24/11/2025
Unter meinem Beitrag zum Sendetermin meiner Jenseits der Spree-Folge „Schatten der Schuld“ am 21.11.25 sind am Wochenende über 50 offen transfeindliche Kommentare eingegangen. Mich persönlich hat das sehr schockiert. Dazu meine Antwort:
Am Freitag lief die erste Episode mit der neuen Figur „Friederike Hanke“ im ZDF. Schon kurz nach der Ausstrahlung wurde deutlich, dass ein Teil der Reaktionen sich nicht auf die Handlung oder die Figur bezog, sondern darauf, dass trans Personen überhaupt sichtbar sind. Dass ihre Existenz infrage gestellt oder abgewertet wird.
Diese Kommentare richten sich also nicht gegen die Folge, sondern gegen MENSCHEN – Menschen, die in unserer Gesellschaft leben, arbeiten, lieben und selbstverständlich auch in einem Kommissariat sitzen können.
Als Drehbuchautor erzähle ich Figuren, die unsere Realität abbilden. Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass Vielfalt im deutschen Fernsehen unterrepräsentiert ist. Menschen mit Migrationsgeschichte, People of Colour, Menschen mit Behinderungen oder queere und trans Personen kommen viel seltener im TV vor, als es der realen Bevölkerung entspricht. Vielfalt ist also nicht „überrepräsentiert“ – sie ist im Gegenteil noch immer nicht annähernd genug sichtbar. Gerade deshalb war es mir wichtig, gemeinsam mit allen Verantwortlichen eine Figur zu entwickeln, die komplex ist, lebendig und das widerspiegelt, was unsere Gesellschaft ausmacht: besondere Menschen mit besonderen Geschichten.
Transfeindliche oder herabwürdigende Kommentare haben auf meiner Seite keinen Platz. Die Figur „Friederike“ gehört genauso selbstverständlich ins Kommissariat wie jede andere – weil trans Menschen genauso selbstverständlich Kolleg*innen, Freund*innen und Nachbar*innen sind. Sie sind Teil unserer Gesellschaft und Teil unserer Geschichten.
Und genau deshalb werde ich weiterhin vielfältige Geschichten erzählen. Nicht, um jemanden zu „erziehen“ oder weil es angeblich „zwanghaft modern“ sei – sondern weil das Fernsehen die Welt nicht kleiner machen sollte, als sie ist. // E.