04/09/2026
Manchmal sind es gar nicht die großen Momente, in denen ich merke, wie streng ich eigentlich mit mir selbst bin.
Es sind die kleinen Gedanken zwischendurch.
Der Gedanke, dass ich heute nicht genug geschafft habe.
Dass ich in der Uni mehr machen müsste.
Im Sport besser sein müsste.
Mein Körper trainierter aussehen müsste.
Dass ich schneller antworten, produktiver sein, mehr geben und irgendwie überall gleichzeitig funktionieren müsste.
Und obwohl ich eigentlich weiß, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie viel ich an einem Tag leiste, fällt es mir manchmal verdammt schwer, das auch wirklich zu fühlen.
Denn irgendwo zwischen Ehrgeiz, eigenen Ansprüchen und dem Wunsch, mich weiterzuentwickeln, verschwimmt manchmal die Grenze zwischen „Ich möchte“ und „Ich muss“.
Ich liebe es, Ziele zu haben. Ich liebe es, an mir zu arbeiten und über mich hinauszuwachsen. Und ich möchte diesen Teil von mir auch gar nicht verlieren.
Aber ich möchte lernen, dass Stillstand nicht gleich Rückschritt bedeutet.
Dass eine Pause nichts ist, was ich mir erst verdienen muss.
Dass mein Körper kein Projekt ist, das ständig optimiert werden muss.
Und dass ein weniger produktiver Tag nichts darüber aussagt, wie wertvoll ich bin.
Vielleicht geht es auch gar nicht darum, diese Gedanken irgendwann nie wieder zu haben.
Vielleicht geht es darum, sie immer öfter zu bemerken. Sie zu hinterfragen. Und ein bisschen liebevoller mit mir zu sein, wenn sie wiederkommen.
Denn ich bin nicht erst genug, wenn ich das nächste Ziel erreicht habe...