10/11/2025
Rückblick: Kölner Mediengespräch „Antisemitismus in den Medien“
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“ – Mit diesem Zitat von Niklas Luhmann eröffnete die Kognitionswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. Monika Schwarz-Friesel ihren Vortrag beim Kölner Mediengespräch am Dienstag.
Ausgehend von ihrer Analyse sprach sie über antisemitische Sprachmuster und Narrative in deutschen Medien – von problematischen Metaphern bis hin zu verzerrten Kausalitätsdarstellungen, die alte Vorurteile fortschreiben, oft ohne bewusste Absicht. Besonders deutlich zeigte sie die Wirkung des sogenannten „mittig-gebildeten Antisemitismus“, der sich vor allem in feuilletonistischen Kontexten wiederfindet.
In der anschließenden Diskussion mit Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, und Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wurde deutlich:
Medien tragen eine gesellschaftliche Verantwortung, Antisemitismus in all seinen Formen zu erkennen, zu benennen und ihm entgegenzutreten.
👉️ Zur Dokumentation der Veranstaltung mit Links zur Videoaufzeichnung des Vortrags sowie zur Audioaufzeichnung der anschließenden Diskussion: https://www.halem-verlag.de/verantwortung-zur-gegenrede/
Ein Dank gilt dem Projekt Unter Druck, das den Abend mit seiner Ausstellung
„Medien & Antisemitismus im NS-Staat & heute“ informativ ergänzt hat.
Die dazugehörigen Lernmodule bieten zudem wertvolle Einblicke in die historischen und aktuellen Mechanismen antisemitischer Kommunikation: https://unter-druck.net/