09/04/2026
»Es tummeln sich also einige Mörder in den von Paul Berf fabelhaft ins Deutsche übersetzten Erzählungen ›Unser nächtlicher Badeort‹. Doch der größte Mörder ist das Leben selbst«, schreibt Heike Kunert in ihrer schönen Besprechung von Stig Dagermans Erzählband in der ZEIT.
»Seine lakonische, zuweilen eisige Erzählkunst leuchtet die Existenz der Hoffnungs- und Erwartungslosen, der Getäuschten, Armen und Geängstigten aus. Mitleid kennt Dagerman nicht, dafür ist er zu wahrhaftig.«
Und noch weitere tolle, treffende Sätze finden sich: »Kühl, poetisch, zuweilen rätselhaft ist Dagermans bildgewaltige Sprache, die im Individuellen das Allgemeine erkennbar werden lässt.«
Und zum Schluss: »Wie es sich anfühlt, zu trauern, geliebt worden zu sein und einsam zu werden, daraus hat Stig Dagerman große Literatur gemacht, die in ihrer Düsternis und Traurigkeit, in ihrer Kraft und Entschiedenheit doch nur wie wir alle eine Antwort auf die Welt haben will.«