14/04/2026
WUT und Wahnsinn: „Zauberflöte“ ist ein Opernklassiker für Jung und Alt – meine Wut über eine „Woke-Jung-Regisseurin“ ist grenzenlos! Mozarts „Zauberflöte“ gilt für Kinder und Jugendliche als besonders geeignet für den Einstieg in die geheimnisvolle Welt der Oper. Ein Stück voller „Magie, Liebe und Abenteuer“. „In der Oper kämpfen Tamino und Papageno in einem märchenhaften Reich gegen das Böse – unterstützt von Musik, Mut und den unerschrockenen Mädchen Pamina und Papagena. Ein Opernklassiker für Jung und Alt!“ Aber halt: Die Woke-Gesellschaft bekommt entstellende Eingriffe in die ursprünglichen Texte zu hören, die sogar Anpassungen der mozartschen Rhythmen nicht scheuen. Unglaublich - in dieser Version der Oper dürfen Pamina und Tamino am Ende nicht vereint werden. Also keine zwei Ehen für ein doppeltes Happy End für dieses 1791 geschriebene und komponierte „labyrinthische“ Märchen? Die besonders woke Regisseurin interpretiert das Opernlibretti der „Zauberflöte“ als frauenfeindlich und rassistisch. Jaja - es darf niemals sein, dass es sich bei der Figur des Bösen ausgerechnet um einen „Mohren“ handelt? Und zusätzlich zu diesem rassistischen Unwort „Mohr“ taucht auch noch das Wort „Weib“ auf. Also dürfen Pamina und Papageno deshalb nicht im großartigen Duett der beiden über „Mann und Weib und Weib und Mann singen“, sondern „Herz und Geist nach hohem Plan, reichen an die Gottheit an“. Liebe Kollegen und Kolleginnen, erstens ist die „Zauberflöte“ wichtig, um Kinder und Jugendliche an die Welt der klassischen Oper heranzuführen. Noch grausamer wird es, wenn Pamina dem Monostatos bei dessen Vergewaltigungsversuch nicht etwa das bekannte „Oh, welche Marter, welche Pein“ entgegnet, sondern „Dem Scheusal trete ich ans Bein“. Dass Pamina jedoch in ihrem ersten Liebeskummer an Selbstmord denkt und zum Dolch greift, kann sich die woke Jung-Regie nicht vorstellen. Eine starke Frau, die sich wegen eines solchen Typen umbringen würde, ist offenbar allein simple Männerlogik und damit natürlich nicht zeitgemäß. Logisch ist daher, dass eine woke Journalistin der woken Jung Regisseurin in allseits bekannten TV-Sender zu Hilfe eilt, und in den abendlichen Kulturnachrichten verbreitet: „Bei der ‚Zauberflöte‘ liegen die Konfliktstellen offen: ein veraltetes Frauenbild, die Figur Monostatos, die in vielen Köpfen sofort eine Diskussion über rassistische Markierungen auslöst, und mit Sarastro der ‚Gute', der aber immer wieder Sätze spricht, die heute klar sexistisch klingen.“ Tamino und Papageno sprechen von „geschwätzigen Weibern mit Weibersinn“, der Mohr Monostatos singt, dass „ein Schwarzer hässlich ist“. Solche Stellen würden das Publikum irritieren, das sensibler auf Sexismus, rassistische Stereotype oder Ausgrenzung schaut. So geht die Umänderung der klassischen Oper: Der Mohr getilgt, das Weib zur Frau erhoben und emanzipiert. Papagena erscheint häufig historisch als alte, hässliche Frau verkleidet. Aber ist nicht jeder Mensch schön? Da aber Sexismus und Altersdiskriminierung in zeitgenössischen Opernaufführungen nichts zu suchen haben, reicht der Austausch von Worten nicht, es muss in die Handlung eingegriffen werden. Papageno verschmäht Papagena nicht wegen ihres Aussehens, sondern wegen ihres Selbstbewusstseins. Mit so viel Feminismus kann er nicht umgehen. Pamina soll freie Hand bei der Partnerwahl haben und nicht nur Tamino eine Liebesarie singen. Und die „Königin der Nacht“ darf in der Oper nicht zu fies geraten! Ok – eine woke Jung-Regisseurin hat eine Fassung erstellt, die Rassismus und Frauenfeindlichkeit in der ‚Zauberflöte‘ durch unsere heutige Brille sichtbar macht. Ich finde, in die Oper zu gehen, ist ein demokratischer Akt. Alle sitzen gemeinsam in einem Raum und hören sich die gleiche Geschichte an.“ Welche Version auch immer: Man muss sich die Frage stellen, ob „Die Zauberflöte“ nach 235 Jahren Aufführungspraxis nicht mehr Werktreue verdient hätte. Oder ist es dem aufgeklärten Publikum von heute tatsächlich nicht zuzutrauen, ein Stück mit dieser Tradition nicht im Kontext der heutigen Zeit einordnen zu können? Wahnsinn „Zauberflöte“ ein Opernklassiker für Jung und Alt – meine Wut über eine „Woke-Jung-Regisseurin“ ist grenzenlos!