15/09/2026
Nach der Sommerpause wieder geöffnet!
Die Ausstellung „Metamorphose des Denkens“ zeigt einen Blick auf die Arbeit der Stiftung Kai Dikhas. Gefördert wird aktuelle Kunst von Rom*nja und Sinti*zze.
Neben Werken aus der Sammlung gibt es ortsspezifische Installationen sowie eine temporäre Druckwerkstatt. Die Ausstellung ist damit auch Ort künstlerischer Produktion.
Die faszinierenden „Warrior“-Skulpturen von Kálmán Várady sind kaum fassbar in ihrer Fülle. Die religiös wirkenden Figuren haben Tierköpfe oder verborgene Gesichter und sind behängt mit Ketten, Rosenkränzen oder Voodoogegenständen.
Fläschchen mit Zaubertrank, Goldschmuck oder „Naturalien“ wie Knochen oder ein ausgestopftes Frettchen deuten auf magische Beschwörungen hin.
Die renommierte britische Künstlerin Delaine le Bas kritisiert in ihrer Installation „Hexenjagd“ traditionelle Geschlechterverhältnisse, die junge Frauen noch immer einengt — zusätzlich zu der rassistischen Ausgrenzung, die Rom*nja und Sinti*zze in Europa seit Jahrhunderten erfahren.
Der griechische Künstler Christophoros Katsadiotis hat eine ortsspezifische Wandinstallation aus Alltagszeugnissen entwickelt: Religion und P***o, Magazinausrisse und Plastikkram — es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Überall sind christlich-orthodoxe Bildmotive zu sehen, doch der banale Alltag setzt sich durch.
Dass religiöse Motive in vielen Arbeiten eine Rolle spielen, geht auch auf die ambivalente Beziehung zwischen Rom*nja und Sinti*zze und den europäischen Kirchen zurück. Denn obwohl viele Vertreter*innen dem christlichen Glauben angehören, wurden sie von kirchlicher Seite nicht zuverlässig vor Verfolgungen geschützt.
Die Stiftung Kai Dikhas organisiert seit 2011 Ausstellungen, Workshops und Editionen. Darüber hinaus hält sie eine Sammlung mit mehr als 320 Werken zeitgenössischer Kunst. Die Ausstellung zum 15. Jubiläum ist noch bis 31. Oktober zu sehen:
„Metamorphose des Denkens“
Prinzenstraße 84.2, über Oranienstraße
Open: Do bis Sa 16 — 19 Uhr
Kurator: Moritz Pankok