundenen Behauptungen einiger Brandstifter!

Micki Meuser
DEFKOM e.V. - Deutsche Filmkomponist:innenunion e.V.
1. Vorsitzender

Meinungen zu Antrag 15: „GEMA ist nur ein Spiegel der Gesellschaft und keine „Kultur“-Instanz: Gastbeitrag von Enjott Sc...
30/04/2026

Meinungen zu Antrag 15: „GEMA ist nur ein Spiegel der Gesellschaft und keine „Kultur“-Instanz: Gastbeitrag von Enjott Schneider“ in der NMZ:

Als ehemaliger Aufsichtsrat (2003 bis 2020/21) und davon 7 Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender verwahre ich mich gegen das aktuelle GEMA-Bashing und das öffentliche Beschimpfen dieser Verwertungsgesellschaft und fühle mich persönlich verunglimpft!

Die GEMA vermag nur in minimalstem Radius die Kultur (z.B. den Stellenwert von sog. „E“-Musik und Kunst-Musik) aktiv zu gestalten: Die GEMA kann nur reagieren, nicht agieren! Sie ist Spiegel der Gesellschaft … und widerspiegelt nur lediglich den gesellschaftlichen Umbruch. Die GEMA ist nicht verantwortlich für den Resonanzverlust der „E“-Musik im öffentlichen Leben. Dass die Gesellschaft nicht mehr „Kunst“ oder „E“-Musik mit Kunstanspruch sucht, sondern zunehmend „Unterhaltung“, Entertainment und Partyfreuden, ist ein Umbruch zur Armut von geistigem Leben, den nicht die GEMA zu verantworten hat.

Dieser Umbruch ist zweifellos eine Katastrophe für alle Kunst und die künstlerisch ambitionierte E-Musik… er ist im Übrigen auch eine Katastrophe für andere Genres wie den künstlerisch anspruchsvollen Film, das künstlerisch anspruchsvolle Hörspiel, das ambitionierte „E“-Theater, die ambitionierte Pop-/Rockmusik, den lyrisch-ambitionierten Song (poetische Liedermacher), den künstlerischen Jazz, Elektro-Music u.a. Bei all diesen Formaten steht der künstlerische Inhalt, die von Idealen getragene Ambition und eine avancierte Textur im Vordergrund. Diese Inhalte finden leider in einer Gesellschaft mit permanent fallendem Bildungsniveau und der Sucht nach dem schnellen Reiz keine Resonanz mehr. Hier aber die Schuld der GEMA zuzuweisen, ist absurd: Man prügelt mit dem GEMA-bashing das Pferd und meint den Reiter, man prügelt den Meteorologen und meint eigentlich die chaotisch gewordene Wetterlage.

KURZ: Nicht die GEMA schafft Kunst und „E“-Musik ab, sondern die Gesellschaft. Dies in vielen Instanzen:

Zeitungen und Feuilletons besprechen (außer wenigen Leuchttürmen) keine „E“-Musikverstaltungen mehr.

Konzertveranstalter verbieten mit Systematik den Ensembles, zeitgenössische Musik aufzuführen, und lassen lieber Mozart, Haydn, Brahms spielen, weil sie somit die Autorengelder für geschützte neue Musik umgehen können.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit Kulturauftrag nach §11 sendet schon lange keine Konzertveranstaltungen mit Neuer Musik oder neue Opern mehr, … allen voran das ZDF, das nur mainstream-entertainment-Kultur tradiert.

Die öffentlich-rechtlichen Sender senden kaum mehr zeitgenössische Musik, - mit lobenswerten Nischen in BR / BR-Klassik oder anderen wenigen ARD-Sendern, wo die Programme längst ins spätabendliche Ghetto gewandert sind.

Die Musikschulen lassen in ihren Schüler-Konzerten und Vorspielabenden fast nur noch Ragtimes, Popballaden, Filmmusik aus dem mainstream-Repertoire spielen, so dass der GEMA-Aufsichtsrat (noch unter meiner Leitung) beschließen musste, dass Musikschüler-Konzerte generell nach „U“ inkassiert werden und nicht mehr nach „E“, wie es vor etwa 2012 noch die generelle E-Vermutung war. Deswegen werden dann alle die wenige E-Werke (etwa von Helmut Lachenmann, der sich schon über eine U-Ausschüttung wunderte) auch nach U-Inkasso ausgeschüttet und als U-Werk verrechnet.

Die Chorkonzerte (gerade im regionalen Raum und bei Sängerfesten) enthalten im Querschnitt so einen hohen Anteil an Gospels, Populärer Musik, Arrangements von Hitsongs und Rockballaden, Chormusik aus Filmen, internationale Ethnomusik, dass sie ebenfalls einer U-Musikvermutung unterliegen und nach U-Inkasso ausgeschüttet werden.

Die gymnasialen Schulkonzerte, die früher immer Klassik- und „E“-orientiert waren, haben seit über 10 Jahren auch die absolute Tendenz, dass dort keine Neue Musik mehr aufgeführt wird, sondern Pop/Musical/Filmmusik extrem überwiegt.

In der Musikausbildung von Schulmusiklehrern (für Gymnasien vor allem), die an deutschen Musikhochschulen erteilt wird, gibt es eine gewaltige – gesellschaftlich verursachte – Hinwendung zur Popmusik: war früher das Fach ‚Orchesterleitung‘ beispielsweise verpflichtend für alle, so genügt an vielen Hochschulen inzwischen auch „Pop-Band“ als Nachweis für den notwendigen Ensemble-Schein. Es werden Schulmusik-LehrerInnen für den gymnasialen Unterricht geschickt, die selbst keine Ahnung mehr von klassischem Orchester haben. Auch in der akademischen Kirchenmusik-Ausbildung gibt es den Trend, nicht mehr Orgel als Hauptfach vorzuschreiben, sondern Gitarre als Hauptfach zu studieren. Musik in der Kirche – einst die Geburtsstätte der abendländischen Notation und Kunstmusik – ist radikal von Einflüssen der Pop- und U-Musik geprägt.

Und die „E“-Musik SELBST ist teilweise schuldig daran, dass die Resonanz der „E“-Musik gerade bei der jüngeren Generation an Resonanz verloren hat: „E“-Musik generiert inzwischen solch hochdifferenzierte, kopfgesteuerte Partituren in ausgeklügelter Notation, die ein Spezialensemble von Neuer Musik benötigen (New Complexity), wo rhythmisches Entziffern komplexer Schichtungen (17:4 oder Polymetrik) nur noch rationalem Hochleistungsdenken Erwachsener gelingt…. Das spielt kein Jugendlicher im Alter von 10–18 Jahren in seiner Anfängerphase mehr. Kein Wunder also, dass die Kinder in den Jugendmusikschulen bei ihrem Unterricht und ihren Konzerten lieber zu Pop, Rock, Film, Musical etc. übergehen und U-Musik spielen, wo sie einfache Melodien emotional fasslich interpretieren dürfen. Die KomponistInnen der Neuen Musik lassen die Kinder (wiederum von löblichen Ausnahmen abgesehen) völlig allein.

GANZ GRAVIEREND: Das Konsum- und Hörverhalten bei Radio, Streaming und CD-Kauf ist längst von internationaler Popmusik geprägt, wo Neue Musik und „E“-Musik keinerlei Rolle mehr spielt. Jeder weiß, was am Radio zu hören oder in den streaming-lists auf Spotify & Co zu sehen ist: anglo-amerikanische Popmusik in englisch (seltener spanisch bei Latin-Pop, italienisch bei Italo-Pop usw.). Im Kaufhaus, zu den Nachrichten, in Sachsendungen oder als Intermezzo-Musik zwischen Sendeteilen ist niemals mehr „Neue Musik“ zu hören. Unsere Gesellschaft hört in der ungeheuren Mainstream-Masse „U“… was haarscharf den 97 % U‑Einnahmen der GEMA entspricht. DAS KANN DIE GEMA NICHT ÄNDERN ODER REGULIEREN, NUR SPIEGELN.

GANZ GRAVIEREND IST FERNER: Das audiovisuelle Konsum- und Sehverhalten in Kino, Fernsehen und AV-Streaming: Es dominieren amerikanische Filme, Serien, Kanäle wie Netflix, Disney und, und, und und… Jeder kann einmal bei Jugendlichen nachfragen, ob sie deutsche TV-Serien oder Filme ansehen? Großes Kopfschütteln, ablehnend. Deutsche Serien, die früher boomten wie etwa Marienhof oder Sturm der Liebe, gehören vergangenen Zeiten an… es dominiert das amerikanische Repertoire…. Die Gesellschaft konsumiert in der ungeheuren Masse „U“… was den 97 % U‑Einnahmen der GEMA entspricht. DIE GEMA KANN DAS NICHT REGULIEREN, NUR SPIEGELN.

Aus diesen Gründen ist es absurd zu behaupten, die GEMA betreibe „Kulturvernichtung“ oder „Hinrichtung der E-Musik“, was ich bedauerlicherweise in den letzten Wochen so oft lesen musste.

Alle die Punkte (es wären noch viele mehr…) sind dem GEMA-Inkasso vorgelagert und die GEMA trägt keinerlei Verantwortung für diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Die GEMA ist per Vertrag ein wirtschaftlicher Verein, eine „collecting society“ und darf über das eingesammelte Geld nur in engen Grenzen verfügen. Gerade von ausländischen (vor allem businesserfahrenen amerikanischen) Rechtsanwaltkanzleien und legal departments bekommt die GEMA Rügen und Androhung, dass der sogenannte 10%-Abzug für nationale Förderung unrechtmäßig sei und eingestellt werden müsse. Seit 2003, als ich dazukam, bis heute ist es ein Dauerthema des Aufsichtsrates, für den Erhalt der kulturellen Förderung zu kämpfen. Im internationalen Rahmen des streaming hat die GEMA längst verloren … im digitalen Bereich gibt es schon länger keine Geldmittel mehr zu holen, die für die Wertung/Förderung ausgegeben werden können. Und jeder weiß: die Digitalwelt wächst in erschreckend rapidem Ausmaß … und genauso erschreckend sind durch den fehlenden 10%-Abzug die Fördersummen für den kulturellen Ausgleich gesunken.

Mit dem GEMA-Bashing prügelt man aktuell den falschen Verursacher! Wenn man die GEMA dabei massiv schwächt, so sägen die Urheberinnen und Urheber mit ihren Beschimpfungen sogar törichterweise am eigenen Ast – und schädigen sich selbst. Dank ihrer weltweit besten IT-Struktur und Marktdominanz hat die GEMA in allen Fragen der Urheberschutz-Politik (ob in Berlin, Brüssel EU oder international) ein starkes Gewicht. Bei extrem vielen Fragen des Urheberschutzes und der Autorenrechte (unabhängig ob U oder E) hat die GEMA unglaublich viele relevante hochteure Gerichtsverfahren zum Schutze des geistigen Eigentums durchsetzen können – was ebenfalls eine gewaltige Kulturförderung darstellt – zum Wohle aller, auch der E-KomponistInnen. Und gerade aktuell mit KI (Künstlicher Intelligenz) – was die totale Beraubung kreativer Menschen darstellen wird – konnte die GEMA mit politischem Nachdruck in Brüssel schon jetzt bemerkenswerte erste Teilerfolge erzielen. KI wird ein Tsunami der Kulturvernichtung werden und des Abschiebens künstlerisch Arbeitender ins Prekariat – was jetzt noch kaum dem Durchschnittsmenschen vorstellbar ist. Darum ist es wichtig, keine Spaltungstendenzen in der GEMA zu betreiben, nicht zu selbstvernichtenden Klageverfahren angeblichen Missbrauchs zu schreiten. Das verhärtet die Fronten, erzeugt Kampfstimmung und irrationalen Unmut. Wir brauchen – bitte – Konsens statt Dissenz und keine Polarisierung: Quantitativ kann die Ernste Musik bei einer Kampfabstimmung ohne den solidarischen Grundgedanken nur verlieren, denn die 3 % der nach „E“ abgerechneten Komponierenden stehen 97 % der nach „U“ abgerechneten Komponierenden gegenüber. „Der Friede ist höher als alle Vernunft“ war schon immer das nachhaltigere Prinzip. Statt Selbstzerfleischung wäre ein solidarisches Verbessern des Umfelds „pro Kunst“, „pro differenzierter Kultur“ in Sendern, Journalismus, Schulen, bei Konzertveranstaltern weit effizienter.

DESHALB: Nicht die GEMA vernichtet Kultur, sie spiegelt nur gesellschaftliche Prozesse wider.

DESHALB STATT DESSEN: eine Allianz aller verantwortlich fühlenden Kulturschaffenden zusammen mit der GEMA, um die oben in den Punkten 1–11 genannten Entwicklungen zu bremsen, um Kultur, musikalische Bildung wieder zu fördern. Der Aufsichtsrat – das weiß ich als Insider aus fast 20-jähriger Erfahrung – war stets bemüht, sich für Kunst und Kultur und domestic composers aller Couleur einzusetzen. Sie ist es auch heute noch. Die notwendige Reform und die Verabschiedung von der total asymmetrischen U‑E‑Balance ist notwendig, und sie fügt den E-KomponistInnen keinen neueren Schaden zu. Das Förderungsvolumen von jährlich 50 Millionen Euro bleibt erhalten, wird nicht gekürzt, 7 Millionen davon stehen ausdrücklich nur der bisherigen „E“-Musik zur Verfügung, - die E-Musik kann darüber hinaus an einem weiteren Drittel der 50 Millionen problemlos via Antrag partizipieren.

Das Neue an der geplanten Kulturförderung ist, dass ein Etikett „Kunst“ oder „kulturell förderungswürdig“ einem etwas größeren Bereich der Genres zuerkannt wird. Die Förderung wird also auf einen breiteren Sockel gestellt. Die ehemaligen Wertungspunkte im Bereich „E“ gehen nicht verloren, sondern werden ins neue System integriert.

Im Sommer 2025 hatte ich im Auftrag von Peter Hanser-Strecker (dem Motor des Schott Musikverlages) eine Sammlung von Statements für die NZfM (Neue Zeitschrift für Musik, von Robert Schumann gegründet). In diesen Statements erklären in plausibler Weise die AutorInnen aus Rock, Pop, Jazz, Film, Song, Bühne usw., warum auch sie „Kunst“ schaffen und „förderungswürdig“ sind. Es kann nicht sein, das „Hochkultur“ nur von 3% der „E“-Sektion, und die anderen 97% nur aus Gründen der „Unterhaltung“ oder des Profitgiers kreativ tätig sein.

Einen link zu dieser Essay-Sammlung GEDANKEN ZUR GEMA-REFORM gibt es mit: https://musikderzeit.de/Musik-zwischen-u-und-e-gedanken-zur-gema-reform/

DEFKOM Birthday Party: Impressionen.DEFKOM Birthday Party: Impressions.
22/02/2026

DEFKOM Birthday Party: Impressionen.
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DEFKOM Birthday Party: Spaß, Tanz, Gespräche. DEFKOM Birthday Party: Fun, dancing, conversations.
20/02/2026

DEFKOM Birthday Party: Spaß, Tanz, Gespräche.
DEFKOM Birthday Party: Fun, dancing, conversations.

Ganz unbescheiden: die DEFKOM Birthday Party am Freitag den 13. in der GEMA-Generaldirektion Berlin war ein grandioser e...
18/02/2026

Ganz unbescheiden: die DEFKOM Birthday Party am Freitag den 13. in der GEMA-Generaldirektion Berlin war ein grandioser erster Schritt in die Vereinszukunft! Wer dabei war, wird es sicher bestätigen und wer nicht dabei war, der kann sich ein Stück der wunderbaren Atmosphäre hier abholen. Mehr davon in den nächsten Tagen!

Without modesty: the DEFKOM birthday party on Friday the 13th at the GEMA headquarters in Berlin was a magnificent first step into the future of the association! Those who were there will surely confirm this, and those who weren't can get a taste of the wonderful atmosphere here. More to come in the next few days!

Photos (c) Peter Silvestrov

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04/01/2026

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