15/01/2026
Mehr als Bewegung 🎨 – Emilio Vedova Zeit in Berlin
In den Jahren 1963 bis 1965 wurde Berlin für Emilio Vedova zum Resonanzraum politischer und künstlerischer Auseinandersetzung. Die Stadt, geprägt vom Kalten Krieg und NS-Vergangenheit, gesellschaftlichen Spannungen, und dennoch voller kultureller Energie, hinterließ tiefe Spuren in seinem Schaffen.
Die Ausstellung im Kunsthaus Dahlem richtet den Blick auf Vedovas Berliner Jahre – eine Phase radikaler Experimente. In dem ehemaligen Staatsatelier Arno Brekers entwickelte der Künstler die »Plurimi«: bewegliche Bildtafeln, die Malerei in den Raum erweitern und feste Perspektiven auflösen. Bewegung wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern zum Ausdruck.
Im Zentrum steht das »Absurde Berliner Tagebuch«, Vedovas malerisches Protokoll seiner Erfahrungen in der geteilten Stadt, ergänzt durch selten gezeigte Arbeiten, Collagen und Grafiken. Als »Hommage à Dada« knüpfen sie an die Berliner Avantgarden an und setzen zugleich ein klares Zeichen gegen politische Erstarrung und ideologische Gewalt.
Chronologisch und thematisch angelegt, lädt die Ausstellung dazu ein, Vedovas Werk neu zu lesen – als leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, kritisches Denken und künstlerische Unabhängigkeit.
🖼️ Den ganzen Artikel gibt es im Museumsjournal 1/26
Im Abo für 27,60 € / Jahr oder für 8,50 € im Einzelverkauf auf https://brnw.ch/21wZ7dm (Link in Bio)
📅 Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen
Noch zu sehen bis zum 8. März 2026
📍 Kunsthaus Dahlem ()
✍️ Text: Dorothea Schöne, Kuratorin
Abb.: Emilio Vedova bei der Vorbereitung eines Plurimo in seinem Atelier in Berlin Dahlem (Fotograf*in unbekannt) |
(Studio per Plurimo [Study for Plurimo]), 1963-64, Foto: Vittorio Pavan, Venice © Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venice |
Berliner '64 – Plurimo, 1964, Foto: Vittorio Pavan, Venice © Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venice