Keke van Steyn

Keke van Steyn Ich bin Keke van Steyn, geboren 1967 in Hamburg. Autorin und Texterin.

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Ich stehe seit Wochen als Hebamme bereit. Das Baby kommt bald – es hat keine Nabelschnur, dafür einen Buchblock. Und ich...
10/09/2026

Ich stehe seit Wochen als Hebamme bereit. Das Baby kommt bald – es hat keine Nabelschnur, dafür einen Buchblock. Und ich kann euch sagen: So eine Buchgeburt ist mindestens genauso aufregend.

Jetzt darf ich endlich ein bisschen erzählen, womit ich mich in den vergangenen Wochen neben meinem eigenen ganz normalen Wahnsinn beschäftigt habe: mit dem neuen Buch von Katerina Jacob „Im Fettnapf steht man meist allein“ (Humorvolle Anekdoten und Erzählungen)

Und eins kann ICH schon vorab verraten: Dieses Buch ist großartig. Ich gehe jede Wette ein, dass es ein Bestseller wird.

Ich durfte Katerina bei diesem Projekt begleiten, habe lektoriert, am Buch gefeilt, geflucht, gelacht, korrigiert und vermutlich zwischendurch mehrfach meine geistige Zurechnungsfähigkeit wegen des Buchblocks abgegeben.

Beim Lektorieren habe ich teilweise so gelacht, dass ich P**i in die Hose gemacht und beinahe unterm Schreibtisch gelegen habe. Glücklicherweise nur beinahe, denn runter komme ich hervorragend. Das Wiederhochkommen gestaltet sich bei mir bekanntlich etwas aufwendiger.

Ich habe mir die Haare gerauft, weil wieder irgendetwas am Buchblock nicht passte. Wenigstens weiß ich jetzt endlich, woher mein heftiger Haarausfall kommt. KATERINA IST SCHULD!

Mein Kopf rauchte. Nicht etwa, weil mein Zigarettenkonsum während dieser Wochen geringfügig in Richtung Industrieschornstein eskaliert wäre, sondern weil ich im Manuskript immer wieder irgendeinen Fehler fand – den ICH vorher offenbar höchstpersönlich eingebaut hatte. Service gehört schließlich dazu.

Und dann kam dieser für mich wunderbare Moment, als meine beste Freundin meinen Coverentwurf (den sie anfangs irgendwie "nicht so optimal" fand) mithilfe der großartigen und hochprofessionellen Fotos von Tanja Valérien-Glowacz grafisch genauso umgesetzt hatte, wie wir es uns alle vorgestellt haben.

Ich führte einen Freudentanz auf. Im Sitzen. Man arbeitet schließlich mit dem Bewegungsapparat, den man hat.

Jetzt gehen wir in die letzte Runde.

Die Geburt von Katerinas neuem „Baby“ steht kurz bevor. Die Pressewehen haben noch nicht eingesetzt, aber die Vorwehen klopfen bereits energisch an. Ich stehe als Hebamme bereit. Handtücher und heißes Wasser können wir uns sparen – und falls der Buchblock noch einmal Ärger macht, gibt’s einen Kaiserschnitt... Von mir persönlich!

Und ich kann euch jetzt schon sagen: Auf dieses Baby dürft ihr euch freuen.

„Im Fettnapf steht man meist allein“ von Katerina Jacob kommt. Am 30.10.26.

Und verdammt, bin ich stolz darauf, dass ich ein kleines bisschen dabei helfen durfte, es auf die Welt zu bringen.

Cover: © Katerina Jacob (Tanja Valérien-Glowacz / Hailie Quinn Schwarz / Keke van Steyn)
Text: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt)



Der Sinn meines Lebens Ich habe mir heute eine dieser großen philosophischen Fragen gestellt, die Menschen normalerweise...
10/09/2026

Der Sinn meines Lebens

Ich habe mir heute eine dieser großen philosophischen Fragen gestellt, die Menschen normalerweise nach drei Flaschen Rotwein, einer gescheiterten Beziehung oder dem versehentlichen Einschalten von RTLZWEI beschäftigen:

Wozu bin ich eigentlich auf der Welt?

Mit 59 sollte man darauf langsam eine Antwort haben. Andere Menschen kennen ihre Bestimmung. Sie retten Wale, besteigen den Mount Everest, gründen Stiftungen oder finden beim Yoga zu ihrem inneren Selbst.

Ich finde beim Nachdenken meistens nur neuen Stoff für Facebook. Vielleicht ist genau das meine Bestimmung.
Vielleicht wurde ich auf diese Welt geschickt, um Bücher zu schreiben, Menschen zum Lachen zu bringen und mindestens drei mittelschwere gesellschaftliche Eskalationen pro Woche auszulösen.

Im Grunde bin ich also keine Autorin, sondern ein selbstfahrendes Content-Kraftwerk mit Rollstuhl.

Andere Menschen meditieren, um den Sinn ihres Lebens zu finden. Ich öffne morgens Facebook und entdecke innerhalb von sieben Minuten einen Kommentar, bei dem mein innerer Dalai Lama die Koffer packt und sagt: „Mach du. Ich bin raus.“

Ich könnte natürlich einfach darüber hinweglesen. Kann ich aber nicht.

Wenn irgendwo jemand öffentlich einen Schwangerschaftstest macht, ein Promi geistigen Dünnpfiff veröffentlicht, ein Kartenlesegerät 25 Prozent Trinkgeld für die eigenständige Entnahme eines Brötchens verlangt oder mir jemand ungefragt erklärt, wie ich als behinderter Mensch mein Leben zu führen habe, höre ich eine innere Stimme:

“Keke, schreib was.“ Und dann schreibe ich was.

Anschließend sind 94 Prozent bestens unterhalten, vier Prozent haben den Sarkasmus nicht verstanden und zwei Prozent erklären mir, dass ich ein ganz furchtbarer Mensch bin und in echt gar nicht so aussehe, wie auf meinen Fotos.

Damit kann ich hervorragend leben. Denn die zwei Prozent liefern zuverlässig das Material für den nächsten Beitrag. Nachhaltiger kann Content-Produktion kaum sein.

Vielleicht bin ich tatsächlich auf der Welt, um Menschen zum Lachen zu bringen. Gerade über Dinge, bei denen einem eigentlich gar nicht nach Lachen ist. Das würde zumindest erklären, warum mir das Leben seit Jahrzehnten derart großzügig Ausgangsmaterial vor die Füße wirft.

Wobei „vor die Füße“ bei mir inzwischen auch schon wieder eine ausgesprochen optimistische Formulierung ist.

Und dann wäre da natürlich noch Odin. Für ihn stellt sich die Frage nach meinem Lebenszweck überhaupt nicht. Ich bin Personal. Futterservice. Chauffeurin. Wärmekissen. Türöffnerin. Sicherheitsdienst. Kuschelbeauftragte. Kotbeutelmanagement und rund um die Uhr erreichbare Beschwerdestelle für völlig unzumutbare Zustände wie: „Ich wurde nun schon neun Minuten nicht mehr gestreichelt.“

Vermutlich glaubt dieser 2,8-Kilo-Chihuahua ohnehin, dass ich ausschließlich deshalb geboren wurde, damit sein kleiner schwarzer Hintern niemals mit den Härten des gewöhnlichen Lebens konfrontiert wird.

Vielleicht braucht man am Ende aber gar keinen gigantischen Lebenszweck.

Vielleicht reicht es, Geschichten zu erzählen. Menschen zum Lachen zu bringen. Zu lieben. Geliebt zu werden. Spuren zu hinterlassen. Sich über den Wahnsinn dieser Welt lustig zu machen und sich selbst dabei ausdrücklich nicht auszunehmen.

Und falls das Universum tatsächlich einen großen Plan mit mir hat, möchte ich an dieser Stelle höflich anmerken: Die Bedienungsanleitung wäre langsam ganz hilfreich.

Gut, seit "Per Anhalter durch die Galaxis" wissen wir schon mal, dass die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens 42 lautet.

Blöd nur, dass ich inzwischen 59 bin. Ich bin also offenbar schon 17 Jahre über den Sinn des Lebens hinaus und habe immer noch keine Ahnung, was ich hier eigentlich soll. Vermutlich läuft seitdem nur noch die Garantieverlängerung.

Die Hälfte der Ersatzteile knirscht, einige Funktionen wurden bereits eingestellt und für diverse Baugruppen gibt es offenbar keinen Kundendienst mehr. Aber das Hirn funktioniert noch tadellos.

Also schreibe ich weiter. Irgendeiner muss den Irrsinn schließlich dokumentieren. Und Odin kann nicht tippen.

Für die Finanzierung meiner weiteren Suche nach dem Sinn des Lebens nehme ich Trinkgeld gerne per PayPal entgegen: [email protected]

Text & Foto: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt) Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI erstellt.




09/09/2026

Wenn ein Schwangerschaftstest schon zum Fernsehprogramm gehört, fehlen eigentlich nur noch die Live-Übertragung der Zeug...
09/09/2026

Wenn ein Schwangerschaftstest schon zum Fernsehprogramm gehört, fehlen eigentlich nur noch die Live-Übertragung der Zeugung und der Geburt.

Es gibt Dinge, die hielt ich bislang für privat. S*x. Familienplanung. Die Frage, ob die Periode ausbleibt. Und vor allem den Moment, in dem eine Frau herausfinden möchte, ob sie schwanger ist.

Aber dann kam Reality-TV und erklärte der Intimsphäre offiziell den Krieg.

Laura Parrinello (26) ist im „Sommerhaus der Stars“ übel, ihre Periode lässt auf sich warten und Nico Legat (28) informiert die Fernsehnation praktischerweise gleich darüber, dass Laura die Pille abgesetzt hat, man Ovulationstests benutzt und er während ihrer fruchtbaren Phase besonders motiviert zur Familienplanung beigetragen habe.

Danke, Nico. Diese Information hatte mir tatsächlich noch gefehlt.

Ich saß schon seit Tagen völlig aufgelöst zu Hause und fragte mich: Wann hatte Nico Legat eigentlich zuletzt ungeschützten Geschlechtsverkehr? Endlich hat Deutschland nun Gewissheit.

Und weil Diskretion im Reality-TV ungefähr denselben Stellenwert besitzt wie Quantenphysik beim „Promibüßen“, wird natürlich nicht einfach irgendwann zu Hause ein Schwangerschaftstest gemacht.

Nein. Laura pinkelt im „Sommerhaus“ vor laufenden Kameras auf ein Stäbchen.

Mal eine ernst gemeinte Frage: Muss man wirklich einen Schwangerschaftstest vor laufenden Kameras machen?
Was kommt als Nächstes? „Die große Darmspiegelung der Stars“? „Prominent beim Abstrich“? „Deutschland sucht den Super-Spermienbefund“? Irgendwann sitzt wahrscheinlich Sonja Zietlow vor einer Badezimmertür und kommentiert live die Urinfarbe.

Der Test war übrigens negativ.

Und möglicherweise hat sich da nicht nur ein einzelner Strich gezeigt, sondern das Universum persönlich kurz eingemischt und gesagt: Kinder, vielleicht klärt ihr vorher noch zwei, drei Kleinigkeiten.

Zum Beispiel die Frage, ob diese Beziehung überhaupt eine Chance hat. Denn bevor hier Kinderwagen ausgesucht werden, erinnern wir uns doch kurz an die romantische Vorgeschichte dieses Traumpaares.

Nico hat Laura bereits am Anfang ihrer Beziehung in einem anderen TV-Format betrogen.

Andere Paare bauen am Anfang Vertrauen auf. Nico hat offenbar lieber direkt einen Belastungstest durchgeführt. Und trotzdem plant Laura mit ihm inzwischen Kinder. Kann man machen.

Man kann allerdings auch die Windschutzscheibe eines Autos mit schwarzem Klebeband überkleben, mit Tempo 180 als Geisterfahrer über die Gegenfahrbahn heizen und anschließend behaupten, die Sicht sei technisch einwandfrei gewesen.

Die beiden sind übrigens erst seit September 2025 zusammen und wohnen seit März 2026 zusammen. Das macht die bereits laufende Kinderplanung angesichts des zwischenzeitlichen Fremdgehens natürlich zu einer zusätzlichen Steilvorlage. Zumal die Ausstrahlung der Sendung „Prominent verwandt“, in der Nico mit Anya Elsner (bekannt aus „Germany’s Next Topmodel“) fremdgegangen ist, noch gar nicht ausgestrahlt wurde.

Schaun wir mal, ob die beiden nach dem gemeinsamen Ansehen der Sendung noch als glückliches Paar zusammen sind.

Bei der vorherigen Partnerschaft, ging Nico 2023 ebenfalls vor laufenden Kameras fremd – allerdings seiner damaligen Freundin Sarah Liebich. Nico hat offenbar eine gewisse Tradition darin, ausgerechnet während TV-Drehs seine Beziehungen auf ihre Belastbarkeit zu prüfen.

Aber das eigentliche Sahnehäubchen auf dieser Beziehungstorte heißt für mich Thorsten Legat. Denn Papa Legat scheint ausgerechnet Laura nicht sonderlich wohlgesonnen zu sein und redet öffentlich schlecht über sie.

Über Laura. Nicht über Nico.

Nur damit ich das richtig verstehe: Der eigene Sohn geht fremd – und die betrogene Frau bekommt anschließend vom Vater des Fremdgängers noch einen eingeschenkt? Das ist bemerkenswert.

In normalen Familien würde man vielleicht irgendwann den eigenen Sohn beiseitenehmen und sagen: „Junge, eventuell war das jetzt nicht deine glorreichste Leistung.“ Im Hause Legat scheint die Ursachenforschung hingegen anders zu funktionieren: Der Sohn baut Mist. Kurze Beratung. Ergebnis: Die Freundin ist schuld.

Herzlichen Glückwunsch. Damit dürfte selbst Pippi Langstrumpf sagen: „Also SO mache nicht mal ich mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

Was genau müsste Nico eigentlich noch anstellen, bevor Papa Thorsten auf die revolutionäre Idee käme, dass möglicherweise sein eigener Sohn einen klitzekleinen Anteil an den Beziehungsproblemen haben könnte?

Mit einem Fallschirm n***t über Ibiza abspringen, während er zwei Frauen küsst und ein Transparent hinter sich herzieht, auf dem steht: „PAPA, DIESMAL WAR ICH ES WIRKLICH“?

Vermutlich würde anschließend trotzdem irgendwo erklärt, Laura hätte ihn emotional zum Fallschirmsprung getrieben.

Und in dieses familiäre Gesamtkunstwerk soll nun irgendwann ein Baby hineingeboren werden. Ein Vater, der bereits fremdgegangen ist. Eine Mutter, die sich vom potenziellen Schwiegervater öffentlich schlechtreden lassen darf.
Und ein Opa, bei dem ich den Eindruck bekomme, dass sein Sohn vermutlich auch dann noch das Opfer wäre, wenn man ihn mit n***tem Hintern und zwei Stewardessen in einem Whirlpool erwischen würde.

Was soll da schon schiefgehen?

Das Kind braucht später vermutlich keinen Stammbaum, sondern ein Organigramm mit Konfliktmanagement.

Und vielleicht bin ich tatsächlich hoffnungslos altmodisch, aber bevor ich einen Ovulationstest neben den Zahnputzbecher lege, würde ich erst einmal prüfen, ob die Beziehung emotional stabiler ist als ein Campingtisch bei Windstärke acht.

Denn ein Kind repariert keine Beziehung. Es repariert kein verlorenes Vertrauen. Und es löst schon gar keine familiären Konflikte. Es sorgt lediglich dafür, dass plötzlich ein kleiner Mensch mitten in diesem Chaos sitzt, der sich den ganzen Zirkus nicht ausgesucht hat.

Aber immerhin dürfte eines gesichert sein: Wenn es irgendwann tatsächlich klappt, erfahren wir es vermutlich sehr früh. Sehr, sehr früh. Wahrscheinlich noch bevor der Schwangerschaftstest selbst weiß, dass er positiv ist.

Denn andere Menschen haben ein Privatleben. Reality-Stars haben Content. Und Familie Legat offenbar genügend Material für mindestens sechs weitere Staffeln.

Foto:RTL
Text: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt)



Ich habe mir ja vorgenommen, keine politischen Themen mehr auf Facebook zu posten. Also lasse ich einen passenden Song a...
08/09/2026

Ich habe mir ja vorgenommen, keine politischen Themen mehr auf Facebook zu posten. Also lasse ich einen passenden Song aus meinem Geburtstjahr 1967 sprechen – dieser Song ist aktueller denn je! Leider!






Seltene Fernsehaufnahme von „In dieser Welt“ von Udo Jürgens aus de...

Ich möchte mein Leben bewerten. Wo kann ich die Sterne anklicken?Ich weiß nicht, wann genau es passiert ist, aber offenb...
08/09/2026

Ich möchte mein Leben bewerten. Wo kann ich die Sterne anklicken?

Ich weiß nicht, wann genau es passiert ist, aber offenbar wurde irgendwann beschlossen, dass kein Mensch mehr irgendeine Dienstleistung in Anspruch nehmen darf, ohne sie anschließend zu bewerten.

Ich bestelle etwas im Internet. „Wie zufrieden waren Sie mit Ihrem Einkauf?“ Ich bekomme das Paket. „Wie zufrieden waren Sie mit der Lieferung?“ Ich öffne das Paket. „Wie gefällt Ihnen das Produkt?“ Keine Ahnung, Sabine. Ich habe gerade erst den Karton aufgeschnitten. Gib mir wenigstens fünf Minuten, bevor ich für euch eine belastbare Langzeitstudie über meine neue Klobürste verfasse.

Neulich hatte ich kaum das Telefonat mit der Telekom beendet, da kam schon die nächste Nachricht: „Wie zufrieden waren Sie mit unserem Kundenservice?“ Ich hatte noch nicht einmal genug Zeit, mein Handy wegzulegen.

Überall soll ich Sterne verteilen. Der Onlineshop möchte Sterne. Das Hotel möchte Sterne. Der Paketdienst möchte Sterne. Das Restaurant möchte Sterne. Die App möchte wissen, wie mir die App gefällt. Und manchmal möchte sogar irgendeine Internetseite von mir wissen, ob die Informationen hilfreich waren. NEIN! Ich wollte lediglich wissen, wann der Baumarkt öffnet. Ich möchte daraus keine zwischenmenschliche Beziehung entwickeln.

Aber gut. Wenn wir uns gesellschaftlich darauf geeinigt haben, dass inzwischen wirklich ALLES bewertet werden muss, mache ich jetzt mit. Ab sofort bewerte nämlich ich.

Montag: 0 von 5 Sternen. Kommt regelmäßig ungefragt wieder. Seit Jahrzehnten keinerlei Verbesserung erkennbar. Penetrant, unzuverlässig und allgemein unbeliebt. Würde ich nicht weiterempfehlen.

Regen: 1 von 5 Sternen. Sehr feucht. Miserable Außenwirkung. Frisur anschließend unbrauchbar. Produktbeschreibung „leichter Schauer“ häufig irreführend.

Ampel an einer leeren Kreuzung nachts um 2 Uhr: 1 von 5 Sternen. Unangemessen lange Wartezeit. Personal nicht vorhanden. Beschwerdemanagement mangelhaft. Grünphase nach gefühlten drei Werktagen.

Mücken: 0 von 5 Sternen. Extrem aufdringliches Geschäftsmodell. Entnehmen ungefragt Blut und hinterlassen dafür juckende Beulen. Datenschutz vermutlich ebenfalls katastrophal. Unseriöser Laden.

Drucker: 1 von 5 Sternen. Schwarz ist voll, Magenta ist leer, deshalb kann das Gerät leider keinen schwarzen Text drucken. Logik nicht nachvollziehbar. Mitarbeiter verweigert Gespräch. Würde ich gerne aus dem Fenster werfen, wohne aber leider nicht hoch genug für ein befriedigendes Ergebnis.

Mein Rücken morgens: 1 von 5 Sternen. Kn***t beim Start, braucht lange zum Hochfahren und stellt Leistungen teilweise ohne Vorankündigung ein. Kundenservice seit Jahren nicht erreichbar. Ersatzteile offenbar nicht lieferbar. Rückgabe wegen überschrittener Garantie ausgeschlossen.

Supermarktkasse mit zwölf Menschen vor mir: 2 von 5 Sternen. Grundsätzlich funktionstüchtig, allerdings wurde das Konzept „zweite Kasse“ offenbar irgendwann gemeinsam mit der Telefonzelle und dem Quelle-Katalog abgeschafft.

Odin: 5 von 5 Sternen. Klein, zuverlässig, kuschelig. Gelegentlich etwas meinungsstark und die Alarmanlage reagiert schon auf Geräusche drei Straßen weiter. Trotzdem hervorragendes Produkt. Würde ich jederzeit wieder bestellen.

Und wenn wir schon dabei sind: Das Leben: 3 von 5 Sternen. Interessantes Grundkonzept, tolle Grafik und teilweise hervorragende Nebenfiguren. Die Handlung ist allerdings völlig undurchsichtig, ständig verschwinden liebgewonnene Charaktere und regelmäßig tauchen irgendwelche Vollidioten auf, die offenbar niemand bestellt hat. Außerdem viel zu viele kostenpflichtige Zusatzfunktionen, kein vernünftiges Handbuch und der Schwierigkeitsgrad wurde offensichtlich von jemandem eingestellt, der mich persönlich nicht leiden kann. Support nicht erreichbar. Updates kommen ungefragt und machen häufig alles schlimmer. Das Älterwerden wurde mir beispielsweise automatisch installiert und lässt sich nicht deinstallieren. Frechheit.

Der Tod: 1 von 5 Sternen. Miserable Informationspolitik. Niemand kennt den genauen Liefertermin, niemand weiß, was anschließend passiert, und Erfahrungsberichte von bisherigen Kunden sind auffällig rar. Außerdem keine Rückgabemöglichkeit. Würde ich deshalb aktuell nicht buchen.

Ich werde mein Leben also vorerst weiternutzen. Aber sollte morgen wieder irgendwo ein Fenster aufploppen mit: „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Erfahrung?“, drücke ich auf einen Stern. Einfach aus Prinzip.

Und anschließend erscheint vermutlich: „Es tut uns leid, dass Sie unzufrieden waren. Möchten Sie uns mitteilen, warum?“

Nein.

Aber ich würde gerne diese Frage bewerten.
0 von 5 Sternen. Aufdringlich. Würde ich nicht wieder beantworten.

Text & Foto: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt) Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI erstellt.



07/09/2026

Ich LIEBE es!!!! :-)

Krisenvorsorge – Ich möchte nur kurz daran erinnern, dass man mich ausgelacht hat.Vor einiger Zeit habe ich die Serie „B...
06/09/2026

Krisenvorsorge – Ich möchte nur kurz daran erinnern, dass man mich ausgelacht hat.

Vor einiger Zeit habe ich die Serie „Blackout“ gesehen. Und während andere Menschen nach einer Serie den Fernseher ausschalten und anschließend friedlich schlafen gehen, saß ich da und dachte: Interessant.

Wenn der Strom wirklich länger weg ist, funktioniert nach relativ kurzer Zeit ungefähr noch genauso viel wie ein Faxgerät unter Wasser.

Kein Licht. Kein Kühlschrank. Keine Kartenzahlung. Keine Tankstelle. Kein Lieferservice für Lebensmittel. Kein Elektrorollstuhl!

Irgendwann Probleme mit Wasser, Kommunikation und Versorgung – und aus „Ach, der Strom kommt bestimmt gleich wieder“ kann ziemlich schnell „Hat jemand noch Ravioli und weiß, wie man sie mit nem Einwegfeuerzeug warm bekommt?“ werden.

Also habe ich angefangen, vorzusorgen.

Wasser. Lebensmittel. Batterien. Taschenlampen. Kerzen. Campingkocher samt Gas. Kurbelradio. Und vermutlich genug Zeug, dass man bei mir im Ernstfall entweder drei Tage überlebt oder einen mittelgroßen Outdoor-Shop eröffnen kann.

Und was wurde gelacht! „Hast du jetzt Angst vorm Weltuntergang?“

Nein, Helga. Ich möchte lediglich auch dann noch einen Kaffee trinken können, wenn die Steckdose überraschend beschlossen hat, ihre berufliche Tätigkeit einzustellen.

Besonders faszinierend fand ich damals, dass Vorsorge teilweise sofort politisch einsortiert wurde. Wer Wasser und Konserven im Schrank hatte, bei dem schlug das Herz in Schlumpffarbe oder stand gedanklich offenbar schon mit Aluhut, Reichsflagge und 48 Dosen Erbsensuppe im Bunker.

Dabei empfiehlt sogar der Bevölkerungsschutz seit Jahren, sich auf mögliche Versorgungsausfälle vorzubereiten.

Und wenn ich mir die aktuelle Sicherheitslage in Europa und die Diskussionen über Drohnen, Sabotage und den Schutz kritischer Infrastruktur ansehe, erscheint mir mein Campingkocher inzwischen gar nicht mehr so bekloppt.

Deutschland besitzt ein riesiges, komplexes Stromnetz mit sehr vielen unterschiedlichen Netzbetreibern. Kritische Infrastruktur lässt sich nicht an jeder einzelnen Stelle rund um die Uhr bewachen, und bei größeren Schäden braucht es Ersatzteile, Personal, funktionierende Kommunikation und koordinierte Abläufe.

Mit anderen Worten: Es gibt keinen gigantischen roten Knopf im Bundesministerium, auf dem „STROM WIEDER AN“ steht.

Schade eigentlich.

Natürlich bedeutet das nicht, dass morgen um 14:37 Uhr Deutschland dunkel wird und wir abends ums letzte Teelicht kämpfen. Aber Vorsorge bedeutet ja gerade, etwas zu besitzen, bevor man es braucht. Ein Feuerlöscher ist schließlich auch kein Eingeständnis, dass man fest mit einem Küchenbrand am Donnerstag rechnet.

Deshalb bleibe ich bei Wasser, Vorräten, Batterien, Radio und Campingkocher. Man darf mich auch weiterhin dafür auslachen.

Aber sollte tatsächlich irgendwann länger der Strom ausfallen und jemand steht vor meiner Tür, weil das Tiefkühlgericht bei minus 18 Grad auf seinen großen Auftritt wartet: Ich habe Gas. Ich habe einen Kocher. Ich habe Wasser. Und ich habe ein ausgezeichnetes Gedächtnis.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr für einen längeren Stromausfall tatsächlich etwas zu Hause – oder besteht eure persönliche Krisenvorsorge aus drei Flaschen Aperol, einer angebrochenen Packung Toast und dem festen Vertrauen, dass schon irgendjemand zuständig sein wird?

Text & Foto: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt) Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI erstellt.



Manchmal wünscht man sich etwas ganz leise – und bekommt am Ende viel mehr, als man sich jemals hätte wünschen können.Am...
06/09/2026

Manchmal wünscht man sich etwas ganz leise – und bekommt am Ende viel mehr, als man sich jemals hätte wünschen können.

Am 3. September ist mein kleiner Odin fünf Jahre alt geworden.
Als er acht Monate alt war, kam er zu mir. Aus dritter Hand. Und vermutlich hatte damals weder er noch ich eine Ahnung davon, dass wir gerade ziemlich genau das gefunden hatten, was wir beide brauchten.

Ich hatte mir so sehr einen kleinen Hund gewünscht. Aber eben nicht irgendeinen.

Ich brauchte einen Hund, der zu meinem Leben passt. Zu einem Leben, in dem Kraft keine Selbstverständlichkeit ist. Einen Hund, den ich auch an schlechten Tagen problemlos hochheben kann. Der neben meinem Rollstuhl läuft, ohne daraus eine Staatskrise zu machen. Der akzeptiert, dass sein Frauchen körperlich manches nicht kann, dafür aber in anderen Dingen ziemlich gut ist.

Zum Beispiel im Lieben.

Und dann war da plötzlich dieser winzige Chihuahua.
Odin.

Seitdem ist er an meiner Seite.

Er läuft neben meinem Rollstuhl, fährt mit mir durch die Gegend, begleitet mich durch gute und beschissene Tage und hat sich irgendwann ganz selbstverständlich in mein Leben gelegt, als wäre der Platz schon immer für ihn reserviert gewesen.

Er beurteilt mich nicht danach, was ich kann.

Es interessiert ihn nicht, dass ich im Rollstuhl sitze.

Es stört ihn nicht, wenn ich nachts mein Beatmungsgerät tragen muss. Dann kuschelt er sich eben trotzdem an mich. Für ihn bin ich nicht krank, nicht behindert und ganz sicher kein Pflegefall.

Für ihn bin ich einfach sein Mensch.

Und vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke, die Tiere uns machen können: Sie lieben nicht die Version von uns, die wir gern wären. Sie lieben die, die wir sind.

Odin weiß nicht, dass mein Körper manchmal nicht so funktioniert, wie ich es gern hätte. Er weiß nur, dass meine Hände ihn streicheln. Dass bei mir sein Napf voll wird. Dass ich ihn beschütze. Dass er bei mir sicher ist. Und dass er geliebt wird.

Vorbehaltlos.

So, wie auch er mich liebt.

Mittlerweile sind wir ein ziemlich eingespieltes Team. Ich kenne jeden seiner Blicke, jedes kleine Geräusch. Ich sehe genau, wenn er Bauchweh hat und kenne ziemlich genau den Gesichtsausdruck, mit dem er mir mitteilt, dass meine aktuelle Entscheidung aus Chihuahua-Sicht kompletter Schwachsinn ist.

Und er kennt mich vermutlich besser, als mir manchmal lieb ist.

Vor viereinhalb Jahren habe ich mir einfach nur einen kleinen Hund gewünscht, der zu meinen Lebensumständen passt.

Bekommen habe ich einen besten Freund auf vier winzigen Pfoten. Einen Begleiter. Einen Seelentröster. Einen kleinen schwarzen Schatten, der möglichst immer dort sein möchte, wo ich bin. Und einen Hund, bei dem ich manchmal nicht mehr genau weiß, wer von uns beiden eigentlich wen gerettet hat.

Aus einem Wunsch wurde Realität. Und diese Realität heißt Odin.

Du bist vielleicht nur 2,8 Kilo Hund. Aber in meinem Leben nimmst du verdammt viel Platz ein. Und genau da gehörst du hin.
Alles Gute zum Geburtstag noch einmal nachträglich hier bei Facebook, mein kleiner Odin. Du schwarzer Krümel mit Größenwahn.

Text & Foto: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt) Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI erstellt.



Was man als Autorin auf Facebook so alles ins Postfach bekommt, ist wirklich herzerwärmend.Andere bekommen Liebesbriefe....
05/09/2026

Was man als Autorin auf Facebook so alles ins Postfach bekommt, ist wirklich herzerwärmend.

Andere bekommen Liebesbriefe. Ich bekomme: „Betteln Sie doch woanders – unglaublich!!!“

Hach. Fast hätte ich vor Rührung meinen PayPal-Account umarmt.

Auslöser war mein Beitrag über Trinkgeld. Darin hatte ich mich darüber lustig gemacht, dass einem inzwischen selbst beim Bezahlen in kleinen Geschäften das Kartenterminal erwartungsvoll die Trinkgeldfrage entgegenhält. Und weil ich bekanntlich gelegentlich zu völlig absurden Stilmitteln greife, hatte ich am Ende scherzhaft meine eigene PayPal-Adresse für Trinkgeld angegeben.

Man könnte das für Humor halten.

Man könnte.

Herbert offenbar nicht.

Der sah vermutlich meine PayPal-Adresse, riss entsetzt die Augen auf und dachte: „JETZT BETTELT DIE AUCH NOCH!!!“ Kurz darauf landete die entsprechende Empörung direkt in meinem Postfach.

Das besonders Schöne: Direkt danach teilte er mir mit, dass er mir bei der Trinkgeldfrage aber „100 %“ zustimme.
Also inhaltlich alles verstanden. Nur beim Witz ist Herbert offenbar drei Stationen vorher ausgestiegen und seitdem zu Fuß unterwegs.

Und an dieser Stelle muss ich allerdings noch etwas loswerden: Tatsächlich haben mir nach dem Beitrag ein paar Menschen ein kleines „Trinkgeld“ geschickt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet – schließlich war die PayPal-Adresse wirklich nur als Pointe gedacht.

Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ich habe mich darüber wirklich sehr gefreut. Nicht wegen der Beträge, sondern weil ich die Geste einfach unglaublich lieb fand. Offenbar gibt es Menschen, die meinen täglichen Blödsinn nicht nur freiwillig lesen, sondern anschließend auch noch beschließen: „Hier, nimm Geld und mach weiter.“

Das ist möglicherweise das schönste Förderprogramm für geistigen Unfug, von dem ich je gehört habe.

Und normalerweise kann ich auch über Nachrichten wie die von Herbert lachen. Wer öffentlich schreibt, bekommt eben auch Reaktionen von Menschen, deren Humor und Ironieerkennung gerade gemeinsam im Betriebsurlaub sind.

Aber manchmal verstehe auch ich keinen Spaß mehr.

Nämlich dann, wenn jemand meint, wegen eines offensichtlich humoristischen Beitrags ungefragt in mein privates Postfach marschieren und mich dort anpöbeln zu müssen.

Lieber Herbert: Wenn dir ein Witz nicht gefällt, musst du übrigens nichts bezahlen. Nicht mal Trinkgeld.

Und das Beste: Du musst mir nicht einmal schreiben.
Dieser Service ist völlig kostenlos.

Text & Foto: © Keke van Steyn 2026 – Geklaut wird hier gar nichts (Teilen vom Originalbeitrag erlaubt)



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Buxtehude
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